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Zeitschrift
der
Deutschen geologischen Gesellschaft.
XXVII. Band.
1S75.
Mit Tiernndswanzig Tafeln.
* •
B«rlii, 1871
Bei Wilhelm Hertz (Beseereche BucbhandluDg)
■Arira-8traM6 Ko. 10.
213833
Zeitschrift
der
Deutschen geologischen Gesellschafti '
1. Heft (Januar, Februar und März 1875). *,
A. Aufsätze.
« ' •
\. Gcultgic der Horgeiberghorikette ud der aigren- leidei Flysch- ud Gypsregi^i um Tknersee.
Voo Herrn Maoricb von Tribolbt in Neachätel.
Hiersa Tafel I.
Die geologische Gommission der scbweiserischen natar- forficheoden OesellBchaft übertrug mir leisten FrShliog die Bearbeitung der südlich vom Thuner- und Brienzersee, der Aare, des Gadmenthales, Sustenpass und Meienthales gele- genen Partieen des Blattes XIII des Dofour- Atlas (1:100). Die Gegend davon, welche ich letzten Sommer auf Grundlage der Karte 395 (Lauterbrunnen) des neuen topographischen Atlas (1:50) untersucht habe, liegt auf der westlichen Seite, am Thunersee. Es ist das grosse Massiv (eher die Kette) des Morgenberghorn, sowie auch die Fljsch - und Gjpsregion, welche sich zwischen ihr, dem Thunersee und dem Suldthale, erstreckt.
Diese Gegend nämlich ist geologisch um so interessanter, als sie uns Erscheinungen bietet, wie sie seiner Zeit von A. Escher ton der Lirth*) (auf den Beobachtungen seines
*j Gemälde des Kanton Glaras, 1839—4*2. — Stodkr's Geologie der Scbweis. II. pag. 46, 186-188. ~ Hg er's Biographie Eschbh's pag. 173, 186, \9\
Z«its. i. D. smI. Ges. XXVII. 1 . 1
die ich hier beschreibe.*) B. Favbb**), Fischbr-Oostbr***) aad W. A. OoSTBaf) behandeln noch in einigen Abbandlangen einzelne Ponkte daraus. Was noch die geologische Karte der Schweiz von Bachmann (zweite Auflage derjenigen von Studbb und Esohbr) betrifft, so kann ich sagen, dass sie für unsere Gegend gänzlich verfehlt ist. Einzig und allein für die Qjps- zone zwischen Leissigen und Faulensee ist sie richtig; sonst aber setzt sie uns Kreide am See hin, wo keine Spur davon zu finden ist (diese Angabe rührt wahrscheinlich davon her, dass W. A. OosTBR in seinen „C6phalopo des snisses^ cretacische Belemniten und Ammoniten [Bei. pistUH/ormiSy Am. Grrasi, ComueHJ von oberhalb Leissigenbad beschreibt, welche sich da nur in losen, vom Morgen berghorn heruntergestürzten Blocken haben finden können) und lässt die Kette von Morgen- berghorn aus Flysch und Nummulitenbildung bestehen, was gar nicht der Fall ist.
Die Morgenberghornkette , zwischen dem Bodeli (Ebene von Interlaken) und den Thälern der Lntschine, von Saxeten und der Suld gelegen, erhebt sich an der sudlichen Ecke des Thunersee. Auf einer Länge von 9^ Kim. erstreckt sie sich in der Richtung von SW nach NO, vom Suldthale bis zum BödeJi. Dieser mehr oder weniger scharfe Grat erniedrigt sich allmälig von 8 nach N nnd besitzt als extreme Gipfel das Morgenbergborn (22dl M.) und den kleinen Rügen (738 M.). Dazwischen liegen das Schiffli (2171 M.), Leissigengrat (2035 M.)) die Rothenegg (1900 M.), das Därligengrat (1822 M.), den Abendberg (1257 M.) und grossen Rügen (1071 M.). Zwischen diesem Berge und dem kleinen Rügen befindet sich das Querthal oder die Klüse von Wagneren, welche die hier ziemlich enge Kette von der einen Seite zur anderen durchbricht. Als directe Fortsetzung dieser Kette kann im Süden das Massiv des Dreispitz gelten ff) (Littlihorn
^} Anch in seiner Geologie der westlichen Schweizeralpen, 1834, pag. 48, 5i, 8-2, 99, 139, 198.
**) Geologie der Ralligstdcke 1872.
^*) Mittheil, der natnrforscb. Ges. in Bern 1862; foss. Fncoiden der Schweiz 1858.
f) Cat des C^phalop. de« Alpes Snisses 1857 — 63.
ff) Der Grand zn dieser Annahme liegt in den stratigraphischen Verhiltnissen dieser Gruppe, welche gftnzlich denjenigen des Morgenberg- boi-n ähnlich sind. Das südliche starke Einfallen der Schichten dieses
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beiden Seenfer nicht mit einander correapondiren und dass nor am Anfange der Hardergroppe , gegen das Habkerenthal, eine Analogie mit der Stractur der Morgenberghornkette wahr- sonehmen sei.
Bis jetzt haben wir nar die unmittelbare Fortsetzung der Längsaze unserer Kette betrachtet Fassen wir nun jetzt die seitliche ins Ange. Die Spitze des Morgen berghorn , welche mit der Schweinfluh mehr oder weniger steil gegen das Suld- ihal abfallt, bildet einen dreikantigen Gipfel, dessen obere Kante den Anfang des weiteren nördlichen Gebirges bildet« An die westliche oder linke schliesst sich ein waldiger Höhenzog an, welcher sich allmalig gegen die Hochebene von Aeschi - Ried und Aeschi erniedrigt. Es sind die Bronnispitze (1666 M.), Hornegg (1600 M.), der Birchenberg (1425 M.), Ginacker (UIO M.) und die Aeschi-Allmend (1212 M.). Zwischen diesem flacheren Höhenzug ond der höheren Morgen- berghornkette gelegen , haben wir eine dreieckförroige Flysch- region, welche vom See aus nberali stark hinaufsteigt und von zahlreichen Wildbachen (Kreuz-, Ried-, Spiessi-, Buch- holz-, Holzen bach) durchzogen und zerfressen ist.
Die südliche Kante der Morgenberghornspitze erstreckt sich noch in einer Entfernung von 1^ Kim. bis zum Passe Tanzbödeli*) (1880 M.), wo unser Massiv aufhört und das- jenige^ ausgedehnte der Schwalmern (2785 M.) anfangt mit den Vorhöhen von Auf dem Wasmi (2010 M.) und Schwalmern- schiffli (2256 M.)* Vom Passe Tanzbödeli hinunter fiiesst der sogen. Tanzbödelibach , welcher mit dem Saxetenbach, der im Grande des Saxetenthals fliesst, die westlichen Grenzen des uns hier beschäftigenden Gebirges bildet. Rechts vom Saxeten- thal befinden sich dann die Massive des Bellenhöchst (2091 M.), der Sulegg (2412 M.) und der Lobhörner (2570 M.), welche alle noch einer weiteren geologischen Bearbeitung bedürfen.
Nach diesen einigen geographischen und orograpbischen Betrachtungen gehe ich nun über zur speciellen Behandlung der verschiedenen in dieser Kette auftretenden Terrains und
*} Der meist gebraachte Name tou Rengglipasi i«t nur irriger- weise in Anwendung gebracht worden; denn Renggli heilst nur die Alp, welche unterhalb des Fasses gegen das Saldthal liegt.
bcgioae mit d«m jängsten , dem Plyach, am rott da aufwärts nod mittelst dieser merkwürdigen Aufeinanderfolge la den ältesten la gelangen.
FlfBoh, Studbr 1827. *) Dieses in den Schweizeralpen so ansgedehnte Gebilde erstreckt sich in unserem hier tu beschreibenden Gebiete von Paulensee und Aeschi ans, längs des Thanersee und des Sold- thales hoch fainanf xa den kalkigen Abstnrien der Morgea- bergbomkette. Prof. Stddbr betrachtet diesen Plysch -sowie aacb denjenigen des Härder im Habkehrenthale nod des Drei- spilc (in dem von ihm westlich gelegenen Lande), als etnea wahren nnd typischen, entsprechend dem Macigno nnd At- berese des Apennins. Vom Seeufer (560 M.) aus finden wir den Flyscb bis in einer Höhe von beinahe 1800 M. binaof* Steigen, also m einer Mächtigkeit von 1240 M. , eine Zahl, welche nicht erschrecken darf, wenn miin bedenkt, dass sie in der Niesenketle (bei Orcieres) nnd im Dauphin^ (n. LoBl) ta 2000 M. wird. Dass diese grössere Mächtigkeit aber einer etwaigen Pältelnng dieses Schiefermaterials ineuschreiben ist.
£r8t darch die Baoten der Deaen Strasse von Leissigen nach Aeschi, ist die echte Flyschoator dieser Region mit Sicherheit erkannt worden. Aach sein Vorkommen hie und da Aof der Aeschi-Allmend^ den Ginacker- und Birchenbergalpen, bestätigt dies. Erst von einer Linie aus, welche von Leissigen- bad nach der Gräbernspitse und nach Osten gezogen wurde, hätte man dann die echte typische Entwickelnng des Fljsch in unserer Gegend. Wir finden ihn hier besonders in den zahlreichen Tobein auftreten, welche von der Morgenberghorn- kette und den Brunni- und Gräbernspitsen gegen den See hin- fliessen. Auf der Ramsernalp, am Quellengebiet des Buch- holabachs, kommt er am schönsten mächtig entwickelt vor; so auch auf der Hornegg und unterhalb der Brunnispitse ; da- neben noch mehr oder weniger in allen Tobein.
Was die unseren Flysch susammensetzenden Gesteine an- betrifft, so sind es bei Weitem die grauen Fuco'idenscbiefer, welche am meisten verbreitet sind. Ueberall sind sie zu finden, wo nur Flysch zu Tage kommt. Mehr untergeordnet sind die dunklen quarzreichon Sandsteine, welche sich bei der Verwit- tenuig infolge ihres grossen Eisenreichthums mit einer gelblich- braunen Kruste überziehen. Wo sie auftreten (Krattiger Säge, aof der Strasse zwischen Leissigenbad und Leissigen, am Krenzbacfa, Bachtenfall im Snldthal), finden sie sich in bis 1 fil. mächtigen Schichten, welche immer mit dünneren Schiefer- lagen regelmässig abwechseln. Am Kreuzbach (Curve 780 der Karte) werden sie seit mehreren Jahren als Pflastersteine im Kleinen ausgebeutet.
Unmittelbar an die Nummulitenbildnng angrenzend und in ihre analogen Gesteine übergehend, finden wir längs der ganzen Iforgenberghornkette gelblich- braune, schiefrige und leicht ver- bitternde Sandsteine, welche hauptsächlich am Brunni - Schaf- berg und in den Telliweiden entwickelt sind. Die strati- grapbische Aufeinanderfolge der beiden vorher besprochenen Gesteinsarten ist eine unregelmässige. Auch haben wir dazu sehr wenige Aufschlüsse. Derjenige des Bachtenfalls (wenn man von den Saldhäusern nach Lanenen geht) ist der deut- lichste. Wir finden hier von unten nach oben: I. gewohnliche grafle Fncoldenschiefer, II. quarzreiche weissliche Sandsteine mit mehr oder weniger feinem Korne,
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ni. gelblich ' braune , glimmerrüche SaoditeiDe; ein
wenig Bcbiefrig, IT. gewöhnliche graue Pucoiden schiefer. Als leUtle Gebirgaarl unseres Fljsch müssen wir noch ein CongloDierat mit alpinen Gerölten aaröhrrn, welches am Ende der Kralliger Halden gegen Leissigeabad, mitten unter Schie- fern and Saadsteinen anftritt. Als ein im Flyscb sehr häufig TorkomiD«ode8 Mineral sei hier des Schwefelkies erwähnt, welcher darin entweder in kleineren eingesprengten Stücken oder in grösseren nieren form igen auftritt.
An Petrefacten ist bekanntlich der Fljrscb höchst arm und enthält ansschlieeslicb niedere Pflanzen. Von Thieren ist bei ihm keine Rede. Er mass also eine Bildung sein, welche sich in defem und schlammigem Wasser abgcsetst hat, nnd das lebe das Leben von Thieren aainöglicb Lufigslen Pocolden sind; . — Hochlauen engrabcn ob Leissigen. O. — Brnnni- Schafberg. >Ha. — Hnchtauenengrab.
.0.
0.
BS (aequiUü P.-O.).
CBBNB. — Hocblauenengrab.
'BRKB. — Frilienbach ob Leissigenbad.
ERSB. — „ „ „
OSTfiB*) erwähnt noch als von den
igen Blammend:
Schneideri Gßpp.
arleria«/ortiiit Göpp.
cUudalaiB G&PP.
e er der Kreide als nnbestritten lasu- ie von GöPFBRT (Nov. Act. Ä. N. C-, Qaadersandstein Schlesiens beschrieben aber keine Ursache, diejenigen Exem- en Alpen gefanden wurden, anch ans a lassen. Man bat anch lablreiche
n der Schweizeralpen 1656.
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Beispiele von UebergängeD fossiler Organismen aas der Kreide in die Tertiärformation und das besonders von niederen Pflansen (Faeoiden). So hat z. B. yoa dbb Mabck*) die Chondrites intrieatuM und Targioni aus der oberen Kreide Westfalens be- schrieben. Dazu bestehen die Umgebungen von Leissigen ausschliesslich aus Flysch. Im Allgemeinen mochte ich nicht zweifeln , dass diese Exemplare in losen Blöcken gefunden worden sind; denn nach dem äusseren Facies des Gesteins au ortheilen, scheinen sie mehr unterjurassisch (Eisenstein) als cretacisch oder tertiär. Uebrigens sagt ScBiMPsa**), dass diese Arten ^^des formes tont-ä.-fait ind^chiffrables^^ darstellen.
Im Ganzen und (vrosseu ist dieses Flyschmassiv nach der üüorgenberghomkette orientirt (hör. 12^ O.). Auf der Aeschi- Allmend ßogt aber eine Deviation nach Westen (13|^ W.), welche am See, bei Krattigen und Faulensee, NW orientirt ist. Das Fallen variirt ungefähr von 40— 50°. Am stärksten ist er unterhalb der kalkigen Abstürze des Morgen berghorns. Streichen- und Fallanomalien, welche unzweifelhaft mit Erd- rutschnngen oder localen Einsturzungen (offenbar durch allmä- liche Auslaugung des darunterliegenden Gjpses) zusammen- hängen und nicht näher zu untersuchen sind, befinden sich auf der Strasse von Leissigen nach Aeschi, über dem Leissigen- bad und am Abhang des Buchholzkopf, gegen den See. Am ersteren Orte scheinen die Schiefer deutlich nach Norden zu fallen; am letzteren sind sie 60 — 70° nach Süden geneigt.
Hand in Hand mit dem Flysch haben wir noch den Gyps zu behandeln, welcher in unserer Karte an zwei Orten darin auftritt, an der Bnrgfluh bei Faulensee und in der ganzen Gegend längs des Sees, zwischen diesem Dorfe, 'Krattigen, Aeschi - Ried und Leissigenbad. Beide Vorkommnisse sind ohne Zweifel eine Fortsetzung von einander, wie Profil 3, Taf. I. zeigt. Wie Prof. Stddbb ***) bemerkt, bilden sie höchst wahrscheinlich einen Theil der langen eocäoen Gypszone, welche sich von Thones in Savoien aus, über Bexf), dem Col
*) Falaeontographica, Juli 1863.
**) Pal^ont y^g^tale I. pag 200. Saporta hat aacb in der oberen Kreide von Biarrits die Cbondriten des Flysch erkannt. *^) ladex etc. pag. 115. f) Nach Chatahres scheint in der That der hier mit Steinsalz sn- sammen und in anmittelbarer Nähe des Lias auftretende Gjps nicht
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du Pillon, dem Bogstlenthale, Hühlenen, den Ralligatöckeii*), dem (tiswjlergtock, Slam, Iberg, bis in den Yortirlberg (Um- gebnDg TOD Dornbirn) erstreckt. Ein eocenes Alter kann in der Tbat, fär ibr Auftreten auf nsserer Karte, nicbt in Zweifel geaetit werden. Wie ans den Profilen 1, 2, 3, Tafel I. leicht n erkennen ist, liegt dieser Oyps deatUob unter dem Fidschi ist aber älter als dieser und würde ewiseben ihm und der NnmmulitenbildDDg cu stehen kouiinen. Er bildet ein Ge- wölbe unter diesem , welches im ersten Sleinbrucb« der Kralliger Halden (Profil 4, Tafel I.) sehr deutlich tu sehen ist. In diesen Halden seUt er wohl .80 H. hohe Fels- wände lusammen , deren Mächtigkeit uns dann durch diese Oewäbestructur erkli^lieh wird. Dieses also bewiesene Aller des Gypses am Thnnerse« würde die Beobachtungen von Eitir. Fatri**) und OiLUtROi***) bestätigen, welche Lager äbnlicben Altera aus den Umgebungen von Iberg (Schwyz) und des
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Alle Spnreu der arsprSoglichen Schichtung (Beweis von Abfiatf aaa WaMer*)), wie sie so schön am See aa beobachten ist, sind verachwandeo. Offenbar haben wir es hier mit einer Reibe von kleineren Verwerf ongeo und anderen Störungen ea theo, welche den Flysch vom Ojpse trennen und dieae Grens- profile so so sagen cor Unmöglichkeit machen.
Man kann wohl sagen, dass die Qualität dieses Oypses mit seiner Farbe variirt und von derselben abhingt. So ist er achön weias und mehr oder weniger rein an den beiden Extremitäten seines grosseren Auftretens, bei Auf dem Schopf und Leissigenbad, sowie auch an der Burgfluh, wo er ezploi- tirt wird. In seiner Mitte, an den Krattigen Halden, wo er in drei Steinbrüchen ebenso ausgebeutet wird, ist er sehr unrein, graulich bis dunkelgrau, bröcklig und enthält ohne Zweifel tbonige oder mergelige Beimengungen. Hie und da (Fritsenbach, Hellweid) zeigt er ein gröberes Oefuge, welches faat ausschliesslich aus eincelnen, mehr oder weniger ausge- bildeten Krystalloiden besteht, die alle die charakteristische vollkommene Spaltbarkeit nach den LängsBächen des Prismas besitceo.**) An der Burgfluh und bei Auf dem Schopf scheint er mit einer dünnen Schicht von grauer Corgneule (Rauhwacke) bedeckt zu sein. Wie bei allen Gypsvorkommnissen findet sich, häufig in Drusenräuroen oder Spalten Schwefel abgesetzt, welcher durch die bekannte Reduction des schwefelsauren Kalkes durch organische Substanzen zur Bildung gekommen ist. Noch erwähnt Kbnrgott (Minerale der Schweiz pag. 37) lackenhaft ausgebildete Quarzkrystalle.
Das Streichen und Fallen dieser Ojpszone am See sind die gleichen wie beim Flysch (40-50).***) Bei der vorhin ge- nannten Krümmung nach Süden wird das Fallen immer steiler,
^) Trott der neaeren Untersnchongen you Chavankbs und anderen, I brio ich immer geneigt, den Gjps als Waseerabeate tu betrachten; denn obgleich er niemals oder nur selten Petrefacten enthält, so sprechen immer ' d«f1ir alle Verbaltnisse seines Auftretens.
^) Diese Ansbfldnng des Qypses wird es wohl sein, die Ksrngott (Minerale der Schweis pag. 336) als blättrige bis strablige, zn stalak- titischen Massen verwachsen, beschreibt.
, *^ In dem Rrattiggraben allein scheinen die Schichten itach Norden
gelegen eu sein
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BodHs es bei Rotbenböbl cwiscben 60 — 70 (aDomalea Strei- chen NO-SW) erreicht. Von da an verschwiaden beide »er- moge der Terrain storangen, die ich weiter oben erwabot habe. Als eiae Folge dieses grossen Gjfpsreichthuins kann man die Schwefelquellen ansehen, welche wir in dieser Gegend finden. Wo sie vorkommen, am Leissigenbad (drei Qaellen), den Hochlauenenweiden ood auf beiden Seiten der Ramsernalp, treten sie aus FIjscb hervor und nicht unmittelbar aus Gjp»: eine Thatsache, welche nur vermutben lässt, das« unser Cj'palager sieb noch weit anter dem Plysch erstreckt. Nacb Urkunden ist zu urtbeilen, dass die Quelle von Hochlanenen schon gegen 1700 als sogen. Lämroelibad bekannt und benaiil war. Jetit ist sie gäntlich verfallen, sowie aach die Qaellen von Leissigenbad.
HammalitenbUdung, aucL Wie der Flysch, so ist diese Formation auch luerit in
nnanrsn Alnain nrbannl iinil rBalnualsllr wnriliin. A. RbONOIIIABT
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SchnUmftBaen, die den anteren Tbeil der FelMbatürse gäailiob bedecken. Damit )§t aber nicbt gesagt, dass diese Baobacb- long falscb sei. Sandeteine und Kalk eothalteo sablreiche Nammnliten nebat eiuigen Belteaen Pelec^podeD. Was ich dariD aofgelesen, ist:
DentuHum sp.? — DärligSD. Ftmbtia ep.? — Därligen. *')Avicula/ragili* Dfe. — Därligen.
* „ tntDnena — Därligen.
* SpAema cunei/ormis — Därligen. " Pecten eicharoidat — Därligen.
* „ solea DsH. — Därligen. „ 8p.? — Brannisehafberg.
* Ottrea cubitut Dbh. — Därligen.
* „ cyathila Lk. — Därligen.
* Nttmmulina Biarritzentis äbch. — Därligen,
* „ Bamondi Dfh. — Leissigengrat.
„ inUrmedia Abch. — Brunniachafberg. „ numimilaria Orb. — Brnnniscbaflierg.
„ FoTtiai Abob. — Branniscbafberg.
„ seüa AncR. — Brunn iecbafberg.
,, ittiata Orb. — Brnnoischafberg.
Orbitoidn ditcus RAt. — Brunniscbafberg.
* 11 papjfraceut Bocb. — Därligen, Leissigengrat,
Brunniscbafberg. Wobl aber ist diese Auflagerung nuf der nördlichen Seite des Sees zu aeben, bei den Felsen vom Bösen Rath*) und Wi- deli von Oestrich, welche Leissigen gegenöbersteben und noch anf unserer Karle verseichnet aind. Bei dem Profil« 1 t. 2-, was icb der Arbeit von E. Fathb") entnehme, sebeo wir anf der rechten Seite des Naaethates, cwiscben dem Urgon und dem Nnmroulitensandstein , den in dieser Formation gehörigen Salk anstehen, welcher sich noch eine Weile an den Felsen am See nnch Osten fortsetzt. Dieser ist wie derjenige der Horgenbergfaornketle voll Nummuliten. Darauf lagert sebr
') Die mit einem * beicichneMn Arten befinden aich im Museum u Ben.
•) Siehe IUtok **) Ralligitöcke e
I
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regelmässig der SAndglein, welcher an der Basis mehr oder weniger feiDkörDig, gegen seinen obere» Theil ein immer grösseres Korn besitzt, das ihm das Aussehen eines kleinkÖr- nigen Conglomerats gtebt. An Petrefacten ist er sehr reich, besonders wenn er feinkörnig ist; mit der Grösse des Korna verschwinden sie dann allinälig. Es finden sieh darin baopt- sücblich :
Dentalium strangulatam DsH.
Spondylu» lubspinosKi Abch.
Eichara cfr. chartacea Argh.
NummuUna intemtedia Abch.
„ exponeus Sow.
„ contorta DsB.
„ ttriata Obb.
„ (AiiUma) pkmogpira Bodb.
Seewerkalk (obere Kreide) Ldssbr*) 1825.
Dieses Gebilde bildet den Anfang der hoben Felgabstnrae, welche die Morgeuberg bornkette gegen Norden chmrakterisiren ' und vom See ans so schön and malerisch aussehen. Seine Mächtigkeit kann wohl circa 20 M. erreichen. Unten finden sich gewöhnlich dünngeschichtete, oft scbierrige Kalksteine und K&lkmergel, welche »nsserlich weiss und auf frischem Bruche weisslichgrau erscheinen. Sie sind gänalicb petrefacten los. Drüber kommt der eigentliche Seewerkalk vor, d. h. mehr oder weniger mächtige Bänke von compactem, weissgraoem Kalk, der durch seinen Reicbtham an Poraminiferen ausge- seichnet ist. Tb. Stddbr erwähnt daraas Lagcnen, Nodosarien and Nonioninen, sowie auch eine Oryphaea (Fnsa vom Abead-
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der Bodelibabn gebt, voo Darligen nach Wagoeren und Wil- dere wjl. Der eigentliche Seewerkalk ist aberall sa sehen und ausser durch seine Facies, auch durch seine stratigrapbische Lage awischen der Nummulitenbildung und dem petrefacten- reichen Gault leicht erkenntlich.
Oaolt DB LA B^CHB, SOW., PiTTOR.
Pur den Stratigraphen ist der Gault eine vortreffliche Bildung. Wo sie auch vorkommt, ist man immer sicher, Pe- trefacten darin su finden nnd sie als solche zu bestimmen. Sie bietet uns also einen sehr guten und festen Anhaltspunkt dar, zur weiteren Bestimmung der darüber und darunter lie- genden Terrains. Man kann auch sagen, dass sie für den Palaeontologen eine der wenigen lohnenden Formationen unserer Alpen ist. Wie Th. Studbr richtig bemerkt, so bildet unser Gault, vom Tbunersee aus gesehen, ein rothlicbes Band, wel- ches ungefähr in der Mitte der Felsabsturze der Morgenberg- hornkette zu liegen kommt. Diese Farbe, welche nur eine äussere ist, rührt ohne Zweifel von der Oxydation der Glau- conitkornchen her, welcjie bekanntlich dieses Gestein erfüllen; daher nennt sie Studbb nicht ohne Ursache eine Verwitte- mogsrinde. Dieses Gaultband ist besonders zu oberst am Brunnischafberge und bei der Aarbrucke unterhalb der Heim- wehfluh zu sehen.*) An diesen zwei Stellen ist er sehr petre- factenreicb. Seine Mächtigkeit erreicht am ersteren Orte ge- gen 15 Mm. , am letzteren 7 bis 8. **) Hier findet sich fol- gendes Profil der ihn zusammensetzenden Schichten (von unten nach oben):
1. Compacter Seewerkalkstein.
2. Schiefriger Seewerkalk, 6 M.
IIL Dunkler Kalk ohne oder mit sehr seltenen Petre- facten, 1 M.
*) An der 8chweinflnh| ob Lanenen im Suldtbalc, kommt er wieder deatlieb som Vortchsin.
**) Zwilchen dem eigentlichen Oanlt nnd der Seewerformation er- wähnt Tb. STODBt einen grflnen, grobkörnigen Sandstein mit kehligen Partieen, der weiter nach Osten nicht mehr nachsnweisen ist. Wo er aber vorkommt, sagt er nicht. Für meinen Theil habe ich eine solche Bildung nirgends angetroffen.
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IV. Gräulicher Sandmergel, 5 Cm. V. Duokelgräiier Kalk mit aahlreichen Petrefacten, | M. VI. Dankelgrüaer Kalk, ein wenig flaadig aa6 ohne Pe- trefacteo. Cegen oben wird er schwänlicb, sehr hart und bröcklig, 6 M. 7. Grauer Kalk tnil epliUrtgem Brache und ohne Petre- facten (Aptien?), 20 M. 8- Späthiger graner Kalk mit tahlreichen Caprot. ammonia
(ürgoo). Es ist merkwürdig zu sehen, wie bei einer verhattniss- mäseig schönen Entwickelung des Terrains, die Petrefacten so auf eine einielne dünne Schicht beschränkt sind and sich dft in nngehenrer Menge vorfinden. Denn nicht nnr an der ^are habe ich diese Verhältnisse gefunden, sondern auch ob dem Brunniechafberge, wo ich unter der Pübrong des be- kennten Petrefacten Sammlers Gottl. Tschab von Merligen anch diese Localität aasgebentet habe.
Die Liste der Petrefacten, welche ich mit ihm sowohl aii der Aare als auch an diesem letileren Orte aufgelesen, ist folgende :
•') Odontagpit gracilU Aa. — B.*) ' Lamna sp.7 — B. • Serpula antiquata Sow. — B. BelemniteB ntinima» List. — D., B. A'aulilus bifureatttt OoST. — D. „ Bovcltardi Ohb. — D., B. " „ Clemenli Obb. — B. Ammonitet Agaistzt PiCT. — D. „ Btvdanti Obb. — D.
„ Bouchardi Orb. — D.
„ Dduci Bronq. — B.
„ Denarius Sow. — D.
„ Dupini Obb. — B.
'} Die mil einem * bezeichneten Arten befinden sich im t
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Ämmonita Emerioi Rasf. — B.
„ Hugardi Orb. — D.
„ infiatuB Sow. — D.
„ laiidorsatus Mich. — .B.
,, maffit/^a^ Sohl. — L.
„ Mayori Obb. — D.
• „ Parandieri Obb. — B. „ querci/olius Obb. — D.
• „ ^l&ndene Sow. — B.
„ «^riatMti/ca^tM Obb. — B., D.
„ varians Sow, — D.
„ varico8us Sow, — D.
• „ VeUedae Mioh. — B.
• „ Baulini Obb. — B. Äptychus cfr. Studeri OosT. — D.
„ cfr. Didayi Gibb. — D. Turrilites catenatua Obb. — D.
• „ Mayori Obb. — B. „ Vibrayei Obb. — D.
Hamites attenuatus Sow. — D., B. „ rotundtiH Sow. — T)., B.
• „ Raulini Obb. - B. Rosteüaria Orhignyi PiOT. — D.
„ Parki'Moni Mäht. — D.
„ reUua Obb. — D., ß., L*
Natica Dupini Lbtm. — D. ,, (7au2<ina Obb. — B.
• Turnteüa sp.? — B. Solarium dentatum Obb. — D.
„ granosum Orb. — B.
• 11 ap- ? — B.
Turbo BothomageMts Orb. — D.
• „ sp.? — B.
Trochus Marroti Orb. -- D. Pleurotomaria Oibb$i Obb. — D., L. „ Zima Orb. — B.
• „ Itieri PiOT. u. Rx. — L.
• „ Bouxi Obb. — B.
• „ Sau88urei PiOT. u. Rx. — B.
• Äcmea OaulHna PiOT. a. Rx. — D.
Ztiu. ^,D. |mL Gm. XXVII. 1 . 2
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Dentoftum Shodani PiCT. n. Rx. Pkoladomya 8p, 7 — B. Attarte Bninneri — B. iMcina Arduennensis Obb. — B.
• Lima Itieri PicjT. u. Ri. — !>. JVucuia j«c(i*«i(o Sow. — D.
„ bimrgata Fitt. — D.
• „ 8p.7 — L.
Inoceramtu eoncentrictu Park. — D., B. „ Salomoni Obb.
„ sulcatu» Park. — D.
" Plicatvia ap. ? — L.
• Oitrm Baulini Obb. — B.
• „ lerebratxtli/ormt C3oQ. — B. Terebratula biplicata Sow. ~ B.
„ Dutemplei Orb. ~ B.
• „ Lemamerui» PiOT, u. Rx. — B. „ Mtmtoni Orb. — B.
BhynchoneUa antidiehotoma Orb. — B. „ decipiens Orb. — B.
Cfibbsi Dav. — B. „ suloala Obb. — B.
• Beptomulticapa sp.7 — B.
• ReptomtüHpora Bp.f — B.
• SetKie$charaf sp. ? — B. Diicoidta ep,7
• Pteadodiadema Brongniarti Ao. — B. Vidarit gibberula.
Wie sua dieaem Verzeichnisse leicht za ersehen ist, sind die zwei rorbergenannten Fundorte Eiemlich reich an Arten und (iftttongen. Am Brunnischafberg sehen wir hauptsächlich eine Menge von Bracbiopoden, welche au der Aare gänzlich fehlen. Hier sind aber iiie Cephalopoden aod Gastropoden weit häufiger.
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Schratteakalk*), Studbr 1834.**) (Aptian Mayeb's***) 1872; Ürg-Aptieo CoQüARD'sf) 1866).
Diese in deu Alpen so charakteristisch und mächtig ent- wickelte Formation lässt sich oherall durch ihre Petrefacten deutlich und leicht erkennen. Sie besteht aus mächtigen, grauen bis dunkelgrauen Kalkbänken , welche meist von Bb' quienia ammonia dergestalt erfollt sind, dass sich auf den Schichtflächen oder Scbichtenkopfen zahlreiche Durchschnitte davon seigen , welche eine gewisse Aehnlichkeit mit Hiero- glyphen besitsen; daher der dieser Bildung gegebene Name von LtssBR (Hieroglyphenkalk). Diese bilden die Hauptmasse der nordlichen Felsabsturze der Morgenberghornkette, wohl in einer Mächtigkeit von 50 — 60 M. Ausser der Beq, ammo- nia Orb., welche besonders reichlich an den Felsen unterhalb der Heimwehfluh , an der Aare, vorkommt, enthalten sie noch wenige andere Petrefacten. Th. Stuoeb citirt Beq. LonsdaU Orb. (carinata Math.), Badiolites sp. und Nerinea sp. Im Maseum zu Bern fand ich boch :
Serpula aniiquata Sow.
Satica sp. ? — Brunnischafberg.
Nerinea Benauxi Orb. — Brunnischafberg, Därligengrat.
„ gigantea d'Homb. - FlRM. — Därligengrat. Monopleura Michaül^se PiCT u. Camp. — Därligengrat.
In einem kleineren, alten Steinbruche am Eintritt der Wagoerenkluse gegen Interlaken fand ich obenan eine fuss- dicke Schicht, welche von einer cjlinderartigen , länglichen AQster mit ziemlich dicker Schale erfüllt war, die ich 0. inter" läctutris Trib. nenne.
*) Schratten oder lapiaz heissen bekanntlich unregelm&Bsige Vertiefnngen und Erhöhangeu, welche sich in Kalkgebirgen befinden, in Uöhen Ton 6— 70U0 Fu6s, wo der Scbnuo lange liegt. Es i8t ein offen- bar aaf chemischer Wirkang beruliendes Phänomen , wobei das stark itoerstoffhaltige Schneewasser ('21 pGt. Säuerst, in der Luft; '24—30 pCt. im Sebneewegser) mit dem Kohlenstoff des mehr oder weniger reinen Kilkiteins verbanden, das auflösende Princip bildet.
**) Lkokh. Jahrb. pag. 512. ,
•**) Tabl. synchron, terr. cr^tac€s. t) Ball. Soc. g^ologiqoe de France, pag. 560.
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Waa nun das Aptien oder die Orbital inentchichteo (0. Un- ticularis Orb.) anbetrifft, welche Th. Stddbr iu selDer Be- Bchreibung »nfährt, so habe ich kars tu bemerken, dass ich sie nirgends habe beobachten können , anaeer im weiter oben angeführten Profite des Ganlt, wo sie durch die graaeo Kalke mit spüttrigem Brache am Ende möchten vertreten Bein.*) Sie vnrden dann regelmässig an den oberen Theil des Schratlenkalkes und unterhalb des Oanlt su liegen kommen. Wir halten also hier eine Ausnahme von der Regel; denn io den Alpen scheint im Allgemeinen das Aptien keine selbst- stäadige Stufe in bilden. Es liegt nämlich meist swischen zwei Schrattenkalkboriionten , von denen der untere durch Req. ammonia, der obere durch Seq. Lontdaii chararakterisirl j wird. So fasBl Baltsbr**) nnter dem Namou Urgonieo (Aptiao | Matbh's), die drei folgenden Stufen susammeni
Unterer Caprotinenkalk (Urgonien d'Orbigdy's).
Orbitulinaschichtea (Aplien ORB. ; Apt. Inf, Tbib.).
Oberer Capralineokalk (Logperbergscfaicbten Matbr's; j
Aptien aup."*) Thib.J. '
Aas den Untersncbungen von LoRTt) und KAdFltAliNtf) i
geht dasselbe ebenfallB hervor. '
Dieses Verhältniss des Aptien in den Alpen ist sehr ver- ,
schieden von demjenigen des Jura, wo diese Stufe immer:
selbBlsländig swischen dem LTrgonien und dem Albien (Oauli) |
*) 1d leineiD Cstalogoe C^pbelop. dei Alpe« Saiases 1861 p. \ii, ■ citirt OosTiH Am. Cornutti On»., eine ontschiGdane Art ans dem Apüen, j von den Ümgebongen von Lelasigenbad, wo nichts von Scbraltenkalk id ; fioden rit, Sie rührt offenbar ans einem Iomd Blocke her, welcher: TOQ den weiter oben anstehenden FelEsn der Morgenberghomk«»« . hernntergekommen ist. — Daaa alter die Orbiiulinenichicbien siellenweite ; in nnserar Kette rertreten <ind, will ich nicbt längnen, denn icb fand: bei den Arbeiten an der Straaie von Leiiaigen nach Aeichl einen dankd- farbigen Block gana erfiillt von Orbitnlineu.
"•) Der aiärniacb etc. pag. 37. ***) Dieien Dnlerachied swiacben unterem and oberem Aptien in den , Alpen glaube ich nur machen lu können, tun eine FaTalleliiiraiig der beiden (alpinen and juraaaiachBP) Faciea in ermöglichen. Bei difeer \ Utiterea finden aicb nämlich die Orbitnlinen immer anf die nniere Zone ] (Rhodanien y. BmiTtB») beechrünkt.
-t) Deicript. g^olog. dn Danpbinä, 1860, pag. 3u8. :
tf) Beitr. i. geolog. Karte der Schweis, 11. Lief. 167J. !
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auftritt. Ihr unterer mergeliger Tbeil ist hier aasser zabl- reicheo anderen Arten darch OrbituUna lenticularis charakte- risirt; der obere sandige mocbte vielleicht dem oberen Capro- tioenkalk der Alpen entsprechen.
Veocom, Thurmann 1835.
Diese in den Alpen so weit verbreitete Bildung ist bis jetzt noch nicht so genau untersucht und bekannt, wie sie es ihrer stratigraphi sehen und paläoutologischen Wichtigkeit wegen sein sollte. Von Momtmollin*) zuerst im Jura entdeckt und, man kann sagen , heute da durch und durch studirt und bekannt, ist sie fast gleichzeitig von dem scharfsinnigen Eschbr TOS DBR LiKTH in den Alpen nachgewiesen worden, und bevor man noch im Jura den Unterschied zwischen Yalanginien (Desor 1854) und eigentlichem Neocom festgestellt hatte, war ihm der verschiedene Habitus des Eieselkalkes (und Altmann- ach ichten *•)) und der Drusbergschichten***) (Knollen- oder Conlonischichten Kaufmarm's) schon aufgefallen. Diese Tren- nung des Neocoms in zwei Stufen ist überall in den Alpen aoch leicht vorzunehmen, wo diese Bildung auftritt. Selbst in den Freiburger Alpen, wo GiUiiiRORt) mit der grossten Ge- wissenhaftigkeit fünf verschiedene Stufen darin unterscheidet, ist sie leicht einzusehen.
Nächst der weiter zu besprechenden Eisensteinbildung ist das Neocom die am besten entwickelte Stufe der Morgenberg- borokette. Sie reicht ununterbrochen vom Suldthale bis nach dem Hdtel Jnngfraublick, am Nordfusse des kleinen Rügens. Vom Morgenberghorn bis nach dem Abendberg, mehr oder weniger auf eine schmalere Zone beschränkt, erweitert sie aich allmälig über den Fnss des grossen Rügens, die Wagne- reu und den kleinen Rügen.
Am Morgenberghorn bildet das Neocom einen grossen Tbeil seiner mit Trümmern bedeckten Gehänge gegen Westen und Südwesten. Unterhalb des Leissigengrat und des grossen
*) M^m. Soc. «c. natur, de Neach&tol I. pag. 49. **) Nach dem Vorkommen am Altmann (ein Glied der Sentiagruppe), im Canton Appenxell, so benannt.
***) Nach dem Vorkommen am Drasberg, im Canton Schwyz, so benannt.
f ) Beitfilge aar geolog. Karte der Schweiz.
Kugene ist es auch deotlich aofgeschloBseu. Am besten ist es aber zu sehen ia der Wagneren , ftuf der StraeBe, die aaf der Nordseite des kleiaea Uugene gebt, und in den Felseo, welche sich im Wside twiscbeii dum Jungfraublick und drr Restauration Wal deck befinden.*)
lieber die geBammte Dlächligkeit dieser Bildung kann ich leider genauer nichts angeben; sie möchte jedoch wohl 20 bis 30 M. beiragen.
Von den Dnlcrabtbeilnngen dea Neocoms finden sich allein der Eieeelkalk und die Druslergschicbien deutlich entwickelt. Beide finden sich an den oben bezeichneten Orten; der erste aber bauptBÄchtich an den PeUen am JungFraublvck. Waa uun die Altmannacliichten anbetrifft, welche, wo sie vorkom- men, diese zwei Stufen von einander (rennen und durch ihre Beltenea Petrefacten {Coüyrile» ovulum, Echinotpalagut cordi/ormis Bbbtmdb var., Sentitiattug Desor) eher dem Valauginien entspre- chen, also mehr oder weniger mit dem Kieselkalk zu vereinigen Bind, so habe ich sie nirgends antreffen können. Bei ihrer geringen Mächtigkeit in dun von uns nordlich gelegenen La- zerneralpen (nach Kadpmih» haben sie am Pilatus 1 — A M.) darf es ans nicht wundern, wenn wir sie, in unserem sonst wenig aufgeschlossenem Gebiete, nicht bemerkt haben. Wenn sie am Altmann 100 - 200 M. (nach Eschrb) mächtig sind und am Pilatas nur noch 1 — 3 M., so wird es sehr wahrscheinlich sein, dasB sie sich von da aus nach Süden allmälig ausgekeilt haben.
Ueherall ruht der Kieselknik auf dum eigentlichen Neo- com"), wie es Profil 9 Taf. I. zeigt. Er leslebt aus dunklen, sehr harten und kieselreichen Kalkbänken, welcbe eine Mäch- tigkeit von 15 — 20 M. erreichen und auBSchlieselich den Echi- nospatagus cordiformii BBBn."') in grosserer Anzahl enthalten. Die verwitlerle Aussenfiäcbe ist graugelb oder bräunlich, ihonig oder schwammig. Diese Kalksteine sind leicht mit ähnlichen der Eisensteinbildnng zu verwechseln, welche einen gans ana- logen Habitus besitzen.
Die Drush ergschiebten besitien an ihrem oberen Theile
*} Ein Thcil der Felsen, die ku der 8tra«M ton LeiaalgBU nach Där- ligcD liehen, «ind aniichieden Neoeom. Ihre anomale Lage zeigt, dus ti« nicht anitehend lind.
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(gegen deo Selirattenkalk) erae gewisse Aehnlichkeit mit den hydraulischen Kftlkbänken der Efflogenchichleo (mittlerer Ox- Tord} des Jora, so e. B. am Morgenberghorn , Leissigengrat, RntheoRgg oad Rolhendah, am Nordfosse des kleinen RogeoB. Bs sind dntikle, dönngeschichtete Kalke, welche mit graaen Mergelbäokea regelmässig abwechseln. Zwischen diesen und dem Kieselkalk gelegen , finden sich dann ebenblls dunkle, saDdiglbooige nnd bröcklige Kalke, woraus Th. Studib anch den Eekmospatagut cordi/ormü citirt. *) In der Wagneren sind sie sehr gut aofgeBchlosseo.
Bisenstoinbildnng*'), Stodbh 1867. '")
Mächtige, harte and dunkle Kalksteine and Schiefer ohne Petrefacten bilden die Decke und den südlichen Abhang der ganzen Morgenberghornkelte. Nach ihrer Lage auf Neocom ichliesst Th. Stddbr, dass es nur oberer Jura sein könne. Diese im Berner Oberlande weit verbreitete Bildung (aus ihr ■ ■ - ■ ■ ■ ■ - . - - jgj.
ndet rren :ann •rof. rner >96 der Olga
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Bcbfraner , grftner and bnaoer Qu&nite, QaaraasndBteiDe uad Terwacbsener Geraenge von QoBriit und scbwsneoi Tbon- ecbiefer, welcbe in malden förmiger Auflagernng die oberste Muse des Gebirges swiscben L«aterbroanen and Grindetwald bildet, wird wohl unserer Nnrnmulitenformation faeicaonineii sein". Es waren hier baoptsächlich iwei Profile, bei RosenlsDi und MÖrreo (wo diese Eiseuquartile der Nummnlitenbildong ■nfgelsgert in sein scheinen), welche unsern grossen Oelehrtea ■tt diesem falschen, aber jedoch äusserst schwereo Resultate führten. Noch lange wurde die Eisen steinbildnng als diesem Horiionte angehörend angesehen. Endlich und nach mühe- vollem Suchen selang ei K. y. TaCHARNBR, einem Schüler schierbt erhaltene Petrefaclen (Anmon. canalicutatu», Trigon, coatata) am Sclieidegg- itdecken. Nachher fand Prof. Stddhb im orn) noch Steiiikerne von Anatina und am , welche gans den Habitus von aoter- esitsen.
!re Bildung vom Eocen*) zum unteren 'ie Stdder sagt, bieten die hieraus sich jlTerhättnisBe schwer au lösende Räthsel rrasscn, in denen die Gebirge vom Wetler- in schroff nach dem Brienser- undThnner- auf gewaltige Verwerfungen schliessen." dem Vorigen in ersehen ist, haben wir in { eine höchst pelrefactenarme Formation, I Peststellnng ihres itratigraphi sehen Uori- chwert hat. An der Isellenalp, unterhalb I, (reffen wir jedoch den einiigen bis jetit und ächten Fundort unserer Stufe. Von argesslichen Lehrer, entdeckt, wurde dieser iDBB als Lias beschrieben (Geol. Schweiz, ie darin häufig vorkommende Posidonomya T Pos. Bronnx VoLTZ verwechselt worden brüdern Mbtrat dann ausgebeutet (wenn den einige Cephatopoden von (tosTBB**)
.Bigabs der geotogitcbto Kart« der Schireis (1653) MnmmDJitBnbildnDg colorirt. Ipei Saines 186t.
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beschrieben und alle als den braunen Jara charakterisirend anerkannt. Es sind:
Belemnites giganteui Blt. — Hamphreyi-Sch. - Ammoniies ooliticus Orb. — Parkinsoni-Sch. „ annularis Schl. — Callovien.
,, coronatuB Bbuo. — Callovien.
Verhindert, mir diese typische Localität naher aufzusuchen, schickte ich letzten Sommer G. Tschau hin, welcher mir fol- gende Fauna mitbrachte:
Belemnites giganteuB Sohl. — Humphreji-Sch. Ammonites Oaranti Orb. — Parkinsoni-Sch.
Gervillei Sow. — Humphreji-Sch.
hecticus Hartm. — Callovien.
ooliticu8 Orb. — Parkinsoni-Sch.
Kudemauchi Hauer — Klaus-Sch.
MurchUonae Sow. — Murchisouae-Sch. Avicula elegans MünST. — Murchisonae-Sch. „ Münsteri Brohn — Murchisonae-Sch. Poiidonomya alpina Gras — Klaus-Sch. Lima punctata DsH. — Murchisonae-Sch. Pecten demisBuB Phill. — Callovien. Terebratula peravaliB Sow. — Humphreyi-Sch. „ ovoideB Sow. — Murchisonae-$ch.
Rhynchoneüa condnna Orb. — Lagenalis- u. Digonascb. Oxyrhina hastaliB Aq. — Elaus-Sch.
Wenn man nun diese verschiedenen Arten ein wenig näher ins Auge fasst, so wird man bald bemerken, dass wir hier sowohl Species vom unteren braunen Jura haben (Am^ Mut' chiBonaey Avic. elegauB^ MünBteri)^ als auch vom oberen {Am. anrudariB, coronatUBf hecticuB). Die Horizonte der Am^ Mur^ chiBonae, Humpkre^i, ParkinBoni (.mit den Lagenalis- und Di- Digonasch.) , sowie auch das Callovien, wurden also in der Eisensteinbildung des Berner Oberlandes paläontologisch ver- treten sein. Da aber dieser Umstand schon seit einigen Jahren tbeilweise in den von Hauer*) beschriebenen sogen. Klaus-
*) Das Zniammenyorkommen von Arten aiu dem Horisonte des A. Parkmsoni and des Callovien in den Klansschichten, scheint in den Alpen eine allgemeine Thatsache m sein. Die üntersnohnngen von Bacrmann, MuscH und Baltzbr in unseren östlichen Alpen und diejenigen von
schiebten der östticben Alpen als Tbatsache bekannt ist, so kann ich niclits Anderes annehmen, als dftss wir in dieser Bildung der mittleren Scbweizeralpen das mehr oder weniger richtige Aequivalent dieser Schichten haben.*) Ebenso würde es stehen mit den neuerdings von Gilliäroh beschriebenen Schichten des AtTi. Humphreyi uod von Klaus aus den Frei- bnrgeralpen. In dieser meiner Parallelisirung darf niao aber nicht vergessen, dass schon OpPEL**) 1863 die gleicbe Mei- nung ausgesprochen hat. Ebenso glaubt er, diese Eiscnstein- bildnng entspräche den Muschelbreccien von Breiitonico uud Füssen.
E^ne mehr oder weniger scharfe Trennung dieser ver- schiedenen Stufen , die in die Eisensteinbildang fallen , wäre also bei uns unmöglich, und wir hätten so hier eine einfache, mächtige Formation, welche dann weiter auswärts in sich meh- rere mögliche paläonto logische Horizonte erblicken licsse. Dieses seltene Verhältniss zeigt uns ein während der Ablage- rung des braunen Jura mehr oder weniger abgeschlossenes Meer, wo die älteren Formen neben dem allmäligen Erscheinen der neueren ihr Leben fortgesetzt haben. So sind in einem und demselben Meere eine Reihe von verschiedenen Typen- gruppen hervorgegangen , während anderswo andere Verhält- nisse dieses Zosaroinenleben nicht gestatteten und die getrennte Aufeinanderfolge von Formengruppen forderten, welche heut- zutage uns zur Unterscheid ang von verschiedenen palaonto- logiachen Horizonten dienen.
Soweit bis jetct unsere Kenntniss davon reicht, mnas also dieser gesammten Eisonsteinbildnng ein entschied eD Dnter- Jnrassisches Alter {brauner Jura) togeschrieben werden. Ihre Anflageruug auf Neocom in der ganzen Morgenbergbornkelle
BNUNNKn, B. Favib oad Gitufenu.i in dan westlichen, haben die« noch ferner beit&tigti ebenso von Haue«, Kii[te«!(:iiBCH , SchlOkbach , Ziitfi, Oppel, Gi'MBSL, NiuaiTB > Bhnuciie, OaiegBACn und Tietzi in den Otter- reicbiachea ; Giiis, Lam, Duhofitibfi, VFLtiii ond B^b^bt in den fraotC- iiachen Alpen. — Ffir den unteren braananJnra haben Studeb, Fiscbfib- OoGTiB , E. Favrs, GiLLi^BOif Und Hebibt ang den achwaizeriichen und franzöeifchen Alpen daa Zutammen vorkommen der A. Murchitonat nnd Humphrtyi in einem und drmtelben HoHiante beichriuben.
•) Bkunnbh vo^ Waitmwvl bat schon im Jahrn 1S57 (Geognosl. Beschr. d. Stockhom*) die*e Aniicht anageipiochen.
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ist bekanntlich eine anonitilc Erecheitinng. Es ist aucb wolil begreiflich, cIasb Tb. StüDBR noch im Jahre 1868 sie als oberen Jnrft Ansehen wollte. Als icb die Gebiete südlirh von unserer Kette noch nicht stodirt batle, fing ich an tu glauben, es müsse diese leUtere Bildung ii^ndwie in der jetal als brauner Jara gelteoden Schiebten folge der Risensteinbildang vertreten sein. Dieser Zweifel verschwand aber, als ich im Massiv des Bellen- höchet und aof der rechten Seite des Saxetenihales typischen Hocbgebirgskalk *) oder weissen Jura traf (siehe Tafel I. Profil 6 and Profil 11), der sich ed anserem Gebilde ver- halten mag, wie aof Profil 5 Taf. II. angegeben ist. Eine allroälige Aaskeilong dieser ganzen Sinfe iwischen dem Bisen- stwn nod Neocom geh't also vor sich in der Erstrechnng von der Sompffleh nach dem höchsten Pnokt der Morgen berghorn- kette, eine Aoskeilang, welche evident durch die starke Bie- gang im Grunde des unteren Saxetenthales noch mehr be- günstigt wird. Somit wäre diese auf Neocom ruhende Bisen- ateinbilduDg keine so grosse anomale Erscheinung.
Nach dem Pljrscb ist die Eisensteinbildung ohne Zweifel diejenige Stufe, welche im Massiv des iMorgenberghorn am meisten vertreten ist. Sie bildet luerst ulle Gipfel dieser Kette und erstreckt sich sogar noch etwas weiter hinunter nach den Abstnrsen des nördlichen Abhangs. So sind die anderen Bil- dungen durch sie gänilicb in diesen letsteren verdrängt. Sie bildet den gancen südlichen Abhang der Kette bis mitten im Saxetentfaalo und sum Passe Tahsbödeli ; sogar noch weiter erstreckt sie sich gegen die Massive der Schwalmern und des Bellenhöchst, indem sie dann in der Mitte des Thaies an den oben erwähnten Hocbgebirgskalk augrenat.
Wo auch Eisenstein xu Tage tritt, kommt er in dünneu, gewöhnlich ^ — ■ M. dicken Schichten vor, welche öfter mannig- fache Verbieguogen aeigen (Weg nach dem Abendberg, kleiner Bugen etc.), die an diejenigen des Neocom der Axeoslrasse
*) KoMk. E^CHiD *o^ DIR Lihtd brauchte >uer«t dieaen Namen xnr BsMictinoDg der nicht oUier bestimmbaren Kalk« d«r höheren Alpen. Wo in dem Liegenden denclbea organiKhe Brate vorkomneo (wie in euerer Gegend im EiEcnelein), gehören lie deni brennen Jnra an. Ueber ibnen liegt dann >a anderen P an kten Neocom; lo daaa diese Beieichnung de* Hochgebirgikalka sU oberen oder weixcn Jttra nicht vreit fehlgehen kann (SiVDSir Index pag. 1*13.
i
^,
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aof die Morgenberghorokette beschränkt. Weiter als das Massiv des Bellenbochst oder als eine darcb dasselbe gesogene Linie (parallel dem Streichen unserer Kette) geht sie noch höchst wahrscheinlich. Wenn ich sagen infirde, dass sie sogar bis ao die Grenze der krjstallinischen Gesteine gehe, warde man diese Meinung als übertrieben ansehen. Werfen wir aber einen Blick auf die Karte und sehen wir uns die von der soge- nannten Glarnerschlinge*) stundenweit innegehabten Gegend an, welche einerseits bis an den Wallenstadtersee, andererseits bis an das krjstallinische Massiv des Finsteraarhorns (eine Lange von ca. 12 Stunden) reicht, so wird man, glaube ich, es nicht für alli u gewagt ansehen , wenn ich jetzt den Satz aus- spreche, dass die an der Morgenbergbornkette vorkommende Ueberstnrzung bis an die krjstallinischen Gesteine des Massivs der Jungfrau reiche, das heisst auf eine Entfernung von höchstens 6 — 7 Stunden. Hier an der Grenze der sedimen- tären und krjstallinischen Gebilde wurde der andere Schenkel des Gewölbes zu finden sein**); naturlich ist er aber durch Verwerfung sowohl versunken als such verschwunden und der Beobachtung also gänEÜch entzogen. Ob diese Meinung sich später wird bestätigen lassen , ist Sache eines weiteren Stu- diums. Ich hoffe jedoch, in der Folge neue Beiträge zur Lo- sung dieser höchst interessanten , aber schwierigen Frage in dieser Zeitschrift geben zu können. Mögen aber die Geologen diesen meinen dahin ausgesprochenen Satz ruhig würdigen und die Frage noch näher untersuchen, bevor sie mir antworten.
*) Baltzbr, op. dt. pag. 56 u 57.
**) Wie Tu. SrrDKft richtig bemerkt, h&tten wir also hier ein sich nach Süden öffnendes C (siebe Prof. Studbr's: les conches en forme de C dans lea Alpes, Qen^ve 1860). — Inwiefern es aber eine östliche Fort- setsong desjenigen der Dent dn Midi (Ball. Soc. vaadoise sc. nat. 1855) sei, lasse ich noch unentschieden.
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t, Ueber die S<Aichteif»l|e des »berei Jira bei
Ahlen uweit Buitrer und über das Vtrhoanm
der Ritgyra virgaU m oben« KorallcN-Oelith
des wctes» Jon daselbst.
VoQ Herro C. Sirückhann io Haaoover.
31
dleOxfordscbicbteD oder Heersam er Schich- ten iD einer Mächtigkeit von etwa 7 M., bestehend sa Unterst ans dankelgrauen groboolitbischen tfao- nigen Kalksteinen nnd Mergelkalken and za oberst aus gelblichen , grosstentheils oolitbischen Kalkmer- geln. Als cbarakteriscbe Versteinerungen sind zu erwähnen :
Echinobrissus scutatus Lam. sp. Oryphaea düatata Sow. Exogyra lobata Robm. Pecten %ubfibro9UB d*Orb. Trigonia triquetra v. Sbbb. Ammonites biplex A. Robh. (Sow.) Ammonites mendax v. Sbbb.
2. Bei derselben Stelle sind noch zu beobachten die un- teren Schichten des Korall en - Ooliths , be- stehend
a. aus einer 0,8 bis 1 M. mächtigen Korallenbauk, vorzugsweise zusammengesetzt aus der Isastraea he- lianthoides Goldv. und
b. aus gelblichen in der Luft leicht zerfallenden, grossten- theils oolitbischen Kalkmergelu, etwa 2 M. mächtig.
In beiden Unterabtheilungen finden sich nicht selten die Stacheln von Cidaria florigemma Phill. Ausserdem sind charakteristisch: Chemnitzia Hed- dingionensis Sow. (mit Schale), Cerithium Struck' manni db Loriol, Exogyra iobata Robm., Pli- catula longispina A. RoBJf., Echinobrissus 8cutatu8 Lam.
3. Darüber lagern, sn beobachten im Steinbruche vor dem Ahlemer Holze, die mittleren Schichten des Ko- rallen-Ooliths, bestehend
aus einem ockergelben, dichten, knorrigen Kalksteine mit mergeligen oolitbischen Zwischenlagern, im Gan- zen 2 bis 2,5 M. mächtig. Im dichten Kalksteine finden sich anzählige Steinkerne einer kleinen Lucina, foroer von PhasianeUa striata Sow. und Chemnitzia Heddingtanensis ; ferner sind za erwähnen Stacheln von Cidaris florigemma Phill. (selten), Pecten va-
rian$ A. RoHK., Pectm articutatu* Schlotb., Phola- domya dtcemeoatata A. Rout, , Avicula pygmata Dbb. n. KooH. Ea folgen Bodann ao derselben Stelle die obereo Schichten des Korailen-Ootith, nur 1 bis 1,5 M. mächtig und grösstentbeils ans grauen und hellgelben dichten Kalk stein platten bestehend, charaktemirt durch das sehr häufige Vorkommen von Tertbratuia hurneraiit A. RoBH. , Terehratula bicanaliculaia ZiST. , Rhynchoneila pitiffuis A. RoBH. and nacähligen Exemplaren von Exo- gjfva reni/ormit GoLDP.
lo dieser Schicht nun sind von mir mit völliger Bestimmtheit einige Exemplare der Exogj/ra vir- gula GoLDV. neben der Exogyra reni/ormit aufge- funden worden. Darüber lagern ebendaaelbst die unteren Kimmeridge- Bildnngen und zwar
a. 3,£> bis 4 M. hellgraue und hellgelblicbe Kalkmergel and Kalhsteinplatten mit lahlreichen Steiakernen ver- schiedener Natica- Arien (namenllich Natiea globota A. Rout., N. macrotloma A. RoKM-, N. Marcoutano d'Obb.), und Cyprina nuculae/ortnit A, RoEil., Cyrena rugota db Lobiol (Sow.) selten, Thracia inceria TsBüt. (kleine Form). Ausserdem ist Oslrea muUi/ormi» Dkr. u. Koch in Schalenexemplaren ausserordentlicb häufig.
b. 2,5 M. Bänke eines theils grauen , theiU gelb- lichen dichten Kalksteins ^ gesondert durch dünne dunkelgrüne Tbonschichte». Letztere sind verstei- nerungsleer; die Kalksteine enthalten dagegen ontäh- lige Steinkerne von Nerinea tubercuiosa A. RoBM.. seltener von Nerinea Gotae A. Robm. und Chemniliia abbreoiata A. Rosu. sp.
c. Darüber lagert eine 0,5 H. starke Bchwärsliche Thon- schicht, sehr reich an Versteinerungen, namentlich kleinen Schnecken, darunter am häufigsten Nerinea ätandeUlohi Bhonh neben den Neriueen und Chem- niliien der vorigen Schicht; ausserdem kommen am tahlreichsten vor Cerithium s^templicatttm A. KoBV., Cerith. limae/orme A. Robh. , Baicoeryptus pueUlut d'Orb.
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6. Folgen die mittleren Eimmeridge - Schich ten and swar
a. 2,5 bis 3 M. gelbe tbonige Mergel, die am Ablemer Holze völlig versteinerangsleer sind, beim Dorfe Ablem dagegen Terebratula eubsella in zablreicben Exem- plaren entbalten.
b. 5 M. theils graue oolithische Kalksteinbänke, theils sebr thonbaltige, danngescbicbtete Kalksteine, am Ablemer Holze nur scbwacb angedeutet, wäbrend die- selben in den Steinbrucben atp Dorfe Ablem in ibrer ganzen Mäcbtigkeit zu beobacbten sind. Es sind dies die Scbicbten der Nerinea obtusa nacb Cbbonbb, cbarakterisirt, abgeseben von dieser kleinen Nerinea, durcb :
Gyrena ruyosa de Loriol (Sow.) = Ästarte scu- tellata y, Sbbb.
Cerithium astartinum t. Sbbb.
Chemniizia striatdla y. Sbbb.
Nerita ovata A. Robm. und zablreicbe andere kleine Sebnecken. Aucb sind Reste von Fiscben (Pycnodonten) und Sauriern uicbt selten; in dieser Scbicbt ist Homoeosaurus Maximi' liani H. v. M. dreimal von mir gefunden.
c. 2,5 bis 3 M. tbeils dicbte, tbeils feinkörnig oolitbische Kalksteine in 0,5 bis 1 M. mächtigen Bänken, meist von beller Farbe, in den Aspbaltbrncben bei Ablem jedoch lederfarbig oder schwärzlich durcb Bitumen gefärbt. Es sind dies die eigentlichen Pteroceras- Schichten, sehr reich an Versteinerungen, auch vom Monkeberge nordlich vom alten Kalkofen zu beobachten, hier nur aber meist Steinkerne enthal- tend, während bei Ablem vielfach Schalenexemplare gefunden werden. Als charakteristisch sind vorzugs- weise zu erwähnen :
TerebrattUa eubseüa Lbtm. Exogyra Bruntrutana Voltz Exogyra virgula Goldf., seltener. TricJntes Saussurei Thurm. Oervülia tetragona A. Robm. Lucina iubetriata A. Robm.
ZeiU.d. D.gMU Gtf. XXVII. 1 . 3
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Corbis subclathrata Thürm. sp. Cyprina Brongniarti A. Roem. 8p. Bulla suprajurensis A. RoBH. Pteroceras Oceani Bborgn. Naiica (PurpurinaJ subnodosa A. Rokh. und viele andere.
7. Darüber lagern bei Ablem und in den Asphaltbrucheo die oberen Kim meridge-8ch ichten (obere Ptero- ceras-Schicbten, Virgula-Schichten), bestehend ans
2 bis 3 M. graaen Thonmergeln and dichten, meist diinngeschichteten Kalksteinen, charakteristisch durch: Exogyra virgula Goldf. , Anomia Raulinea Birv., Corbula Mosensis Büv. und Corbiceüa Mo- raeana BtT. Ausserdem ist Ostrea mulH/ormis Dkr. u. K. wiederum sehr häufig geworden.
8. Untere Portland-Schichten, bei Ahlem 2 bis 3, in den Asphaltbrüchen bei Ahlem bis 5 M. mächtig, bestehend aus geschichteten Thon- nnd Kalkmergeln, ziemlich arm an Versteinerungen; jedoch sind Ostrea multiformisy Cyprina Brongniarti und Cyre^ia rugosa nicht selten; als charakteristisch ist ausserdem Pinna gra- nulata Sow. anzuführen. Darüber folgt eine 2 bis 3 M. mächtige Schicht eines dichten, zuweilen auch fein ooli- thischen sehr harten Kalksteins, von weicheren Mergel- schichten unterbrochen. Bei einer früheren Gelegenheit (diese Zeitschr. Bd. XXVJ. pag. 221) habe ich dieselbe als versteinerungsleer angegeben; nach weiteren Beob- achtungen sind jedoch stellenweise Versteinerungen nicht selten und zwar kommen vor: Cyrena rugosa, Gervillia lit?iodomu8 und Corbula alata Sow. (Nucula gregaria Der* u. K.). Wahrscheinlich entspricht diese Schichtenfolge den Schichten mit Ammonites gigas an anderen Orten; bisher ist freilich dieser Ammonit bei Hannover nicht aufgefunden.
9. Folgen in den Asphaltgraben die oberen Portland- Schichten oder Eimbeckhauser Platten kal ke , etwa 3 M. mächtig, charakterisirt dufch das massenhafte Vor- kommen von Corbula in/ltxa A. RobM., von mir be- schrieben in Bd. XXVI. dieser Zeitschr. pag. 220 ff.
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10. Daraber lagert 0,5 bis 1 M. mächtig ein graues thoniges Gestein, in welchem ich nur einige Spuren von fossilen Pflanzen gefunden habe (Purbeckmergel?) und endlich folgen
11. Blaue zabe Thone mit Belemnitea subquadratus A. Robm., die einen grossen Baum bedecken und unzweifelhaft der unteren Kreide (Hils) angeboren.
Die ganze Schichtenfolge des Oberen Jura besitzt bei Ablem in den Schichten 1 bis 9 nur eine Mächtigkeit von 40 bis 46 Metern.
Das Auftreten der Exogyra virgula in einigen un- zweifelhaften Exemplaren in Schicht 4, im Oberen Ko- rallen-Oolitb, zusammen mit TerebrattUa humeralis und Rhynehonella pinguis erscheint mir höchst bemerkenswerth, wenn ich auch eben keine auffallende Thatsache darin erblicken kann. Denn ebenso gut, wie auch einige andere Fossilien (z. B. Trigonia suprajurenm , Astarta suprajurenm) aus dem Korallen-Oolith bis in die oberen Kimmeridge-Bildungen hinauf- reichen, fällt die erste Entstehung der Exogyra mrgula in eine ältere Zeitperiode, während ihre massenhafte Entwickelung erst später stattfand. Bis vor einigen Jahren kannte man dieselbe bei Hannover überhaupt nicht, bis ich das Vorkommen im oberen Kimmeridge und in den Pteroceras - ^lchichten von Ahlem nachwies (diese Zeitschr. Jahrg. 1871 pag. 765 ff.).
Dr. Brauns fuhrt dieselbe in seinem oberen Jura pag. 358 »08 dem Kimmeridge von Uppen, Coppengraben , des Selters Dod des Ith'fl an; eine Notiz über ein tieferes Vorkommen ist mir aber bislang nicht bekannt geworden, weshalb ich glaubte, meinen Fund in weiteren Kreisen bekannt machen zu dürfen.
3. CMgaostisch - chcHiselie Hittkrilaig« aber 4ie
■eiCBl«! Eraptiti« iif Vileuo wid die Pr*diete
derselb«!!.
Von Herrn A. Baltzbr id Ziinch.
Hitnn Tftfel II. bi« IV.
Das vulkanische Sjstem der Liparen verdank! seine £ut- etehung nach HoFFlUliN*) einer dreistrahl igen vnlcaniscbeu Spalte, deren einzelne lierolicb geradlinige Zweige ungeßbr in der Panariagrnppe EDBaannenlanren.
Auf diesen Spalten haben sich nun drei Reihen von Strato- vnlcanen gebildet. Die kÜrieete dieser Spalten (nngeßbr Nordost streichend) bat nur einen Eraptionspunkt: Strom- boli. Dieser permanent und iotermlltirend arbeitende Vulcaii gestattet der vnlcaniscben Thätigkeit sich allmilig za ent- laden, so dass sie nicht nolhwendig bat, sich nene Emptioos- irege in der Verlängerang dieser Spalte lu schaffen. Auf der zweiten ungeßbr Ost -West laufenden Spalte liegen Salioe und die schönen Kegel von Felicuri und Alicari. Die dritte Spalte bat SSdricbtuog. Auf ibr liegen die za Lipari gehörigen; Mte. Campo bianco, Mte. Angelo, Mte. Goardia, ferner Mte. Vnlcanello und der Haaptkratet auf Valcano. Noch in der Verlängerung dieser Spalte findet sich am Cap. Calava der sicilianiacben Käste eine Funiarole. Die im Gentram des Systems liegenden Inseln der Hanaria- gruppe seigen weder Lavaströme noch KegelslructDr. Ibre Gesteine werden als Granit-, Gneiss- und Porphyr - ähnlich beaeicbnel. Diese in ihrer äusseren Erscheinung so abwei- chenden, meist schroff nach Nordwest abstürzenden Inselfelsen scheinen einem unentwickelt gebliebenen Centralkegel anzu- gehören und sind älter als alle übrigen.
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Das ganie TDlcAiiiBche System der Liparen ist nach dieser A o- scbaaang ein Mittelglied swischen Central- und Reiben vulcsaen, dessen Bigeathömlichkeit darin besteht, das es keinen Strato- Tutcan als Centrum besitzt nnd dass sich die vulcanische Tha- ligkeit gans auf die Seitenspalten verlegt hat.
1. Die valcanische Thätigkeit aof der Insel Vnl-
caoo vom Anguet 1873 bis Ende December 1874.
Den Krater auf Volcano war man seit längerer Zeit ge-
«ohDl als fast erloschen ed betrachten, da die letzte GniplioD
(wobei er nach Scsopb*) seine jetzige Form erhielt) 1786
Die 'Eraplionen faaden nach einem gewiasea Rjtbmus statt. Zneral beobachtete man wabreod 5 — 7 Hionten elei- gende FQmarolentbätigkeit , iodem unter heftigem Brausea schneller ond in grösserer Menge der weisse Dampf den Spalten entquoll, gewaltige Rancbsäulen bildend. Dann eanh die Thätigbeit larnck, am nach kuner Zeit sich wieder zu Steigern. Gewöhnlich beim dritten Anlanf worden nnter KnalI«D und Rollen Steine nuegeacbleDdert. Von Bolcben Steinen Tand ich das Innere des Kraters (namentlich an der Nordoelseite. vergl. Tafel III.), sowie den sogen. Piano delta Fossa ganz übersäeL
Sie gefährdeten die Arbeiter, welche, etwa 30 an der Zahl, das Robmaterial zur Gewinnung von Borsäure, Salmiak. Schwefel und „Balsaroa di Zolfo" aus dem Krater heraufholten. Es bedurfte der unermüdlichen Thätigkeit des Directors, ain ernstliche Unglücksrälle ta verbäten, nachdem einige Arbeil« durch die fallenden Frojectile leicht verwandet worden waren. Nicht nur liess Herr Picohb einen neuen Weg anlegen, der den fallendeo Bomben weniger ausgesetzt war, er Sberwacble such die Tbäiigkeit des Kraters ond gab mit einer Olocke den Arbeitern ein Zeichen, wenn der Rhythmus der Fumaroleo- tbäligkeit einen Steinregen voraussehen liess.
Am.l. November fiel etwas Asche.
Am 3. November 1873, dem Tage meiner Anweaenbeii auf Vulcano, beobachtete ich heftige Furoaralen thätigkeit, aber keine Steiawürfe.
Jene hielt an bis zum 22. Januar und es fanden auch bin und wieder BodenerschütteruDgen statt.
Am 22. Janaar 1874 bemerkte Herr Piconb am 11; Ubr Abends zuerst eine undulstoriscbe, dann eiue sobsaltorisclie Bodenbewegnng, beide von kurzer Dauer.
Diese ungewöhnliche» Brschülterungeu veranlassten itut am Morgen des 23. nach dem Krater emporzuateigen, uro all- falligen Veränderungen nachzuforschen. In der Xhat zeigte ' sich Folgendea: Die Dampfaua ström nngen waren so heftig, dass das Athmen im Kraler sehr erschwert war. Alle Fums- rolen waren am Rande mit Asche bedeckt. Von der Oetseiie des Kraters erBcbüll ein auffallendes Getöse als Anzeicbeo. dass die unterirdischen Dämpfe sich eine nene Höndnng *"'
3p
Brat am 4. Februar gestatteten jedoch die dichten Danopf- massen, die neue Mdndang wahrzanehmen ond sich ihr zu nähern. Der Dampf entströmte ihr mit einem wahrhaft betäubenden Fe- tose ond Flammen brachen daraus hervor. Sie flackerten und zün- gelten nicht» sondern waren wie angenagelt (^come inchiodata^). Herr Figore beobachtete dieselben bei Nacht genauer. Sie waren theils roth, mit charakteristisch grünem*) SauQie, theils weiss und rothlichgelb. 0er Durchmesser der Fnmarolen- mondong betrug 1- M. Das Brausen und die Flammen aller äbrigen Fnmarolen zusammen waren nicht so heftig wie bei dieser einen neuen.
In den folgenden Monaten verengte sich diese Mündung, aber noch am 31. Juli waren Flammen an ihr bemerkbar.
Bis zum 4. Februar beobachtete Herr Picone häufig nnter- irdiaches Getose, dann verminderten sich die Thätigkeits- äussemngen und zu Ende Juni 1874 schien der Krater wieder in normaler Verfassung zu sein.
Am 1. Juli jedoch machte sich wieder heftiges, andauern- des unterirdisches Geräusch bemerkbar. Am 15. Juli erfolgte ein schrecklicher Schuss (n^QC^ tirata spaventosa^^) und im Laafe desselben Tages zählte Herr Picone nicht weniger wie 300 Stosse, die allmälig an Heftigkeit abnahmen und gegen 6 2 Uhr Abends kaum noch bemerkbar waren. Nach dieser Kraftäasserung trat Ruhe ein; nur alle 2 — 3 Tage wurde noch unterirdisches Geräusch gebort.
Ende Juli 1874 bemerkte Herr Picone im Krater nichts Neues, nur am Abend war an den Flammen, welche früher coottnuirlieh und ruhig aus der grossen Bocca und den im Osten n«o eröffneten Fumarolenoffnungen hervorbrannten, ein
*) BorMure, anf einem Platinblech in die blaalicbe H,8- Flamme gebracht, Terlcibt derselben, wie ich mich iiberseugte, einen grünen Savm, jedoch nur so lange als die Sanre nicht in Anhydrid übergegan- gen ist. Hier sei noch bemerkt (was yielleicht noch nicht bekannt ist), dass die Färbung einiger Salse in der H, 8 -Flamme kleine Abweichun- gen seigt von der Färbung, die dieselben Substanzen in der nicht leuch- tenden Brennerflamme geben. Lithium macht die H,S* Flamme nur am Rande roth. Unreines Strontinmsals , welches die Leiichtgasflamme in- tensiT roth dann gelb machte, eriengte, in die H,S- Flamme gebracht, nur eine gelbe F&rbung.
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intermittirendes Hervorpuffea ' (dreimal alle 5 — 10 Minuten) bemerkbar, wobei sie ruckweise auf- und niederstiegen. Ob auch Steine herausflogen, giebt Herr Picoite nicht an, bemerkt aber, es sei ein ähnliches Phänomen gewesen, wie auf Strom- boli*), nur in gelinderer Weise. Diese Erscheinung findet jetzt noch statt.
Vom 2. August an ertonte aufs Nene unterirdisches Ge- räusch und von Zeit zu Zeit ein Stoss. Von Mitte October 1874 ab horte man das Geräusch seltener; seit dem 23. No- vember 1874 ist Alles ruhig. Vom April bis October 1874 war die Ausbeutung immer noch, wie früher, gehindert. Selbst heute ist die Fumarolenthätigkeit noch nicht ganz auf ihr nor- males Maass zurucitgekehrt. Lava ist während der ganzen Zeit nicht beobachtet worden.
Ein Freund des Herrn Piconb berichtete ihm durch Schrei- ben vom August, dass auf Stromboli ausser der grossen Bocca sich neuerdings zwei andere in Sudwest gebildet hätten, und dass jene Stelle, von der aus man früher den Krater beob- achtete, nicht mehr betreten werden könne. Genauer ausge- druckt, habe sich eine Bocca unter dem „Faraglione*^ gebildet und eine andere gegen Norden, circa 30 M. von der alten.
Soweit die mündlichen und brieflichen (im Auszug ober- setzten) Mittheilungen von Herrn Piconb.**) Ich bin ihm hierfür, sowie für die bereitwillige Zusendung von Aschen- proben zur Untersuchung zu grossem Dank verpflichtet.
*) Dort erfolgt nach Abich (Zeitschr. d. d. geol. Ges. 1857 p. 396) und anderen Autoren alle b — 7 Minnten eine kleine Dampfexplosion, verbanden mit Aufwallen der Lava nnd Auswurf von Projectilen.
**) Nachträglich theilte mir Herr Picone noch mit, dass er sich fünfmal w&hrend der Eruption im Krater befand. Einmal trieb der Nordwind die Dampfmasse nach 8äden. Sie bedeckte den Krater wie eine Mütze und man befand sich unten ganz im Dunkeln. Dabei wurde so reichlich Asche ausgeworfen, dass man hernach von der Kr&mpe eines Strohhutes 1 Kilo sammelte. Ein andermal begann eine Eruption feiner Asche während des Hinnntersteigcns in dem Krater, die Herrn Picone zwang, Mund und Nase su verschliessen und sich zu entfernen. — Er befürchtete einigemal eine Katastrophe ähnlich der von Pompeji.
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2. Besach des Kraters im November 1873.*)
Am 3. November begab ich mich von der kleinen, am uordöstlichen Fass des Kegeis gelegenen, Fabrik nach diesem selbet bioaaf. Ich verfolgte den alten anf der Nordseite auf- wirts fahrenden Weg; der neue sieht sich von Nordwesten her safwärts. Den bereits von Dolomibu erwähnten, in den Abhang des Berges eingeschnittenen Adventivkrater bestimmte ich zn 79>2 M. Meereshohe. Derselbe ist aasgefailt, flach ood hat ca. 100 Schritt Durchmesser. Etwas oberhalb des- selben, anf einer etwas vorspringenden Ecke, zeichnete ich die AoBicht III. Zu ihrem Verständniss ist zu bemerken , dass oDmittelbar neben und östlich vom jetzigen Hauptkegol (1 der Zeicbnong stellt seinen äusseren Abhang dar) sich ein halb- mondförmig gekrümmter Rucken (6) bogenförmig herumzieht. Er ist ca. 500 M. vom Centrum des Kraters entfernt, aber nur anf der Ostseite entwickelt. Zwischen ihm und dem Haoptkegel befindet sich eiue Schlucht (2). Man verwechsle iho nicht mit der — der Somma des Vesuvs vergleichbaren — grossen äusseren Umwallung (mit dem Monte Lnccia), die an 1500 M. vom jetzigen Krater entfernt ist.
Leider konnte ich weder die kleine Schlucht (2) , noch die Lavabank näher untersuchen , um zu constatiren , ob die Hogel (6) als alter Kraterrand oder neue Aufschüttung aufzu- fassen sind. Die Schlucht schien durch spätere Aschenfälle I. Th. ausgefüllt worden zn sein, da die Aschenlagen (unter- halb 3 der Zeichnung) horizontal sind, dagegen discordant mit der Bank 4. In diesen Aschenlagen vertiefte sich die Schlucht dorch Erosion. Gegen Spaltung spricht der Umstand, dass die Schichten rechts und links der Schlucht einander ent- sprechen, z. B. 3 links und 3 rechts. Eigenthumlich erscheint die discordante Lavabank 4.
Vom oben genannten Vorsprung biegt sich der Weg nach Westen um. Man gelangt nach kurzer Zeit zu einer fast ebenen oder sanft ansteigenden Fläche, dem sogen. Piano della Fosea (vergl. Taf. II.) — 215,6 M. über dem Meer. vSie amgiebt den Krater halbmondförmig auf der Nord- und Nord-
*) 1869 beiochte vom Rats Vnicano. Vergl. seinen intereisanten Tagebucbaoatng im N. Jahrb. 1874 pag. 63.
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weBtseilfl. In ihr fährt der Pfad zum Nordwestraad des Kraters.
Ihre Breite beträgt wohl an 200 M. Am äusseren Rund Keigt sie dampfende Fumarolen, reich an Schwefelkruslea and Sublimationen. Sie ist nberaät mit den Projectilen der jüng- sten EmptioD, die eu Hunderten den Boden bedecken.
Noch einige Hundert Schritt and wir sieben am Rande des uogehenren Trichters. Mit Recht nennt ihn DoLOMiBD den Bchoneten und pTächtigsten Krater, den er je gesehen; und Hoffmahn meint, es scheine unmögKch, das voUkommeDere and aierlicbere Modell einer ia sieb abgeschlossenen Vulcan- insel anfcufiuden.*] Ein Blick auf Tafel IL und IV. wird dies bestätigen. Jene eeigt einen Tbeil von Lipari und be- sonders den Krater von Vulcano als Oanaes. Jenseits des Kraters folgt, durch eine tiefe Schlucht getrennt, die Somma von Vulcano. Daran schliesst sieb eine Art Hochplateau, offenbar ein ausgefüllter, grosser, älterer Krater, deeaea erhal- tenen Südrand Monte Aria und Somma dell' Felicicbie bilden. In West und Nordost gehören cu ihm Monte Saraceno nnd Monte Molineddo, der Nordrand ist durch das jeliige Cenlrum, welches demnach jünger ist, serstört. Tafel IV. giebt die Ostseile des Kraters, wie ich sie vom nordwestlichen Rand desselben sah.
Der Krater hat gegenwärtig die Gestalt eines 'aiemlich runden Trichters. Der Durchmesser beträgt oben ca. 900 M-, unten auf der Sohle ca. 80 M. Den Punkt des Kraterrandes, wo ich ceichnete , bestimmte ich mit dem Ooldschhi dt' sehen Aneroid cu 245 M. Meeresböhe; für die Sohle des Kraters, wie sie da« Bild angiebt, fand ich 159 M. Daraus ergiebc sich die Tiefe des Trichters eu 86 M. Der obere Raod des- selben ist aber sehr ungleich hoch and gerade dort, wo icb teichnete, fast am niedrigsten. Nimmt man den auf Taf. IV. mit 1 bflseichneten höchsten Punkt") des Randes als Ans- gangspnnkt, so mag die Tiefe des Kraters gut 150 M. be- tragen.
Unter dem Rand folgen Eunächst schräge Abdachangen
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(3 a. 4) von ausgezeichnet geschichteten Aschen- und TafF- lageo , hie ond da von kleineren Abstarsen unterbrochen. Ihre Böschung nimmt nach unten zu. Dann stürzen schroffe, an 150 Fuss hohe Wände (11) zur Kratersohle ab.
Sie bestehen, wo ich sie sah, aus compacter, massiger, glasiger Lara, welche stark gerundete, klumpige Formen bildet. Hie and da zeigen sich Locher und Höhlungen oder von den Pumarolengasen hervorgebrachte Färbungen und Verwitterungen.
Die Schichten derselben fallen dort, wo der Kraterrand eine .flache Einbiegung zeigt, deutlich gegen den Krater zu, anstatt von ihm ab (bei 7). Die nach aufwärts gebogenen Schichtenlinien zeigen keinen regelmässigen Zusammenhang mit den Schiebten weiter rechts. Nach Poulbtt Soeopb*) ent- steht bei manchen Vulcanen ein Fallen der Schichten nach innen gegen den Krater zu dadurch, dass, besonders gegen das Ende der Eruption, ausgeworfenes Material Lagen bildet, welche parallel der inneren Böschung geneigt sind. Ob das hier der Fall, ob Senkung anzunehmen , bedarf weiterer Untersuchung, da mir diese Erscheinung erst nachträglich auf der Zeichnung auffiel. Figur II. zeigt nichts davon.
In den weichen Lagen sind durch die wässerigen aus der Atmosphäre und vom Krater selbst herstammenden Niederschläge zierliche Erosion srippen entwickelt.
Die Sohle des Kraters ist an der abgebildeten Ostseite ganz eben und liegt daselbst am tiefsten. An der Nordwest- and Westseite ist sie etwas erhöht und unregelmässiger.
Aus einer grossen Zahl von Fumarolen steigen Dampf- säolen in die Höhe. Sie erheben sich weit aber den Rand des Kraters und vereinigen sich oben zu einer compacten Wolke, in die der Wind wechselnde Formen bildet. Sie sind auf Tafel IV. nur klein angegeben, um die Formen der Krater- wandong nicht einzubnssen. Diese Dampfsäulen entquollen ihren uoregeimiässig gestalteten Fumaroienöffnongen mit einem zischenden Ton, wie wenn aus vielen Locomotiven der Dampf ausströmt. Dieser Ton ist etwas verschieden, je nach der Stärke des Dampfstroms, der Richtung der Oeffnung, der Be- schaffenheit des Randes und der Mündung (glatt, eckig, porös, rund, spaltenartig etc.).
*) Volcanos pag. 60.
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Noch BDiieliendor warde dag Bild vulkaniacher Tbätigkeil durch das lebhafte Treiben dar Arbeiter, die soeben den Bteilen Pfad heraufstiegen, die mit dem Robmaterial gefällten Körbe auf den Schultern tr&gend.
Die Gase der Foinarolea des Kraters bestehea vortogsweise ans UfS, H,0 und HCl, welchen Borsätire und Salmiak beige- mengt sind. Ob SO, s. Tb. präexislirt oder auBschtieaslicfa bei der Verbrennung von H^S an der Luft entsteht, igt nicht festgestellt. Anf HCl echliesse icb nus dem VorkommeD von Chloriden in den ausgeworfenen Aschen. Jedenfalls sind darin noch andere Gase (CO, 7 N7) und gelöste feste Sabstanzen enthalten, die tbcils von den Dämpfen mitgeföbrt, iheils durch Einwirkung derselben auf die Fumtirolenwandangen gebildet wurden, allein es ist hierüber nichts bekannt.*)
Man gewinnt aus den Fumarolen Borsäure, Salmiak, Schwefel. Die Alanngewiunnng hat man gegenwärtig fallen lassen, will aber dafür Schwefelsäure fabriciren.
Auf dem Absati rechts (Fig. IV. 9) wurde, wie mir der Aufseher sagte, besonders Schwefel gewonnen; eine der Pnaitc rolen liefert ausschliesslich Alaun. Die links abgebildete Fu- marole war besonders stark , sie erhob sich bedeutend über den Rand des Kraters und es war nicht möglich, sieh ihr zu nähern.
Die Art der Gewinnung scheial, soviel ich beobachten konnte, ungemein einfach in sein. Man wirft lockeres Materi&l (vulkanische Asche) auf die Mündungen der kleineren Fnma- rolen; die Dämpfe streichen hindurch und tigern ihre gelösten, festen Beslandtheile darin ab. So entsteht eine Art cämoD- tirten Conglomer&tes. Dasselbe ist erfüllt mit faserigem Samiak, gejbrothem Selenschwefel , Alaun und schön weisser seideii' gläniender Borsäure. Dieses Robmaterial wird, wenn es mit den Pamarolenproducten genugsam beladen ist, in Gefasse gefüllt und von den Arbeitern auf den Schultern cur Fabrik am Nordfloss des Kegele befördert, um daselbst weiter ver-
*) Ich glaubte Jod, dMseu Auwetenhoit in dea SublimslionBii Boini- HiNN und TOM RtTU erkBDDteTi, könne lieb Tielleicht in den bei der Fa- brication Qbrig bleibenden Matterlnogen finden; Herr Ficone Terneint aber «eine Anwesenheit. Nach Cu. Dkville sollen in den Sablimationi- [irodocien kleine Mengen von At a. P lorkomuMD.
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arbeitet la werden. Ale Herr Trautschold *) den Krater be- suchte, sah er, wie man die Dämpfe einer Borsäare haltenden Fufflarole aof eine sehr rohe Weise in einem Fass condensirte.
In neuerer Zeit machte Herr Pioonb einige Bohrversuche in der Hoffnung, reichere Ablagerungen anzutreffen. Eines der Bohrlöcher wurde in der Sohle des Kraters niedergebracht. Kaum war man in einer Tiefe von 7 M. angelangt, so erfolgte eine Dampfexplosion, die den Bohrer in die Höhe schleuderte. £ine mächtige Furoarole entstand im Bohrloch selbst. Darauf- bio wurde von weiteren Versuchen Abstand genommen.
Die Industrie auf Vulcano hat wechselnde Schicksale ge- habt. Die Schwefelgewinnnng fand nach Spallanzani **) schon Mitte des vorigen Jahrhunderts statt, wurde dann aber unter- sagt, weil man glaubte die bei der Reinigung des Schwefels entstehenden Dämpfe schadeten den Weinpflanzungen auf Lipari. Ungefähr 1790 gab der König von Neapel die £r- laubniss zur Wiederaufnahme der Arbeiten, sie standen aber nach einiger Zeit wieder still, wahrscheinlich wegen mangel- baflem Betrieb. Später gelangte die Fabrik in den Besitz des Herrn Nuhzumtb, der sie in neuester Zeit an Herrn Stevbn- soif, einen Engländer von Glascow verkaufte. Dieser übergab die technische Leitung Herrn Ficone, unter dessen tüchtiger Direction die Fabrication ohne Zweifel einen neuen Aufschwung nehmen wird. Der Borsäuregehalt der Fumarolen soll grösser sein als der der toskanischen. Im Jahre 1860 wurden jährlich etwa 2500 Kilo Borsäure gewonnen, gegenwärtig wird sich die Production wohl gesteigert haben.
Ehe ich zu den Eruptionsproducten übergehe, möchte ich Doch einer Eigenthumlichkeit der Kraterwandung Erwähnung tbun. Ich bemerkte beim Hinuntersteigen in den Krater an den steilen unteren Abstürzen eine Kruste. Sie bedeckt die- selben gleichsam mantelartig oder wie eine Tapete, die nicht feat an der Wand ansitzt. Ihre Dicke betrug, wo ich sie DDtersuchte, nicht mehr wie 1 — 3 Cm., ihre Höhe 40 — 50' und mehr. Schlägt man daran, so fallen grosse Stocke herab ood es zeigt sich ein Hohlraum zwischen ihr und dem Lava- fels. Der letztere war an der betreffenden Stelle nicht auf-
*) N. Jahrb. f&r Mineral, etc. 1874 pag. 63. *^} „Voyages dam les denx Sicile»'^ pag. 136.
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Paust , die ansebnlicliateB erreichten Kopfgrösee, Sie beaitxeo keiae eigeDtlicbe Kruste, sind aber mehr oder weniger toq Muren Dämpfen gebleicht. Im Folgenden beschreibe ich die Haupttypen.
a. Graner, n arege 1 massig weissgeslreifter Liparit. Dichte Jitboidiacbe, im Dänschliff krjrstallini seh -schuppige Grundmasee, mit reichlich eingebetteten H orn hl endekrjs lallen (und .Aggre- gaten derselben), bis zu 1 Cm. lang. Die Handstncke sind durchsetzt von ' theils unregelmässig zelligen , theils regel- mässigeren, langgestreckten Hohlräumen , die durch ihre Ans- fnllung den Stücken das gestreifte Aassehen geben. Alle Hohlräume sind mit weissem, krystalliniechem Quarz (Tridy- \ mit?) ausgekleidet, der dieselben aber häufig nicht ganz ans- fnllt. In den nicht erfüllten Drusen und Nestern finden eich folgende MineraliodividDen :
Qnart,
Hornblende,
Eisenkies,
Magoeteisen.
Der Quarz bildet bis 3 Mm. lange, vollkommen durch- sichtige Kristalle (prismatische und tafelförmige). Einer der- selben, 3 Mm. lang, gleicht vollkommen einem kleinen Berg- krysUll, er zeigt die Flächen von P und xP; letitere sind gestreift. Durch alternirende Prismen- und Pyramideafiäcbea verjüngt sich der Krystall nach unten. Als Einschinss enthält er eine millimeterlange Amphibolnadel, nährend aussen klei- nere Amphibole aufsitzen. Andere solcher (piarze sind von vielen haarförmigen Amphibolen und Magneteisen filzartig bedeckt.
Häufig sind die Hornblenden adeln in den lelligeo Hohl- räumen, wie sich kreuzende Fäden, von einer Wandnng zur anderen ausgespannt, wodurch manchmal eine Art Gewebe entsteht. Die Oberfläche dieser Fäden ist in der Regel dicht bedeckt von kleinen, messinggelben Pyrit kryst Hieben. Aa diesen sind hin und wieder die Oklaederfiächen erkennbar. Auf Platinblech erhiiit, verwandeln sie sich unter Erglühen in dnnkelbrauoe Kügelchen unter Eutwickelong von SO,. I» der Phospborsalzperle und auf nassem Wege geben diese | Kügelcben Eiaenreaction.
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Die Aualjrae der grauea CiruDdiDaBae ergab, nach sorg- rältiger EnlferKuiig der Hornblende mit der Lün^ie, in 100 Theileu gegläbler Sobstaus:
Kieselsänre .... 73,79 EiBenoiyd. . 13.81 l Thonerde . . 3,78 ) '
Kalk 1,43
Magnesia 0,05
Alkalien n. d. Differeaz 7,04
Die drei ersten BealaDdibeitü sind doppelt bestiniDit. Von der Anweseobeit beträchtlicher Mengen Kalis überzeugte iub mich durch Platincblorid. Glübverluat 0,72, davon 0,24 bei 100°; 0,48 cwiscben 100" nnd (ilöblemperatDr.
Diese Analyse zeigt, dass das Gestein Liparit ist, was auch die Betrachtung von Dünnschliffen bestätigt. Man be- ovrkl fiel Sanidin, aber keinen Feldspalb mit Zwillingsslrei- fuug, ferner Mugneteisen (auch haar- und drahtrörmig) ; Tri- dfmit liess sich nicht mit Sicherheit erkennen.
b. Liparitiscbe AuswBrflinge, ohne Hohlräume, aherregel- uäsiig gestreift und gebändert, wie manche Obsidiane. In <li:r Grund masse kommen bis zu 4™ lange Hornblendekrystalle
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1. Ascbe vom 15. Seplembur 1873. Dauer dor EruptioD 2 StDndeo. Sie ist raiD graa gefärbt und besieht aus meiBleas stecknadelkopfgroBseu, etwas abgerundeten Pragmeuteo. Sel- tener sind sie grösser und ecliig.
Obgleich man bereits weiss, dass valcanische Asche nictiU weiter ist als inecbaniscb terkleinerte und durch die Gewalt der explodirenden Dämpfe lerstaubte Lava, so wollte icli mich doch nochmals überzeugen, wie sieb der Kieset Säuregehalt dieser Asche zu dem der obigea Grundmasse der ProjeclDt' verhalte. Ich fand in der Asche 73,08 pCt. SiO^, also den- selben Gebalt, wie ihn die ausgeschleuderten Liparitbomben besitzeu. Auch das Ausgeben der Körner verrätb, dass diese Asche und obiger Ltparit wesentlich aus dem gleichen Malerisl bestehen.
Der Gewichtsverlust beim Olnheii der Asche betrug d,49 pt t.
2. Sand vom 14. September. Dauer der Eruption 3 Stuu- den. Er ist etwas dunkler gefärbt als die vorhergehende Asche; die einzelnen Partikel sind grösser, eckiger, daher dem Liparil im Ansstiben noch ähnlicher. Hin and wieder kommen Schwefel- Stückchen vor, auch von Eisencblorid gelb gefärbte Partie«i) nnd Eisenkies. Qualitativ .wurde ausser SiO^ noch Fe, 0,, AI, O,, MgÜ, CaO, sowie auch deutliche Uengen von K,Ü und Na,0 gefunden.
3. Weisse Asche vom 7. September 1873. Dauer der Eruption 3 Stunden. Während diese Asche aaf der ganzen Insel Vulcano niederfiel, hatten die anwesenden Liparuten das | eigen thnmliche Schauspiel eines nordischen Schneefalles, freilicfa ' an einem Material von ganz anderer Natur.*) Sie ist von den erwähnten Bruptioneprodüctea das interessanteste. Ibre Farbe ist schneeweiss. Bei mikroskopischer Betrachtung über- zeugt man sich leicht, dass man es hier oicbl mit Laven- partikeln zu ihan hat, wie bei 1. und 2., sondern mit einiim kryslallinisch-körnigen, zu Klumpen zusammengeballten Pulver, weiches wesentlich nur aus einem Mineral besteht. Bcstimmti; Kristall formen laaseu sich iwar nicht wabrnebmen, aber die
*) Diese Aeche flel bei ruhiger Luft kaf den Hitnptkegel, »rxl üc Ebene bei der Fabrik und die aSillich de« Kegela gelegenen HOgel. UJeielben vfkren davon gani weiu (imbiancata). Die Dicke der Schicht betrag 3 big 4 Cm.
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weiuB Subataos ist, weil doppelt bracbend, eam grÖBie- ren Xheile kryslnlNuisch. DiCB däntet oiiu scboa daraof bin, dsM diese Aacbe etwas Anderes ist, wie eiae bloss mecbaniecb ■«ratäekelte Lava.
VoD aaweseutlicbea Beimeagangeu finden sich folgende: Nächst grÖBsereu, weissco, festeren Gesteinsbrocken kom- mta andere von grünlicber und rötfalicber Pärbsng vor; ferner kleine dank)« Partikelcben. Etliche davon siud mit dem .Magoel aaaiiebbares Uagoeteisen, andere sind Fragmente gla- liger Lava, vielleicht aaefa Hornblende. Manchmal sind sie w leicht, dass sie aof Wasser scfawimmeo. Ausserdem finden lieh oocb Fragmente einer dunklen nicht glasigen Lava, Scbwefelstückchen nnd in der krjslalliDisch • köruigea Hanpt- D«i]gt) «elteii grössere abgeruadsie Brocken, anscheinend Qnari. Der wässrige Auszug reagirt stark aaoer und enthält S(;hwefelBäare und SaUsänre, von letilerer anscheinend mehr (?). Die Menge des dmrch Wasser Ausgeiogenen betrog 1,37 pCt. Der durch Eiodsmpfung erhaltene Rückstand war dunkel ge-
Eisen; ferner mit kleinen Lava- und Schwefelpartikelchen und verachiedeneD tiesteiiisbrocken.
Dass Kieselsäure ala AschenaoBWurf eiaee Vulkans auf- treten kann, ist meioes Wissens bisher noch uiobt erkannt worden. Dagegen wird von einigen Autoren weisse Ascbe erwähnt.
So berichtet Doloiusd, dass bei dem Ausbruch auf Vul- cano von 1775 (er wird als der letste ausgegeben, wabreud nach Spallanzadi *) nüch 1786 eine Eruption") stattfand) eine weissliche Asche auf Lipari niederfiel. .Auch am Vesuv
onllRn hellirefärblB ARchen. t. R. h« dpr F.runtinn vnn IRÜO
DaiweifelbafleD Ascbennatar mncbl ee einige Schwierigkeit, den gevnbniicben Begriff von Talcaniacher Asche, wie mna ihn in «Jen meisten Lehrbäcbern *) findet, auf die vorliegende «ciawenden.
Die TDlkanische Asche besteht bekanntlich, wie Ck>BDiBR 1813 Dtchwies, wesentlich aas denselben Elementen wie die Lava; «i« ist meeliKniBch veränderte Lava oder Hcuriweg Lavapalver. l(iaD[ie erklärte iich die Bildung dnrch Friction, Mbnard nnd VoBiciDD nahmen eine ZerstBohnng dnrcb die explodirenden Diapfe an, gleichwie aus einem Gewehr abgescbosseDeB Wui«r ia einen Sprühregen feiner Theüchen verwandelt wird. Nncb neaerdiogH wies Rahhblsbero für Vesnvascjie der ErnplioD 1872 von la Cercnta dorch Analyse nach, dass sie nicht) aaderes sei als Lavapnlver.
Bei der weissen Asche dagegen igt wohl kanm an ein ffiKbaDisehes Verthetlungspbäoomen an denken; sie ist im Wfsentlicbea ein chemisches Individaum, welches durch einen
i be- balte isen, larcb -halb
blich biete und
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wenn auch aus Leucil bestehende Aectien lu den Ausnahmen gehören, so ist es doch nicht unmöglich, dass an einem Ort vorwiegend leucitische, c. B. durch mechanieche 8onderuo| entstandene, an anderen Orten die normale Ascbe, wie sie Raukblsbbbo analysirte, niederfiel. Nuch Scacchi*) ist ei bekannt, dass bisweilen (s. B. 1845—1849) Brnptionen von Leu citkr; st allen stattgefonden haben. Er betrachtet sie nicht als Neubildungen, sondern als von allen Laven herslammeod, die bei späteren Eruptionen von Neuem geschmolien wurden.
In all den genannten Fällen handelt es sich um Mine- ralien, die auch in den Laven der betreffenden Vulcane häufig sind (Labrador in Aetnalaven , Lencit in Vesovlaven). Be- kanntlich sondert sich nun beim Niederfallen einer Asche der feinere Lavaslab häufig mechanisch und fallt, vom Winde weggeführt, erst in grosserer Bafemung nieder. Je nach Korn- grÖBSe und Gewicht der Theilcben können tnodilicirte Aschen entstehen, die mineralogisch gani anders tu sammenges etat sind, als sie es anfänglich nahe der KratermSndang waren. Die Beschaffenheit einer Asche wie sie abgelagert wurde, ist also durchaas nicht identisch mit derjenigen, in der sie ans dem Krater ausgeschleudert wurde. An eine mechanische, bereits im Schlot erfolgende Sondernng ist bei denjenigen Mineralien zu denken, die (wie es för einen Theil der Leucite jetil wohl fest steht) im Magma praexistirten nnd von den (lasen emporgerissen, schlacken artig angehäuft und ausgeschleoderl wurden.'*)
Die schoeeweisso Asche von Vulcano dagegen ist gewiss nicht durch mecbaniscbe Scheidung aus einem leretiablen Lavapulver erklärbar. Dem widerspricht die ausserordentliche Reinheit der Suhslanx ; ferner der Umstand, dass sie auf der ganzen Insel mit derselben Beschaffenheit niederfiel, in einer Mächtigkeit von atellenweis 4 Cm. Namentlich ist aber der Tridjimit, ans dem die weiss« Asche hanptsächlich besteht (vergl. pag. 57), nicht als wesentlicher Bestandtheil von neue- ren Laven bekannt; er findet sich in den Trachylen twer ver- breitet, doch nur in kleinen Mengen. In den ungefähr gleich-
*) Zeitachr. d. d. gaol. Ow. 1S79. •*) Vergl. Biia: „D«t Vmdt im April 167-2", id dicMr Zeitschr. 1873, pog. 35.
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zeitig mit der Asche ausgeschleuderten Projectilen konnte ich ihn im Dünnschliff nicht erkennen.
Ich betrachte daher diese Asche als eine Neubildung aus dem Lavamagma oder dem Gestein der Scblotwandung.
Wie die Laven sich nicht eintheilen lassen, so ist es wohl auch mit den Aschen des Fall; die weisse Asche zeigt indessen so viel, dass nicht jede vulkanische Asche als Lavapulver (oder daraus durch mechanische Sonderung entstanden) beti'achtet werden kann. Es erscheint vielleicht am zweckmässigsten, den Begriff der rolkaniscben Asche dahin zu erweitern, dass man alles das darunter begreift, was von einem Vnican aasgeworfen wird, and in kleinen, festen Partikeln zu Boden fallt. Weiter- hin kann man dann anterschoiden :
1) Mechanisch aus Lava, hauptsächlich durch Reibung und Zerstanbung entstandene, gewohnliche oder nor- male Aschen.
2) Aschen, welche durch mechanische Sonderung aus den vorigen entstanden. Dieselbe kann ausserhalb des Kraters durch das verschiedene Gewicht der Theilchen und durch Wind- strömungen erfolgt sein, oder schon innerhalb des Schlotes: Modificirte Aschen — hierher muthmaasslich Labrador- ond Leacit-Aschen.
Zu diesen zwei bereits bekannten Grnppen käme nan eine dritte neoe:
3) Aschen, deren Eigenthumlichkeit die Annahme eines besonderen chemischen Vorganges wahrscheinlich macht, die also als wirkliche Neubildungen, z. B. als Reaetionsproducte der vulcantschen Dämpfe und Gase auf das Gestein der Schlot- wandung oder das Magma zu betrachten sind. Hierher wahr- ftcheinlich die weisse Asche des 7. September.
Ueber den besonderen chemischen Vorgang, durch den die weisse Asche entstand, lassen sich verschiedene schwer zu erweisende Annahmen machen.
Wenn in den vulkanischen Gasen SiFl, enthalten ist, so wird, wenn dasselbe mit Wasserdampf zusammenkommt, nach bekannten chemischen Erfahrungen Kieselsäure und Eieselfluorwasserstoffsäure entstehen, welch letztere sich unter Umständen in Kieselfiuormetalle verwandeln kann.
3 SiPl, + 4 H.G = 2 H,SiFl. + H, SiO, H, SiFl. + R,0 = R.SiPl, + H, O.
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Hierbei entsteht allerdingi amorpbe Kieselsäure, während die weisse Asche grössteDtbeils kristallinisch ist, allein nach St. Clair Dbtillb vird erslere beim Ueberleiten eines Stroms von HCl und Wasserdampf kristallinisch.*) Die Bildung von Flonrkiesel setzt die Abwesenheit von Wasser oder den diBSO- tiirlen Zustand derselbeD vnrans. SiPt, wurde in Puma- 3 rolen seibat nicht nachgewiesen, ängegen* fand Roth**) Pluor- gehalt in gelben Krnsten am Rande von Lavafumarolen des Vesuv.
Ferner kanu die weisse Asche einem natürlichen Auf- scbliessuRgsprocess ihre Entstehung verdanken. Bekannilicb besteht eine Methode der Anfschliessnog von Silikaten darin, dasB man sie in geschlossenen Bohren bei höherem Druck mit
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diesem unerwarteten ErgebDise, als ich das specifieche Gewicht and die LÖslichbeit in kohlensauren Alkalien bestimmte.
Da die Asche, wie oben angegeben, nicht rein iat, son- dern Schwefel, Cbloride und Sulfate enthält, so war es notb- wendtg , dieselbe» 2u entfernen. Nachdem ich die Aache mechanisch sortirt, extrahirte ich sie nacheinander mit Schwefel- kohlenstoff, Alkohol, Wasser uod nochmals Alkohol. Hieranf wurde bei einer Temperatur von 60 — 70" getrocknet. CS, zog tiemlich viel Schwefel aos.
Die Bestimmung des spexifischen Gewichts mit dem Pyk- nometer ergab 2,208; 0. Rosb*) und von Rate fanden (ur deo Tridymit 2,31.
Zur Löalicbkeitsbestimmong wurde eine Auflösung tod 1 Th. trncknem Natriumcarbonnt in 3 Tti. Wasser angewandt und 20 Minuten lang im Kochen erhalten. Nach dem Fillriren und Auswaschen ergab sich ein Gewichts vertust von 6,23 pCt. Der Tridymit ist nach Rosb in Alkalien sehr schwer anflös- licb**), die 6,23 pCl. mögen daher cum grösseren Theil auf Rechnnno von b<>itFemenirler amornher RieselsÄure kommen.
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Pulver aoegebildete Krystalle oder auch nur deutlich begrenzte Kryfttallflächen wafarsunehmen.
Bekanntlich ist der Tridymit durch vom Rath, Sandbbrgbr a. n. an verschiedenen Orten aufgefunden worden, so z. B. in Mexico, im Siebengebirge, im Tracbjt der Euganeen bei Fa- doa, RufSantorin. Als vulkanische Asche hatte man ihn aller- dings noch nicht beobachtet. Fast immer war es aber trachy- tiscbes Eruptivgestein, in welchem er sich vorfand. Begreiflich wird es daher, dass ihn auch einmal ein Vnlcan direct er- zeugen und als Asche ausschleudern konnte, um so begreif- licher, wenn man bedenkt, dass nach O. Rosb'^) TVidj- mit besonders gern aus Schmelzflossen sich bildet, dass er aos Quarz wie aus amorpher Kieselsäure bei höherer Tempe- rator sich erzeugt. Wo anders sind diese Bedingungen besser gegeben als bei Vulcanen und man muss sich nur wundern, dass nicht auch andere Vuicane schon Tridymit lieferten.
Bemerkenswerth ist noch die Massenhaftigkeit dieses Tri- djrottvorkommens (siehe oben), wenn man bedenkt, in welch kleinen Quantitäten (io Spalten und Drusen derTrachyte) bis- her das Mineral auftrat. Besitzt doch manche Sammlung noch kein gutes Haodstuck desselben I
Schliesslich noch eine allgemeine Bemerkung über die be- handelten Producte und ihr Verhältniss zu den älteren Erzeug- nissen des Vulcanokraters.
Herr Prof. J. Roth, der erfahrene Kenner der italienischen Vuicane, machte mich gelegentlich darauf aufmerksam, dass frühere Autoren von doleritischen Vorkommnissen auf Vulcano sprechen. In der That beschreibt Hoffmans**) melaphyr- ähnlicbe Laven vom Mte. Saraceno und säulen- und kugelförmig abgesonderte Augitlabradorlaven von Vulcanelio. Mit Bezug aof Lipari bemerkt er, dass daselbst Feldspath- und Glaslaven den angitführenden gefolgt seien.
Offenbar gilt nun das Letztere auch für Vulcano. Die oeueren und neuesten Producte sind trachytischer Natur und
*) Berichte d. d. ehem. Oea. 1669 pag. 393. , vergl. auch H. Rose : Po66. Ahd. tos. pag. 7.
^) Pooe. Ann. Bd. XXVI. pag. 65.
Die Producte der Tbillgkeit aof VdIcsdo woren Projec- lile, äaode und Aschen; aur Butlecrang von Laia kam es nicbl. Den Reichthum an Aschen bat diese Eruption mit der TOD 1786 gemein, von welcber gleichfaÜB keine Lava er- vtibot wird.*)
Die enegescfaleud erteil Projectile aind Liparite (kieselsäure- reidie Saoidintracbj'te mit Hornblende). In affenen nnd geacblos- ieueo Hoblränmen derselben findet sieb Quan , Hornblende, Eiseekiea and Magneteiaeu. Von diesen hier sweifellos p^roge- tsta Miueralien scheint der Quan (wie auch Roth**) fnr den der Vesavlioniben aonimmt) aus dem Magma, die äbrigen durch ■>ablimatioD entstanden an sein. Letzteres ergiebt sieb dunius, du« sie ibeila anf einauder, iheils auf den Qu arzkry stallen infsilien.
Die Aschen und Sande lerfallen in awei Uruppen: Nor- male graue (aus vertbeilter, zersläubter Lava beatehead), und Atcheo beaonderer Art von schneeweieser Farbe.
Letitere sind vorwaltend Kieselsänre (94 pCt.) mit bei- genieogten Chloriden und Sulfaten von .Alkalien, alkalischen Erden, Eisen, nebst Schwefel, wenig Magneleisen nnd ein- lülueo Gesteiiispartikeln.
Diese Asche scheint eine Neubildung aus dem Lavamagma oder dem Gestein der Sclilotwandung zu sein. Sie ist viel* leiclil durch eioeu Aurschliessungsprocess derselben, vermittelt durch die sauren Gase, bei höherer Temperatur und höherem Drock entstanden.
Der gewöhnliche Begriff der vulkanischen Asche (Lnva- palrer) passt auf die weisse Asche nicht. Gs wäre daher vielleicht zweckmässig, unter Asche (Saud) alles das lu ver-
iiaer Bocca ktun, «o licM« «ich diraas ein ZnMniinenbaiig zwischen den MitB Ventilen der Liparengrnppe folgern. Vnloanu erfahr dinn wäh- nnd drr iweiteu Fbaie nur diu Siömu; der eigeniliche Ausbruch der l,ttpuinun Dumpfe crfulgtp auf Sirumboli. Die vultsniauhc ThütiKkeit hin« diDD nach AbUuf iler crsien Phtie (Miito Fcbrger ISTi) von Vul- riDD ntch Stromboli Bbergeselzt , d. h. voni Ende de) südlichen Schen- kdt der dreialrahligen Liparen-Spnlle cum nordöstlichen. Die erste Phase •"•lle Tonngsweise auf Vulcano, die »weite anf Stromboli Eespicll.
*} Sp*llai<zi:«i. Vojsges dans lei deax Sieiles pag. Iti3. Die letzte U>» (un Nordabhaeg) floii 1757.
**) Vergl. deuen Monographie dea Vesuv pag, 387.
«a
stehen, wa« von eiDem Vulcsn io kisipen festen Psrlikda aosgeworfen wird, und dann zu de» zwei bereits bekannte» (rruppen der Lavapulver uiid der mecbaniscb in- oder aasger- hftlb des Sehlotes gesonderten Aschen noch eine drille Gruppe hinzuiufügen, welche die chemischen Neubildungen (wie x. B. die weisse Asche) in sich begreift.
Die Kieselsäure der weissen Asche ist grögsteutheils niufat die gevröbnliche, sondern Tridymit, was sieb aus der Unlös- licbkeit in AlkalicarbonMen, dem Verhalten im polarisirten Liebt und dem niedrigen speciüschen Gewicbt ergiebt.
Vielleicht bildete sich ursprüngiicb die amorphe Uodifi- cation , welche darch höhere Temperatar and saure Dampfe in Tridymit überging.
Da nach froheren Autoren auf Vnlcano ältere kieselsäure- ärmere Laven vorkommen, während jetzt die Prodacte kieseU sänrereich sind, so sctwiot hier die Eigenthnmlicbkeit des vnl- caniscb-cbemischen Procesaes in einer Anreicbernng bezüglich des Kiesel Säuregehalts lo hesleben. Aas Baeiten sind Acidiie entstanden. Es ist möglich, dass in Zukunft der chemische Process wieder in amgekebrier Richtung erfolgt.
Naohtrag.
In neuerer Zeil bat mir Herr Direclor Picone noch ein Probe weisslicher Asche zugesendet, welche, wie er mir mit theilt, ebenfalls aus dem Krater von Vulcano ausgeacbleudei
4. Icber 4k EiMienlagentHUcB t*b BI Pe4nM JB der PrtviHf Sevilla.
Von Herra Fbrd. RotMER in Breslau.
BI Pedroso ist der Name eine» etwtt ncht geogrsphiscbe WeileR oordöillieb vofl Sevilla in der Sierra Morena gelegenen Siäduben» oder Fleckens. Nnch demselben bat «ich eine GeaellMbaft benannt, welche sich die Ausbentong des in der oäheren nod Treueren Umgebang des Ortes vorhnndenen Eisen- enlagers lallen zur Aufgabe gestellt bat (Coinpaüia de mioas j labrica de kierros del Pedroso). leb hatte im Spätherbst 1S72 and im fräbJHhr 1873 Gelegenbeil, diese Erslagerstättea iu der angenehmen und kuadigeu Begleitung mehrerer Herren aoi Sevilla und Cadix und nameutlicb des Don Antodio M&CHADO, Rektors der Universität Sevilla, dem ich für vielfache wissen Schaft liebe Belekrnng über das Land verpflichtet bin, »eimal in besuchen and die nachstehenden Beobacb langen ober die fragUcheo Erzlagerställän nnd die allgemeinen geogno* »liscben Verhältoiss« za sammeln.
Der Weg von Sevilla nach El Pedroso führt über die KubleDgrnbeo von Villaaaeva del Rio. Um dahin zu gelangen, tabreo wir znoächst einige Meilen auf der von Sevilla nach Cordova führenden Eisenbahn bis zur Station Tocina. Von bier setsten wir tu Pferde unsere Reise fort. Wir hatten au- üchst die fmchtbare Thalsohle des Guadalquivir quer ta diHchscbaeideB und gelangten, nachdem wir das Städtchen Taeinn hinter uns ballen, bald au den hier zwischen boheo Lebmwäoden in lief eingescboilienem Bette rasch dahin fliessen- ito Strom, der mit seinem trüben gelben Wasser einen nicht gerade schönen Anblick gewährt. Wir überschritten denselben •nf einer Fähre. Bald darauf näherlen wir uns'der Tbalwand, «eiche zugleich den südlichen Fuss der Sierra Morena bildet. Kalkige Tertiär- Schichten selzen dieselbe hier, wie überhaupt im Duteren erweiterten Tbate des Gnadalquivirs lasammen.
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Durch grosse Clffpeaster*) (Clgp. gibhoiut M. de Sbrrbs) 0«tr«a crasrnsima Lam. und Hoderc PoHsilien bestimmen sieb diceclbeu leicht hIs miocän. Das untere Thal des Guadalquivir bis gegen Ccrdova hioauf war in der mittlereD Tertiär -Zeit uia vün der alten GebirgsoiAsse der Sierra Morena einerseits und der Berge von Ronda und Jaen andererseits begreniter Meer- busen.
Noch eine kurze Strecke und wir befandet! uns mitteu swisehen den Halden zahlreicher Stcinkoblenscb ächte. Ea isi das Kohlenbecken von Villauaeva del Rio. Aechtes älteres Stein kohlengebirge mit Calamiten, Lepidodandren und Psrru' kräutern. Die groben Sandsteine und weissen Quari-Conglo- mernte gleichen durcfaans solchen von Waldenburg und anderen deutschen Kohlenbecken. Das Becken ist von ganz beschrank- tem Umfang. Es ist eins der ziemlich zahlreichen kleinen Steinkohlenbecken, welche in dem llereiihe der älteren Schiefer- gebirgsmasse der Sierra Morena vereinzelt and ohne Zu- sammenhang untereinander auftreten. Ein anderes lerntet) wir später nördlich von San Nicolas kennen. Hier sind die Kohlen bisher nur durch Bobrangea nachgewiesen, aber bisher nicht ausgebeutet. Das bedeutendste derselbeu ist dasjenige von Behnez, nordwestlich von Cordova, welches neuerdings durch eine Eisenbahn aufgeschlossen, einen grossen Bedarf an Kohlen zu befriedigen im Stande sein soll. Das kleine Becken von Villanueva del Rio liefert bisher nur ein geringes Quantum von Kohlen. Bei einem rege) massigeren und ptanvollerca Bergbau liesse sich aber gewiss die Productiou bedeutend steigern. Oleich nordwärts von den Kohlengruben treten wir nach Ue ber schrei tu ng des schmalen Thaies der Huesaa in das Gebiet versieinerangsloser Schiefer — Glimmerschiefer und halbkrystallinischer Thonschiefer ein. An Aufschlüssen des Gesteins fehlte es nicht, denn wir folgten zum Tbeil der fast vollendeten Eisenbahn, welche an mancher Stelle tief in die schiefrigen Gesteine einschneidet. Es ist dies eine Eisen- bahn, die das breite Oebirgsland der Sierra Morena quer durch-
*) Ein dort gegammcItF« nnd in dem hiesigen Mateum niedergelegte' Exemplar misvt 21 Cm. in der Lansr, 19 Cm. in der Breite und Itl Cm. in der Höbe. Es ie oder lebenden Ecbini
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sehneideod, Andalasien mit Bstremadara verbinden soll. Von Tociaa, wo sie in die Bahn von Sevilla nach Cordova ein- oiändet, bis zn dem Städtchen El Fedroso fanden wir diese Bahn bereits nahezu vollendet, so dass ihre baldige Eröffnung erwartet wurde.
Ein Ritt von fünf Stunden durch ein einsames, mit den mehrere Fnss hohen Stauden von Cistus- Rosen bewachsenes Bergland brachte uns zn der Pabrica, d. i. dem etwa 6 Kilo- meter nordöstlich von El Pedroso gelegenen Hüttenwerke der Gesellschaft. Hier nahmen wir für einige Tage unseren Auf- eotbait, nm die in der Nähe gelegenen Erzlagerstätten zu be- suchen. Einen bequemeren und angenehmeren Mittelpunkt für diese Excursionen hätten wir nicht haben können. Das Hütten- werk ist nämlich am Fusse eines hohen bewaldeten Berg- räckeos im Thale der Hnesna, eines wasserreichen klaren Bergstroms, sehr anmuthig gelegen und bot in der weitläuf- tigeo Beamten Wohnung alle Bequemlichkeiten des Lebens, die man sonst in dem einsamen Berglande weit und breit ver- gebens suchen wurde.
Die in der Nähe gelegenen Erzlagerstätten sind theils solche von Hämatit oder Rotheisenstein , theils von Magnet- eisenstein.
Wir besichtigten zunächst die ersteren, die sich auf der Höbe eines mit Korkeichen bestandeneu, steil abfallenden Bergrückens befinden. Es sind aufgerichtete Lager im Glimmer- schiefer. Die erste Grube, zu welcher wir kamen, heist Juan te Diente. Es ist ein Tagebau auf der Spitze eines bewal- deten Bergkegels. Das senkrecht stehende Erzlager ist hier 4 bis 5 Meter mächtig, in Glimmerschiefer eingelagert und scharf durch denselben begrenzt, von Südost gegen Nordwest streichend. Das Erz ist ein feinkorniger Eisenglanz in dichten Rotheisenstein übergehend. Nur hin und wieder von kleinen Quarzadern durchzogen und selten durch fein eingesprengten Schwefelkies verunreinigt, erscheint das Erz in den grossen durch die bisherige Forderung schon entstandenen Weitungen fast ganz gleichartig Von diesem Hauptaufschlusspuukt lässt sich das Erzlager an dem Abbange des Berges in ungefähr gleicher Mächtigkeit gegen 600 Meter weit verfolgen. Bei dieser Ausdehnung und Mächtigkeit würde sich schon durch
l^iiu A. D. |e»l. G«>. XX VIL 1 . 5
blosseo Tagebau ein ungeheures Quautum Erz aus diesen) ein- zigen Erilager gewinnen lassen.
Nun sind aber in demselben HÖbenzujje noch mehrere äbnliclie Lager vorbanden. Zwei derselben, Rosalina und Monte agudo, hat man auch bereits aaszubeutea angefangeii, aber die geringe Forderung steht in keinem Verhältniss eu der Maasenhartigkeit des Ersvorraths. Die Lagern ngSTerhältDiBee und die Eigenschaften dos Erzes sind deren von Juan tenieole ganz ähnlich. Bei der Grube Monte agudo kann man das En an dem steilen Abhänge des Berges herabstürzen und wird es leicht zur nahen Bisenbahn schaffen können.
Von nicht minderem Reichthum und von grösserem geulu- giscben Interesse sind die Lagerstätten von Magneleisen. I>ie Gesellschaft besitzt zwei Gruben dieses Erzes, Navatacarn und Navalostrillos bei Pedroso. Die eratere ist etwa 3 Kilometer südlich von dem Städtchen ia einem flach hügeligem Land- striche gelegen. An dem Fusse eines Hügels, wenige FnBS über der Thalsohle ist hier ein grosser steinbruchsartiger Tage- bau im dünngeschichteten Gneiss geöffnet, durch welchen das Erz in einer Mäcbligkeit von 6 bis 8 Meter Bafgeschloesen ist. Es ist ein aufgerichtetes Lager im Gneiss. Das Erz ist ein kristallin lach- körniges bis dichtes Aggregat von Magoeteisen. Brauner Granat und grüner PisIsEil (Epidot) sind häufige Be- gleiter des Erzes. Das ganze Verhatten der Lagerstätte erinnert lebhaft an dasjenige von .Vrendal in Norwegen. Kleine Schürfe und natürliche Entblössungen schliossen das Erz an vielen anderen Stellen auf den umgebenden Hügeln auf Offenbar sind hier mehrere Lager desselben vorhanden und es Hesse sieb hier gewiss bei genügenden Atifschlüssen eine beliebig grosse Quantität des vortrefflichsten Erzes durch blossen Tagebsti gewinnen.
Die andere Grube Navalostrillos , etwa 8 Kilometer nördlich von Pedroso gelegen, zeigt weniger deutliche Auf- schlüsse. Das Gestein, welchem das Erz hier untergeordnet ist, ist stark zersetzter dSnugeacbicbteter Gneiss. Gänge von Fegmatit durchziehen denselben. Die handgrossen blättrigen Partieen von schönem lombakbrtiuoem Glimmer, welche msn an der Oberfläche antrifft, rühren aus solchen Gängen bcr. Auch 3 Zoll dicke, plsttenförmige Stücke von hellgrauem dich- tem Feldspath, welche lose in der Oberfläche bemerkt wurden.
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mosaeii von einem gaiigartigen Vorkommen im Gneiss her- rühren. Gaus in der Nähe der Grabe liegen grosse Blöcke voa granschwarzer Hornblende amher. Ihr Aussehen erinnert ganx an dasjenige der Magneteisenstein - Lager von Arendal. Zorn Theil sind diese Blöcke von Hornblende von feinen Schnuren von Magneteisen durchzogen.
Besonders bemerkenswerth sind noch gewisse serpentin- abnliche aud opalartige Massen, welche das Ausgehende des Erzlagers bedecken. Kopfgrosse Stacke von gelbbraunem Halb- opal, lebhaft an den Halbopal von Quegstein im Siebengebirge erinnernd, sind nicht selten. Noch häufiger sind verschie- dentlich gestaltete Knollen von dankelgrauer Farbe und mit ganz mattem Wachsglanz auf dem flachmuscheligen Bruch, welche zuweilen durch die zusammengedrückte Gestalt an Menilit-Knollen erinnern. Zuweilen umschliessen diese Knollen einen Kern von. grünlichgrauem Serpentin. Der Serpentin ist augenscheinlich ein Zersetzungsproduct der das Erzlager begleitenden Hornblende und die Opale sind wieder aus jenem hervorgegangen, wie auch in Schlesien bei Frankenstein und io der Umgegend des Zobten die Opale als Ausscheidungen aas dem Serpentin den letzteren begleiten.
Augenblicklich ist die Erzgewinnung bei Navalostrillos iwar nicht bedeutend, aber es ist nicht zu bezweifeln, dass sieb auch hier bei weiterer Aufdeckung des Erzlagers grosse Massen von Erz darch blossen Tagebau wurden gewinnen lassen.
Nun blieb uns noch die Besichtigung der Eisen gl anz- (iraben übrig. Diese liegen gegen 4t Meilen weiter nördlich bei dem Dorfe San Nicolas. Wir brachen am folgenden Mor- gen dahin auf. Der Weg dahin führt zuerst im Thale der Hoesna aufwärts und lenkt später in ein Nebenthal ab. Hier lyrd das Ansteigen stärker und schliesslich gelangt man auf ein Plateau, auf welchem ein isolirter Bergrücken sich erhebt. Das ist der Cerro de chierro, der Eisenberg. Und in der That, derselbe verdient seinen Namen. Denn sobald man den mit Buschwerk bewachsenen Abhang des Berges hinanzu- steigen beginnt, findet man schon den Boden überall mit faust- bis kopfgrossen Stacken von einem metallisch - glänzenden Eidenglanz bedeckt. Gelangt man aber auf die Höhe, so be- kommt man erst die richtige Vorstellung von der Massen- baftigkeit des Erzvorkommens.
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Eb befindet sich hi«r ein grosserer stein brachartiger Auf' SchlasB, in welcbem oim) den reinen lebhaft metallglänzendeii Eisenglani in einer Mächtiglieit von 4 bis 6 Meter anstehen siehL Weisser krTStallinisch- körniger Schwerspath, welchen man auf den ersten Blick für krysullini sehen Kalk oderUrkalk halten könnte, begleitet das En and bildet snm Thcil kleinere Gänge in demselben. Das ist nun freilich wegen des Schwefel- gefaalts kein angenehmer Begleiter des Eries. Allein eine eigentliche Schwierigkeit kann er nicht bereiten, weil bei der Masseobaftigkeit des ETxvarkommeos reine Partieeo des Ertes
Du aind die verBchiedeaea Eisen ertUgeratStteD , welch« der Pedroso-Oee eil Schaft gehören. Wären dieselben in einem der gewerbreicben Landstriche Mittel-Europas gelegen, so wm- äeo sie langst eine grossartige Eisenindustrie bervorgerufea hsbea. Hier sind sie kaum in ÄngrifT genommen and nähren Dar eine eiacige, wenig bedeutende Eisenhätte. Ist jedoch einmal die vorher erwähnte Eisenbahn vollendet, so kann es wohl nicht ausbleiben, dass dieser reiche Eragchatz gehoben BDd für die Industrie natzbar gemacht wird.
Uebrigens schliessen sich diese Eisenerzlager durch ihre Massen haftigk ei t den anderen Erzlagerstätten auf dem Südabralle der Sierra Morena an, namentlich dem weltberühmten Zinnober- Gsoge TOD Atmaden und den unerschöpflichen Lagern Ton kuprerbal tigern Schwefelkies bei Rio Tinto und an anderen Punkten in der Provinz Huelva. Nimmt man hinzu, dass laaserdero zahlreiche giössere und kleinere Blei- und Kupfer* en-führende Gänge das Gebirge in allen Richtungen durch- liehen, so erscheint diese Gebirgsgegend in der Südwestecke Spaniens als eines der metallreichsten Gebiete Europas und rechtfertigt den Ruf, den das südliche Spanien schon im Alter- tbum wegen seiner metallischen Reichtbümer genoss.
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5. lieber das VvrkeMBCB vob Nöggerathia f*litsi
Stbg. ii den Steukohleigebirge tob Oberachlesiei
BBd aber die WiehtigVeit desselbcB für cioe Pinlleli-
siniBg dieser SebichteB Mit Atsatn tob BöhiieB.
Von Herrn Ottokar FBISTMA^TEL in Breslau.
Hierin TuM V.
Es sei mir erlaabt , an dieser Stelle eioes interessanten Vorbommens einer Pflanienart aus dem Kohlengebirge TOD Oberscblesien tu gedenken, die nicht nur iaieressanl &ls Pflanze selbst ist, da sie bis jetxt noch nicht mit Sicher- heit in der lebeoden Flora ihre aDaloge Form und ihre gani sichere systematische Stellung gerunden hat, sondern auch be- sonders dorch dit Art und Weise ihres Anftrelens. Da sie nämlich in dem Beiirke ihres Vorkommens auf ganc bestiuiiDte Schiebten sieb beschränkt zeigte und immer unter denselben Verhältnissen auf denselben Schiebten auftrat, wurde sie fär diese bestimmten Schichten , folgerichtig auch für die sie ent- haltenden FlÖtzzüge, charakteristisch uDd erwies sich bei der Psrallelisirung der einzelnen sie führenden Scbichtengruppea als maassgebend. Es ist dies nämlich die interessante Art NÖggerathia foliosa Stbq.
Bevor ich auf die Thalsache des Vorkommens in Ober- schlesien übergehe, mnss ich etwas weiter ausholen and vorerst andere allgemeine Verhältnisse betreffs dieser Art erwähnen.
1) Vorkommen der NÖggerathia folioga Stbo. in Böhmen. Wie bekannt, ist die N5g gerathia foliosa Stbg. bis jetzt bloss aus dem böhmischen Koblengebirge angeführt wor- den und galt als eine speciell böhmische Art. Es ist also
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am Bo interessanter, sie jetst auch von einer anderen Stelle kenneD la lernen.
Zoerst beschrieb sie Graf Stbrnbbro in seinem grossen Werke aber die fossile Flora (Vers. d. Darst. einer Flora d. Vorw.) und zwar Bd. I. fsc.'2. pag. 33.; ferner fasc. 4. pag. 36. ttfld bildete sie t. 20. ab.
Doch hat sie Stsbnbbro wohl nicht selbst an Ort und Stelle gesammelt, da die Fondortsangabe eine bloss ganz all- gemeine und noch dazu unrichtige ist; denn er sagt betreffs des Fundorts: „in schisto lithanthreacum in circulo Berau- aensi.' — Non kann sich aber Jeder an dem Originalexem- pUre aberzeugen, dass es dem Gesteine nach nur aus dem Kiadoo-Rakonitzer Becken stammen kann, und es überhaupt in der Umgegend too Berann (sudwestl. von Prag) keine Kohlen- schichten giebt, in denen Noggerathia foliosa Stbo. je auch nur in einem Bruchstücke, gefunden worden wäre.
Diese allgemeine Fondortsangabe ging dann natürlich in die folgenden allgemeinen Werke über fossile Flora über.
So finden wir dieselbe bei Oöppebt in seinen Gattungen fossiler Pflanzen, wo er auf t. 12. f. 1. (Lief. 6 u. 6) aber- mals ein Exemplar abbildet nnd in dem Texte Stbrnbero^s Fondortsangabe citirt. Doch scheint mir das Originalexemplar, das Herrn Prof. Goppert vorlag und von mir in seiner jetzt im mineralogischen Museum in Breslau deponirten 'Sammlung besichtigt werden konnte, aus dem Radnitzer Kohlenterrain zu stammen.
Dieselbe unrichtige Fundortsangabe finden wir dann noch bei UzfOKR (Genera et species plant, foss. pag. 103) und 'auch ScBlJfPEB hat dieselbe in seinem Traite de pal. v^g^t. IL p. 130 wieder citirt, noch dazu mit der Bemerkung ,)esp^ce tres rare^. Dagegen war sie schon 1854 Ettuioshaussn aus dem Radnitzer Kohlenterrain bekannt, und führt er sie in seiner «Steinkoblenflora von Radnitz*^ (p^g* 3. u. 58.) von Wrano- wi tz im sogen. Bfaser Becken an. Doch fugt er nichts Nä- heres über ihre Lagerung hinzu.
Im Jahre 1865 lieferte Prof. GsuiiTZ (N. Jahrb. 1865 t. 3.) abermals eine Abbildung des Blattes und eines dazu gehörigen Prucbtstandes.
Doch erst etwas später erhielt sie ihre wahre Bedeutung. Sie erwies sirh nämlich bei näherem Studium und Vergleichen
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der einzelnen Kohl enablagernn gen in Böbmeo fSr gewisse die- ser Ablagerungen, d. h. für gewisse Schichten darin als cha- rakteristisch, als bestimmend und ermöglicbte anf diese Weise eine Farallelisirang der eiotetnen K oh lenab lagerangen nnter- eia ander.
Zuerst wurde sie im Radnitier Eohlenterrain bäofig gefunden, und hier wurde zuerst ihre Bedeutung erkannt.
Es stellte sieb nämlich heraus, dass ihr Vorkommen da- selbst anf ganz bestimmle Schichten beschräakt sei.
Dazu scheint es mir nothwendig, etwas über die Olie- dernng des Radnitser Kohlenterrains einiuscbalten.
Das sogen. Radnitzer Kohlenterrain ist im 8W. von Prag, näher jedoch an Pilsen, abgelagert nnd besteht aas eiuem grösseren centralen Becken nnd aas mehreren kleineren , die sich um das erstere grappiren.
Die einzelnen Schiebten, die dieses Koblenterrain tu- sammensetzen, ergeben sich folgendermaassen (von oben nacb unten) :
1. Eine bis 20' mächtige Schiebt eines sehr kaolin- reichen Sandsteins, der in der Gegend als Mörtel gebraucht wird und den Localnamen „Moll/f" führt. — Es ist eine ganz ständige, stets an er- kennende Schicht.
2. Thooiger Sandstein und Sandsteinschiefer , wenig mächtig.
Schieferthon, meist weich und kohlenbaltig, bis 8' mächtig; dies ist der Hangend schiefer des Ober- flÖtzes und sehr petrefacten reich. Das obere oder Baaptflöte, bis 6' mächtig. Eins Reibe fester, feiner Schiefer, sogenannte Schleifstein schiefer ; sie besitzen eine wechselnde Mächtigkeit, die jedoch nie 8' übersteigt; aber- mals eine sehr constante , stets zn erkennende Schiebt.
6. Eine gleichförmige körnige Sandsteinlags von circa 2' Mächtigkeit.
7. Das zweite oder untere Kohlenflöts, dnr«h' scbnittlich 2' mächtig.
8. Eiue Reihe Sandsteine, Conglomeratbe und ScbJefer- Ibone ohne Kohlcoflöu.
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Die Schichten 1. 2. 3. 4. bilden zusammen die sog. Ober- flotxgroppe and ist dieselbe besonders charakterisirt durch die ,,MoItyir^^*8andsteine und durch ein zweites Merkmal, das ich alsbald ausfuhren werde.
Die Schichten 5. 6. u. 7 bilden zusammen die sog. Unter- flotzgroppe und ist diese besonders charakterisirt durch die Schleifsteinschiefer.
Die Schicht 8. endlich bildet die sog* kohlen fl 6 tz- leere Grappe.
Das Vorkommen der Noggerathia foliosa Stbo. ist nun auf die Oberflotzgruppe beschränkt und zwar auf das Bereich des Oberflotzes selbst. In diesem sind näm- lich mehrere sogen. Zwischen mittel eingelagert, die sich im Allgemeineo folgendermaassen gruppiren:
1. Obere Zwischemittel : Oberflotzchen und Firstenstein.
2. Mittlere Zwiscbenmittel : Flicka und Schrammflotz.
3. Untere Zwischenmittel: die sogen. Sohlendecken.
Nach den genauen Untersuchungen meines Vaters ist nun N oggeraihia foliosa f^TBQ, fast ausschliesslich auf die oberen und mittleren Zwi sehen mittel be- schränkt und hiermit für die Oberflotzgruppe charakteristisch.
Auf Grund dieser Untersuchungen konnte nun dieses Raduitzer Eohlenterrain auch mit dem Kladno-Rakonitzer in Analogie gebracht werden.
Das Eladno-Bakonitzer Kohlenrevier, das im Nordwesten von Prag abgelagert ist und das grosste Kohlen- revier Böhmens darstellt, gliedert sich ähnlich wie das Rad- nitzer Kohlenterrain, nur dass hier noch ein Flötzzug hinzu- kommt.
Die Gliederung desselben ist folgende:
1. Hangendflötzzug — enthält ein Kohlenflotz, das von der sogen. „Schwarte^S einem Brandschiefer überlagert wird, der permische Thierreste enthält. Dieser Zug ist ohne Zweifel dem Bothliegenden zu- zurechnen.
2. Liegend flotzzng. — Dieser enthält den Kohlen- reichtbum Böhmens and besitzt seiner ganzen Aus- dehnung nach ein Kohlenflotz, das sog. Haupt-
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flÖtt; dieses wird bis 5;' mächtig, vkriirt jedoch in aeioe
lage wii steinen,
Unter dem F BBadige Schiefert h Grundgehirgo auH «weites Flöti
Dm Haupt Oberflötc, einielc HstiBCti für diesei Es sind dies Tom immerbio noch ap
Diese Zwi in der Gegend Theile der ga Reichthum ait ziemlich zahl foliota Stbo., ä flottes beschränkt
Durch dieses nitzer Hanptf] in gleii-bes Nivec Theiie des Kladnc wohl analog dem
Die Aöggeri diesen beiden Abi
Durch iwei i nitter Oberriö Pilsner Ablagerun
Ich habe bei des Moltyrsand ausserdem ist vo eines derselben, n terisirt durch das Körperchen, die d sehen geben, das
Diese beiden auch iro Liegen wodurch dieses n
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Analogie gestellt wird , jedoch zugleich anch mit dem Zage des Uaoptfiotzes bei Ki adno-Rakonitz, da ja letzteres darcb das Vorkommen der NÖggerathia folio8a Stbg. mit der Radnitzer Oberflötzgrnppe auf gleiches Niveau gebracht ist.
NÖggerathia /oliosa Stbo. erwies sich also für die Parallelisirung der westlich von der Moldau abgelagerten Kohlen bassain s als maassgebend.
2. Vorkommen der N 6 ggerathia foliosa Stbg. in
Oberschlesien.
Die Kenntniss von diesem interessanten Vorkommen in Oberschlesien verdanke ich der Einsicht in die reichhal- tige Sammlung des Herrn Goppbrt, deren Einordnung in die Sammlungen des mineralogischen Museums der Universität Breslau unter Leitung des Herrn Robmbb eine für mich sehr lehrreiche und nutzbringende Aufgabe war.
Neben vielen anderen interessanten Petrefacten aus Ober- schlesien fanden sich nun bis jetzt auch drei Exemplare dieser interessanten Pflanzenart vor; sie tragen alle ziemlich genaue Angaben betreffs des Fundortes und des Vorkommens.
Zwei tragen die Etiquette mit der Aufschrift (von Qöppbbt's Haod geschrieben): „Leopoldsgrube in Oberschlesien^^; das dritte tragt die Angabe noch viel genauer und zwar (auch von Göppbbt's Hand): „Vom Lcopoldflotz der Leopolds- grobs bei Ornontowitz in O berschlesien^S
Ich habe zwar bis jetzt nicht Gelegenheit gehabt, mich näher über die Lagerungs- und Qliederungsverbältnisse des Leopold flotzes der Leopoldsgrube zu orientiren, nur sonel ist mir bekannt, dass dieselbe dem sogen. Nicolai er Revier oder dem vierten Flotzzuge der oberschlesiscben Rohleoftotze oder den hängendsten Plötzen angehört. Es ist überhaupt in Oberschlesien sehr schwer, sich in der grossen Anzahl und der grossen Mächtigkeit der Rohlenflötze auszu- keonen; doch genügt in der That die angeführte Angabe, wo- durch also zunächst nur der vierte Flötzzug (Nicolaier Re- vier) in Betracht gezogen werden kann.
Besonders bedauere ich, dass ich nicht angeben kann, ob das Gestein , worauf diese Art aus Oberschlesien erholten ist, einem Zwischen mittel angehört oder nicht — aber ich
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würde nach der Beschaffenheit des Gesteing Behr geneigt sein, zu glauben, daes dasselbe in der Thnt eine Zwiscbenmitleiachicht sei. Dies wird sich wohl später genauer feststellen lassen ; es ist interessant genug, wenn das Vorkommen so genau cod- statirt werden kann.
NÖggeralhia /oliosa Stbo. ist nun auch in Ober- Bchlesien in dem Nicolaier Revier vorgekommen und wird wohl in dem Kohlenbei*eiche Ober* Schlesiens, wenn sie noch von anderen Orten be- kannt werden sollte, von ähnlicher Wichtigkeit für diese Ablagerung sein, wie für die böhmischen. — Ich habe eines dieser oberschlesischeo Exemplare abgebildet (siehe Tafel V.).
3. Folgerungen aus dem bis jetzt Angeführten. Das Vorkommen der NÖggeralhia /oliosa Stbo. in Oberscblesien ist nicht bloss ein local wichtiges, sondern auch mit Bezug aof die Ablagerungen des benachbarten Böhmens.
Wenn wir nämlich berücksichtigen, dass diese An sowohl in dem Ruduitzer Kohlenterraiu als auch In der Kladno-Rakoni tzer Ablagerung einen bestimmten Horizont eingenommen hat und eben dadurch charakteristisch für dieae Schichten und für die Parallel isirungen jener Ablagerungen, in denen sie vorkommt, maassgebend wird, so kann man wobl für die obe rscb lesisch e Art, die mit der höbmischen völlig ident ist, wohl dasselbe annehmen; es wird eich aus dem Gesagten wohl ergeben, dass jener Antheil des oberBcbleeiachen K.oblenterrain s, welcher die Schichten enthält, in denen d\e Nöggeratkia Jolioia Stbo. erhalten vorkommt,' mit den eben betrach- teten Koblonablagerungen in Böhmen, die darcb
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1. scheint mir die Nogg, /oliosa Stbg. neben der eng- liscben Nogg. flabellata L. u. H. die einzig gerechtfertigte Art dieser Galtung. Alle die übrigen Exemplare mit den ein- zelnen langen, parallel gestreiften Blättern, wie Nogg. pdlmae- formis, Nogg. platynervia, Nogg croBsa etc. — wurde ich eher geneigt sein, zn der Gattung Cordaites zu ziehen, die immerhin mit Noggerathia zn derselben Familie geboren mag; denn die Stellung von CcrdaiteB ist ebenso unentschieden , wie die der yoggerathia. Denn es hält wohl schwer zu entscheiden, welche von den zwei in neuester Zeit vertretenen Ansichten: NoggerU' thia sei eine nacktsamige Dicotyle (Geinitz, N. Jahrb. 1865) oder sie sei eine Monocotyledone (Wbiss 1870, Verhandl. des natorhist. Vereins für d. preuss. Rheinl. u. Westf. pag. 63), die richtige sei.
Als das rationellste wurde es mir scheinen , sie gleich hinter den Sigillarien am Anfang der Cycadeen, in einer eigenen Familie der Noggeratkieae anzuführen, wo neben yoggerathia noch Cordaites zu stehen käme.
Im Anscblussf an Cordaitee werden dann die anderen oben erwähnten ebenfalls als Noggerathia beschriebenen Exem- plare mit den langen Blättern als „species incertae^^ anzu- fahren sein.
2. Hess die Gattung Noggerathia (in dem wahren eigent- lichen Sinne) einige Entwickelungsverhältnisse beobachten.
Die echte Noggerathia /oliosa Stbg. hat nämlich keil- förmige abgerundete Blätter , deren runder Rand höchstens geiahnt ist: man beobachtet auch Exemplare mit ganzem Rande, aber feine Zähnelnng ist auch keine Abnormität.
Nun kam seiner Zeit bei Bras ein Exemplar vor, das im Gänsen an Noggerathia foliosa Stbg. erinnerte, aber dessen Rand bis zum Drittel gespalten war. — Dies Exem- plar kam nur einmal bei Bras vor, und zwar in derselben Schiebt, wie die Nogg. f oliosa Stbq.; mein Vater, der dies Exemplar aufgefunden hatte, nannte es Noggerathia int er ' nedia K. FsTM., nm anzudeuten, dass diese Art gleichsam in der Mitte zwischen der nur gezähnten Nogg. /oliosa Stbo. Qnd der ganz tief gespaltenen Nogg, speciosa Ettgh. steht (wenn letztere überhaupt eine Nög gerathia ist). — Siebe Ettingshaüsen , Steinkohlenflora von Radnitz 1854, P»g. 58.
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Später kameo duin bei RakoniU ebenridle mit der Xögg. /oliota Stbo. liemltch lablreicbu Exemplare der sog. A'ögg. inlermedia vor, die denilich seigteu, daaa dieau Art wohl ebenfalls so S oggerathia gebore; sie hat im Grossen miij GaoHD fast dieselbe Blatlform, nnr ist sie etwas länglicher; die Slelloug der Blätter ist dieselbe, aber der Band ist bis lum Drittel, uod maocbmal Docb etWHS weiter gespalten. — Icüi bilde ein golea Exemplar von Bakoniti aaf Tafel V. ab. — Was diese Keste anbelangt, so ist es immerhin gestattet, sie des Verstäadnisses wegen ODter dem obigen Namen be- stehen SR lassen; aber mir scheint nicht, dass sie eine guoi selbst st« tidige Art vorstellt; ich wörde sie eher als eine Va- rietät, die dnrcfa irgend welche Terbältoisse bedingt wnrde, anffaBsen; denn es ist ja sehr leicht denkbar, dass sie tinier gewissen Bedingungen eich nnr kümmerlich entwickeln konnte and dass dann die Zähnelung der y oggerathia /oliota ^TBO. zur lieferen Spaltung wurde, die dann unter der Form auflritt, wie sie durch den Name» Nögg. intermedia K. Fbth. veranschan licht werdeu soll.
Betreffs NÖgg. speciota Eiren. ist es sehr iweifelhnfi, ob sie tu Nöggeratkia gehÖrL
Es würde daher NÖggtrathia auch in morphologischer Betiehnng interessant sein , da sie wohl aus einer tirondforin (yögg. /oliota Stuo.) infolge gewisser Bedingungen eine an- dere Form entwickelte (XÖgg. intermedia K. Fsm. , siehe Ab- bildung).
Farn.-. Nöggerathieae. y oggerathia /oliota Sibg. Taf. V. Fig. 1,
1822. Stbbhbbm, Vers. I. fsc 2- pag- 33.
1825. Stbrubero, ibid. fsc. 4. pag. 36 t. 20.
1841. GOPPBRT, Gattung, foss. Pfl. Heft 5. u. 6. t. 12. f. 1.
1850. U116BB, geiiera et sp. plant, foss. pag. 57.
1854. ErTlNOeHADSBH, SteiukobleuAora von Radniu pag. 58.
1665. Geints, Steinkohlen Deutschlands und anderer Län- der Europas pag. 315.
1865. Gbiditz, N. Jahrb. t. 3. f. 2.
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1870. Weiss, Verband], des naturhist. Vereins fnr Rheinl.
u. Wesif. pag. 63. 1874. 0. Pbistiunt£L, Steinkohlen- u. Permablager. im NW
von Prag pag. 101. t. 2. f. 1.
E» lagen mir drei Exemplare von Oberscblesien vor, worunter besonders zwei durch ihre Vollkommenheit sich aos- zeicboen; das eine habe ich abgebildet.
Das eine Exemplar ist ziemlich gross; es lagen aber nur Auf der einen Gesteinsfläche diese Pflanzenreste, aber ziemlich zahlreich zerstreut. Unter diesen zeichnen sich aber zwei nebeoeioander liegende Blattwedel durch ihre Länge aus; sie sind 10-11 Cm. lang and zählen bis je 7 Blättchen auf einer Seite. I>ie Blättchen haben ganz dieselbe Form, wie die in Böhmen vorkommende Art, sind keilförmig mit gerundetem Rande, der in diesem Falle etwas gezahnt ist; die Nerven lanfen gegen den Winkel zusammen. Die Blätter sitzen alle aJteroirend.
Das zweite, kleinere Exemplar, das ich abbilde, stellt ein Blattwedelstuck von 14 Cm. Länge dar; auf jeder Seite sind 5 Blätteben in alternirender Stellung; das oberste (rechts) ist zerrissen und es scheinen also zwei schmäler zn sein. Die Form ist im Wesentlichen dieselbe, wie bei dem grosseren Exemplare, nur sind sie etwas grosser und breiter, da das ganze Stuck entweder einer älteren Pflanze angehört, oder der QDtere Theil von einem grosseren Blattwedel ist. Ausserdem ist hier der Blattrand ganz deutlich ungezähnt.
An diesem Exemplare ist auch deutlicher die Anheftung der Blätter zu sehen ; es scheint, dass sie nicht eine derartige, dasa die Blätter bestimmt geformte Narben nach dem Abfallen ZDrockliessen.
Das Gestein, worauf diese Pflanzenreste sich erhalten haben, ist ein weicher, thoniger Schiefer, von sehr geringer Coosistenz, so dass er, mit Wasser in Berührung gebracht, bald zn einem Brei wird. — Er ist grau, mit einem Stich ins gräolich-gelbe.
Es ist derselbe Schiefer, wie er auch von der Agnes- Amanda- Orube bekannt ist, wo er ebenfalls zahlreich Pe- trefacte enthält. Allem Anschein nach ist es in beiden ge- oaonten Gruben dieselbe Schieferschicht, und scheint es mir
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Dftch Aliero eine Zwisclieamittelscbicbt zu B«iD.^— Vielleicht dürrto sie für die Parallelisirung uicbt ohne Wichtigkeit sein.
VorkomtneD: Leopoldfiotz der Leopoldgrabe bei Ornontowitz in Oberscblesieo , auBserdem im Radnitzer aod Ktadno-RalEoni tier Kohleogebiet in Böhmen.
Zn dieser Art dürfte dann als irgend ein Entwickeluogs- stadium gehören die
Nöggerathia intermedia K. Fbtb. Taf. V, Fig. 2. 1868. K. Fbisthantel , Beobachtungen über einige fossile
Pflanien aas dem Radnitzer Becken, in Abhandl.
der k. böbm. Oesetlscb. der Wissen ach. t, 1. f. H. 1874. O. Fbibthantbl , >Sieinkoblen - und Fermablager. im
NW von Prag; Abhandl. der k. böhro. Ges. etc.
t. 2. f. 2. pag. 102.
Bhacopterit RaconiceMia S-iVs,, Samml. d. k. k. geol. Reichsdnst. Diese Art habe icb zum Vergleiche mit der "vorigeu her- gezogen und abgebildet, da icb sie ja schon früher als ein EotwickelungsBiadinm derselben erwähnte. Diese ist bis jetzt nur auf Böhmen beschränkt, kam aber in denselben Schichten und Ablagerungen vor, wie die Nöggerathia /oliota Stbg., aber natürlich etwas seltener, namentlich bei R&dnitz. Im Kladno-Rakouilzer Beckea kam sie bis jetzt nur bei Rako- nitz, aber immer in Gemeinscbtift mit Nögg. foHoaa Stbg. vor.; sie ist daselbst ziemlich häufig und in einigen schönen Exemplaren aufgetrelen. Ein grosser Blatlwedel befindet sich im Prager Nelionalmuseum. Ich bilde auch einen ziemlich gut erhalleueii ab und vervollständige dadurch meine Abbildung in meiner letzten Arbeit (äteinkublen - und Permablagerung im NW. von Prag, I, c. t. 2 f. 2.). Icb halte auch diese Art für eine Nöggerathia nnd nicht für eine Farre, es sei denn, dass auch Nöggerathia folioia Stbg. eine solche sei, zu der ich die A ögg. intermedia K. FsTsi. als BntwickeluQgsstadium stelle. (Dafür. dsBs es wohl keine Fairen sind, spricht der Umstand, dass die Nerven an keiner Stelle sich tbeilen und Verästelungen bilden.) Uebrigens muss ich hier ganz ausdrücklich bemerken, dass schon mein Vater diesen Namen
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seiner oben angefohrteu Arbeit aaf pag. 11. Es ist daher irrig, wenn Herr Stür behauptet, sie hätte von roeinem Vater keinen Nannen erhalten. (Verhandl. d. k. k. geol. Reichs anst. 1874. Nr. 11. pag. 275.
Vorkommen: Selten im Radnitzer Kohlengebiet, häu- figer bei Rakonitz mit Nogg, foliosa Stbg.
Anmerkung. Die Eohlenflora von Oberschlesien bietet fiberbanpt verschiedenes Interessante. Hier will ich nur noch ein zweites Petrefact anfuhren, das auch auf dieselben Schichten hinweist, wie sie wenigstens dem Hauptflotze von Kiadno-Rakonitz entsprechen. Ich kenne nämlich auch von der Leopoldgrube in Oberschlesien (also dem Fund- orte der in Rede stehenden Noggerathia) ein Petrefact, das allen seinen Eigenschaften nach auf einen Zapfen hinweist. Aehnlicbe Petrefacten kamen auch nicht gerade selten in Boh- meD vor, und zwar abermals im Radnitzer und Kiadno- Rakonitz er Revier; auch Corda waren sie schon bekannt. Derselbe beschreibt nämlich in einem uuverofifentlichten Werke zwei Arten von Petrefacten unter dem Gattungsnamen Embo- lianthemumy eins mit sechseckigen und eins mit runden ^chappen, deren jede mehrere Sporangien trägt. Lange war ich ober diese Dinge unklar, doch führten mich Goldbbrg's and Schimfbr's Abbildungen von Sigillariaestrobus auf deo Gedanken, dass diese Petrefacten auch nur solche Sigilla- riaestroben seien , wenn auch etwas grosser. — Ich stellte sie geradezu (1871, Sitzungsber, d. k. böhm. Ges. der Wies.: Ueber Fruchtstadien fossiler Pflanzen der bohm. Steinkohlenf.) als solche hin und bildete zwei Arten : Sigillariaestr. Cordai 0. FsTH. (Cobda's Embolianthemum aexangulare) und Sigilla- riaestr. Feistmanteli 0,FsTU. (EmboHanth, truncatum Coelha mit rundeil Schuppen). Beide kamen bei Bras vor; letzterer, der mit runden Schuppen, auch im Kiadno-Rakonitz er Becken bei Rakonitz and Kladno.'
In der letzteren Ablagerung kam dieses Petrefact nur in deoselben Schichten wie Nogg, folioea Steg, und Nogg. intermedia K. Fstm. vor, nämlich in den Zwischenmitteln des Hauptflotzes.
Bei Radnitz bin ich über das Niveau dieses Petrefacts oicbt im Sicheren.
ZciU. a. D. seol. Ues. XXVII. 1 6
Aus Oberacblesien kenne ich iiaa diuselbe Petrefaci mit den raoden Scbappoo von derselben Grube und in dem- selben Uestein , wo NÖgg. /oliota Sibg. vorkam, uäiu- lich von der Leopoldgrube. Es ist wohl nicht irrig, wenn
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6. lieber den bnnten Samlsteiii in den Vogesen^ seine Zasammensetzang nnd Lagerung.
Von Herrn R. Lepsiüs in Berlin.
Hieren Tafel VI.
Die Sandsteine der Vogesen sind deatscherseits stets als ein Aeqaivalent des banten Sandsteins angesehen worden. Diese Ansicht wurde zuerst von P. Mkriah, Hausmai«!! und KsffiBSTElH*) vertreten und durch ihre Autorität in Deutsch- land für immer gesichert. Die Conglomeratscbichten an der Basis der Sandsteine deutete man wegen ihres Reichthums an Purphjrgerölien and ihrer Verbindung mit Porphyren als Roth- liegendes; da aber der Zechstein als Zwischenglied fehlte, wiesen schon die Herren VOK Dechbk, G. von Obtühaussn und H. voa LA Roche in den „geognostischen Uorrissen der Rhein- länder^^ 1825 auf die Schwierigkeit einer scharfen Trennung des Rothliegenden und bunten Sandsteins in den Vogesen hin. Wegen dieser schwierigen Trennung nämlich hatten die fran- zosiscben Autoren das Rothliegende nnd die unteren Sand- steine, welche sie als ^^Vogesen-Sandstein^' (gres des Vosges, gres vosgieu) von den oberen, ihrem „gres bigarr4^% abschie- den, zu einer Gruppe zusamroengefasst: den Vogesen-Sandstein sahen sie als eine dem Zechstein Deutschlands analoge Abla- gerang an ; den gres bigarre dagegen betrachteten sie als ein- zigen Repräsentanten des bunten Sandsteins. Diese Auffassung der Sandsteine in den Vogesen war zuerst von Elie de Beau- xoaT**) angegeben worden und hat trotz mancher Ein-
*) P. MeiiAM, Beitrage snr Geognosie 18*21. - Hausmann, Göitin- ger gelehrte Anzeigen 18^23. ~ KBPBrtsTEiN, in Band V. der Corresp. des wärttemb. landwirihacb. Vereins 18*24.
**) EuE dK BeAVXofiT, Terrains seoondaires du sym^me des Vosges. Annale« des Mines 1827.
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sprücbe*) ihren FUtz in der fraozÖBiscbea Literatur be- hauptet. Die (uiDdesteiiB «beoso schwierige TrenoBog tdii Vugusen-äaDdatein und dem gree higarre glaubte jener Trau- zosische Geologe aus straligrapbiacben Oriindeu rechtrertigen SU können; eine UnterBucbang der Lagerung dieser Sandsleine uamlicb veranlasste ihn in der Äunabme, dasa nach der Ab- lusArniiD dp« Vngesen- Sandsteins die Hebung der Schwan- d die Entatebung der Bheinspalte eingetroffeu ung, welche er in seiner Arbeit über die Erd- iiejenige des „sjBleme du Rbin'^ bezeichnete.") )ei) Namen von L. v. Buch, welcher wenige ie dritte Gruppe seiner Qebirgsrichluogen thein - System" benannt hatte."*) Elie de päter an die Spitie der geologischen Karlen- reichs: die mnBlergühige Beschreibung in OS, wie der ganze vortrefHiche AbschaiU aber Texte zDr französischen Karte , in den vier- jrausgegehen , Sossen aas seiner Feder. t) a allen französiscben Werken ff) die Slellnng Idstein neben dem Rotbliegenden als Endglied
dagegen erbeben z.B.: Voltz, G^ogaosi« de l'AUsce r Ie gr%B bigarr^ de Sonltibad. M^m. <le Strseboiir^ ecripiion g^olog. do la parCie mfridionale de !■ chaim iS3i. ~ OüjkLics d'Hallov, BdII. de 1« «oc. gMog- DnioD pjttraord. & Stratbonrg. — Tod ip&t«reQ Ar- - HiDiicht Dur za erwähnen; Cohtejuii, Descripi »emeDI de Uonlb^linrd t833. KAi'Ho^ir, BechercbeB 51 )be. Anna], des «cien I, Ueber die geognosti»cbea Systeme von DeuiBi^ti'
■ Taschonbncb 18^4. Ein Schreiben an v. I/EOMaAi". 1 de la carw giologiqoo de France par DufbCkov « Tome I. pag. -2u7 ff. IM).
eivben franiösischen Ljteralar über die Vogeaen sied ke: TiiiiHM, Sintistiqae min^ral. et g^olog. du de. ite-Sadne 1S33. ~ Hugakd, Detuription min^ral. ei
■ VoiecGl637. — Dsieos et Kochun -Schli;mbei<:eii. min^ral. da d^part. Haut . Rbin, i vol. 1867, ein«
iE Billy, Carte gidiog. du d^part des Vosges ISäU ILT, Esquiite de la g^logie du dn ä6p. de« Voige«- pi, minäral. et g^ol. du d^part, de la Moaelle itibS-
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der paläozoischen Reihe festgehalten, während die mesozoische Zeit mit dem gros bigarr^ begann.
Dentscbe Arbeiten nber die Vogesen liegen seit jenen ersten obengenannten Werken noch nicht vor; selbst nah be- nachbarte Geologen berücksichtigten wenig dieses Gebiet, ob- wohl doch die Vogesen far die angrenzenden Gebirge interes- sante Vergleichungspnnkte darbieten. Nur in einem Punkte machte sich franzosischer Binfluss bemerkbar: die „r^volution da Systeme da Rhin'* fand ihren Weg über den Rhein, sodass wir der Annahme von der Hebnng der Schwarzwald-Vogesen nach der Ablagerung des Yogesen-Sandstein als einen letzten Rest jener längst aufgegebenen BBAüMOKT'schen Theorie auch in deutschen Werken zuweilen begegnen.*} Bei genauerer Untersuchung des bunten Sandsteins im Schwarzwald wird diese Annahme bald wegfallen, ebenso wie sie für die Vogesen an haltbar ist.
Anknöpfend an die Untersuchungen von Gombbl und Weiss über die Sandsteine der Hardt und des Saar- und Moselgebietes**) geben wir die folgende kurze Besprechung der Zusammensetzung und Lagerung des bunten Sandsteins in den Vogesen. Aus der Arbeit Ton Wbiss entnehmen wir für den oberen bunten Sandstein, den gr^s bigarr6, die Bezeich- naog „Voltzien-8andstein^% erinnernd an den Pflanzenreichthum dieser Schichten; gerade im Blsass muss der Name des Man- nes dem Andenken bewahrt werden, welcher durch seine um- fassenden und eindringenden Beobachtungen die Berge seiner Heimath der Wissenschaft erschloss.
Während die ganze Sandstein-Ablagerung in den Vogesen unterhalb gegen das Rothliegende durch die constant auftre- tenden Dolomit-Bänke, oben gegen den Muschelkalk durch die fosailreichen Wellendolomite scharf begrenzt ist, finden wir in
carte en 1 : 80,000. — Daubr^b, Descript g^olog. et min^ral. da d^part. üa Bas-Rbin iS5*2. carte cn 1 : 80000. — Farisot, EaqaisBe g^Solog. des enTiroDi de Beifort. M^m. de la aoc. d'^mulation de Montb^liard 1863, *-i §Ärie, 1 vol.
*) Ana den Heften der „Beitr&ge aar Statiatik der inneren Ver- waltnng dea Groiaheraogth. Baden*'; z. B. 11. Heft: Geologische Be- Khreibaog der Qegend von Baden Yon Sandbkrgrr 1861. pag. 20. ff.
**) QüaiiL, Qeognost. Verhältnisse der Ffalx 1865 — Weiss, Trias aa der Saar, Moael etc. in dieser Zeitachr. Bd. XXI. pag. 836. 1869.
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derselbm nur einen Homont, den iea Vogesen-Conglome- rats, wie wir eine im oberen- Vogesen^Sandstein überall aniu- treffende Zone von Conglom erat- Bänken nennen wollen. Durch diesen HoHiont können wir die Sandsteine in «wei Gruppen trennen; den nntcren bnnten oder Vogeaen- Sandstein onter dem Conglooierat , nnd den oberen bunten oder den Volliien- 'Sandstein aber demselben.
Das Rottiliegende bat in den Vogesen Porphyre cur Buh. deren Tuffe, Cnnglomerate und Breocien bedeckt werden von grobkörnigen , un reget massig geschichteten ^iandsteineo. E» erreicht eine Mächtigkeit von 100 bis 150 M. wie im Weiler- Thal, anf dem Weslabbange des tiebirges bei 8t. Di^ ond in 'Süden bei Beifort. ^fuIden^örInig gelngert keilen sieb die RothliegondeD-Scbichten unter dem Vogesen -Sand stein au», sn dass dieser als eine continulrlicbe Decke ebenso wie über die Gneisse, Granite und Grauwacken auch über die Rnl h liegend en- becken sich hinbreitet. Die Sandsteine des Roth liegen den unterlagern den Vogesen • Sitndatein concordant und kÖonleii von diesem kaam abgetrennt werdnn, wenn nicht ein conslanlei Horizont von Dolomit-Bänken eine sichere, wenn anch künst- liche Grense darböte. I>enn die Arcose • artigen Sandsteine des Rothliegenden gehen meist ohne wesentliche Aenderun| noch über den Dolomit - Horizont fort'); sie enthalten ontei
*) Slk DK Brauiiuit, Eiplic. vert par le gr%« rtos Voigpi, äint il n'eet qa'ane modilicalian". Anrl D^iiiiHti! niid die anilercn französischen Geoltigen iegcn grotses üeuiiti anf tlieee innige litliulugiicbe uml stratiKrapliiB^b« Vi^ibindung uniicbei Rolhliegenilem und Vogesen -6 and mein , da »ie der ersle AiiEto»B lu de Annnhme war, den Vogeaen-Sandilein inr Dyni za rechnen Wenn ki nun den Vogeser -Sanilatcin als unteren bunten Sandituin aasehrn , 'i bleibt iroiner noch die schwierige Trennung zwischen Bothl legendem nci Vugeseti- Sand stein bestehen; oder vielmehr man moHG einrännicn , ilai die Sandsteine und Canglomerate (Ich Ruthlieg«nden hiet ddf eine Vui Btufe, etna die ersten zusamniengeschweminleD Strand bildungeo zn de nachrolgenden mäthtigen Sanditeinnblagernng gciveien einil. Der Zech stein fehlt; wenn wir daber diese antcralen Sandsteins über den Fui phjren uqd Parphjr-TrBiDinergeiteiaen wegen ihrer Forphyrgeröll« noc bis mm Doloniil-HorJEont als Rolhliegendc« ansehen vollen, mUaaen wi
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dieser Zone freilich einen grosseren Reicbtbum an Porpbyr- (ieroUen, sodass sie local suweilen coogloroeratiscb werden; doch findet miln noch aber den Dolomiten genug Stucke von Porphyr, krystalliniscbem Schiefer, Gneiss und anderen Ge- steinen im Sandstein eingelagert. Erst in der oberen Stufe des Vogesen-Sandsteins, weiche jedoch von der unteren dareh keine scharfe Grenze getrennt ist, herrschen die QuafzgeröUe allein. Trotz solcher Uebergänge zwischen den Sandsteinen des Rothliegenden und des Vogesen-^Sandstein müssen wir uns daher an diesen Dolomit - Horizont als Grenze halten ; man findet ihn allenthalben im oberen Rothliegenden i im Becken von Beifort haben die Bänke mit Dolomit-Knauern sogar eine Mächtigkeit von 7,6 M. (siehe Parisot I. c. pag. 8. u. Dblbos I. c. I. pag. 214.)«
Doch ist es unmöglich, diese Dolomit- Ausscheidungen etwa als Aeqnivalent des Zechsteins anzusehen, wie es von maochen Geologen geschehen ist*), da niemals Versteinerungen darin entdeckt wurden , noch der unmittelbare Zusammenhang dieser Dolomite mit den charakterisirten Zechsteinbänken bei Heidelberg wegen der zwischenliegenden Rheinspalte erwiesen werden kann.
Ueber dem Dolomit-Horizonte beginnen wir den unteren bonten oder Vogesen^Sandstein. Die tiefere Stufe desselben, welche noch nicht mit den für den Vogesen-Sandstein charak- teristischen glitzernden Quarzsandsteinen beginnt, sondern tbonreiche, dunngeschichtete Bänke enthält, ist nicht so gut als die obere Schiebten folge aufgeschlossen, weil sie, un- braochbar als Baumaterial, nicht in Steinbrüchen abgebaut wird.
Am besten werden diese Schichten sichtbar in dem Hohl- wege 9 welcher vom Bergstädtchen Saales bei St. Die den Voymont hinauffuhrt, hart an den neuen Grenzsteinen entlang.
In der Tbaleinsenkung zwischen dem Voymont und dem Climont stehen Felsit - Porphyre und deren Tuffe an; daiiber lagern sich bis zur Spitze des Voymont folgende Schichten:
1. Grobkörnige Sandsteine des Rothliegenden ; darin zahl- reiche Porphyr - Gerolle , auch Stucke von krystallinischen Sohiefern, von Gneissen and anderen Gesteinen; starke Bin-
. *) i, B. Qliibbl. 1. c. pag. 43.
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lagerungen vnn dünngeschichleten, dunkelrothen Tb on schiefern. Etwa 80 M. mäcblig.
2. Dolomit - Horiiont. Dieselbeo SaDdsteine wie in 1. Von Dolomit - Kaaoern oad schwachen Dolomit- Banken darrh- sogen; in den Hohlräumen Dolomit-Krystalie. Daneben viel SiO^ angeschicdeu, meist als Chalcedon, laweilao als Qnari. 4 bia 5 M. mächtig.
3. Die grobkörDigen Orusssandsteine von 1. seteen über den Dolomit-Horizont noch etwa 70 M. im unteren bunten Sandstein fori. Das Kom deredben besteht aoe wenig abge- rondetcD Quarz- und Feldspathslückcbeo , welche durch ein thoniges Bindemittel in uit regelmässig geschichteten Banken lose vereinigt sind; dazwischen fügen sich häufig dönngeschicb- tete Thonschiefer ein. Häufig zeigen sich noch ForphjT ntid Qoarz in Gerollen und eckigen Stücken.
4. in den nächsten 50 Meiern werden die Sandsleine feinkörniger und fester, häufig sind sie durch daokle Mangao- flecke getiegert'); viel thoniges Bindemiltel und T hon schief er- einlagerungen. Glimmer in grosser Menge, besonders auf den ScbichtSächen angehäuft. Porphyr- Ein sc blässe werden seilen, meist Quarigerölle, Diese Schichten gehen ohne bestimmte Grenze über in di«
5. obere Stafe, den typischen Vogeeen-Sandatein. Glitaem- des Quarzkorn, dickgeschicbtete Bänke; nur Kieselgerölle. Etwa 120 M.
6. In den mächtigen Quadern auf der Spitze des Berges häufen sich die Quangerölle zu einem conKlomeraUecben Sand-
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des Vogesen - Sandsteins gut zu beobachten am Schlossberge Wiodstein im Jagerthale bei Niederbronn. Am Eisenhammer im Thale steht Sjenit an. Darüber folgt:
1. Syenit-Grass mit eingemischten Porphyrstucken. 1 M. micbtig.
2. 1,5 M. rothliegender conglomeratischer Sandstein mit Arielen Gerollen.
3. 0,5 M. Dolomit -Bank, eine durch Dolomit und dolo- mitiscbeo Kalk cementirte Breccie von Porphyr-, Quarz - und anderen kleinen Oesteinsstucken. In den Hohlräumen Dolo- nn't-Krystalle. Dolomitknollen bis kopfgross.
4. Unterer Vogesen-Sandstein , 100 M. Zuerst grobkör- niger Sandstein mit vielen Manganflecken ; dann feinkornige Tboo- ond Kaolin - reiche matte Sandsteine, dünngeschicbtet mit Tfaonscbiefer-Zwischenlagen.
In den Felsen der Ruine und in losen Blocken am Ab- hang treten neben den thonreichen Bänken schon glitzernde Qaarzsandstcine auf, den Beginn der oberen Stufe des Vo- gesen-Sandateins anzeigend. £rst weiter westlich ins Gebirge bioein trifft man die hoherliegende Conglomerat-Zone an.
Im Breuschthal, wo die oberen Sandsteine ihre bedea- teodste Mächtigkeit erlangen, tritt diese untere Stufe des Vo- geaen - Sandsteins mehr als im Norden und Süden zurück. Daselbst sieht man diese Schichten etwa 50 M. oberhalb des Porpbyrkessels der Niedeck an der Strasse nahe dem Forst- haos. Dann drüben am Kappelhof unterm Katzenberg; hier zeigt der Quellenreichthnm die Grenze zwischen beiden Stufen an: denn durch die porösen Schichten des oberen Vogesen- Sandateins sickert das Wasser leicht hindurch bis auf die tbooreichen Bänke der unteren Abtheilung, auf denen es berTorqnillt.
Diese Stufe des Vogesen - Sandsteins schliesst sich also in litbologischer Hinsicht mit ihren unteren Bänken an die grobkörnigen, lose aufgeschütteten Sandsteine des Rothliegen- <ieo eng an; hoher hinauf gewinnen feinkörnige, glimmerreiche TboQsandsteine die Oberhand, sodass die Schichten häufig dem oberen bunten Sandstein petrographisch nicht unähnlich wer- (ieo. Endlich zeigen sich häufiger Kieselsäure-reiche Bänke zwischen den matten Thonsandsteinen , andere als Qnarzgerolle «erden sehr selten, bis schlissHch an verschiedenen Orten, in
verschiedener Höhe, ia «llmälig^in Ueber^nge, die reinen Qo^rseandileiDe des echten Vogeaen- Sandstein Torheirschen und die tneite Stnfe des bunten Sandsteins beginnt.
Die besten .Aurs<-hlÜ9se für den typischen Vogesen-Ssnd- stein finden wir in den grossen Steinbrü<-hen des Breascli- ihales ; in dem Brnche am Bergabhang, oberhalb Matiig, geg«n Diensbeim bin au linken PInssufer sind folgende Schiebten angebrochen, in anlerst:
1. 5 M. mächtig, Quarzsandateine in dicken Schichten, grobes krystallinisches Korn, sehr fest i usam menge fügt , bvi Verwitterung in Sand lerfallend. Meist abgerandete QarskörDer, selten Glimmer; daneben kleine Stückchen von lerselstem Feld- spath. Die Poren swischeti den Körnern secandär mit wiri- ■igen wasserbellen Qnarakrjslatlen ausgekleidet, sodass der Sandstein in der Sonne stark gliliert. Daneben Kömchen tod zersetstem Peldspath; seilen ein weisses (ilimmerblät(cb«u. Meist durch Bisenoxyd stark roth gefärbt. AnT den Schicht- Härhen schwache rothe Tlionlagen, „Krnste" oder „Leber- stein" von den Arbeitern genannt. Häufig Thnngallen, welche stets weich nod ohne -SiO^ • Ueberiug sind. Selten gerollte Kiesel, mit wintigen Qnarafacetten secundär nberaogen.
2. 0,2 M. reinkörniger Sandstein; die Scbichtfläcbe i»t mit „Wellenrorcheti*' bedeckt; nur wenig Tbon in den Thälem der vorspringenden Furchen.
3. 6 M. dünnschichtiger Sandstein, mit mehr oder we- niger Thoncement; nur einzelne Bänke glitzernd darcb die secundären QnarakrystBlIe. Belle dünne Thonlagen awischen den Schichten.
4. 0,1 M. der gleiche Sandstein wie in 3. Die Scbicht- fläcbe mit „Trocken leisten" („bonrrelets polygonanx") bedeckt. Es sind dies leisten form ige Wülste in nn regelmässigen polygn- ■alen Pigaren sich kreuzend, zwischen denen sich rolher Thon
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10. 2 M. dunngeschichteter marber Sandstein, viel Thoo- cpment, ohne Kiefie).
11. 25 M. nicht mehr durch Steinbruch aofgeBchlosBener Abhang. Der Qaarzsandstein mit secundärem Kieselsäure- »bsati herrscht vor gegen die matten Thonsandsteine. Die gerollten Kiesel werden gegen oben immer häufiger, bis za den
12. Conglomeratbänken. 10 M. wenig Sandsteinmasse zwischen den angehäuften Rollkieseln ; die Kiesel bestehen nur ans Quarz and dessen Varietäten. Die Kiesel und Sand- steinkdrner überzogen mit einer feinen Hülle von lichten Quarzkrystallen.
Geber diesem Konglomerat beginnt der weichere Yoltzien- »andstein; daher fallt die Kuppe des Berges allseitig flach ab, während der Abhang unter dem Conglomerat wegen der grösseren Härte der Schichten steil aufsteigt.
Dieses Profil zeigt, wenn es auch nur einen geringen Theil des Vogesen •'Sandsteins durchschneidet, genügend die Natur dieser Ablagerung; nur die Wellecfurchen und Troeken- leisten sind diesem Horizonte eigenthümlich , sie kommen in den tieferen Schiebten nicht vor.
Die Qaarzsandsteine mit secundärem Kieselsäure-Absatz charakterisiren diese obere Stufe des unteren bunten Sand- steins; sie rechtfertigen den Localnamen „Vogesen-Sandstein^^ Jedoch ersieht man aus dem Profil zugleich, dass diese eigen- tbomlicheo Schiebten nicht einzig und allein die obere Stufe bilden, sondern nur vorwalten, da die feinkörnigen matten Saadsteine mit thonigem Bindemittel, wie sie die Voltsien- Sandsteioe aasammensetzen, durchaus nicht fehlen, doch sind reine Thooschichten nicht häufig, nur schwache „Krusten^^ irennen die mächtigen Bänke.
Die Kieselsäure ist in den Poren des Sandsteins niemals ia so grosser Menge abgesetzt, dass derselbe seine Porosität verlöre und ein Quarzit entstände; sondern die Quarzkry Stall- chen öberkleiden nur die Oberfläche der Kiesel und Körner. Das färbende Bisen oxyd liegt frei zwischen den Körnern und die Sickergewässer circuliren ungehindert durch die Schichten. Durch Verwitterung zerfällt der Sandstein leicht in Sand. Der Kieselsäure- Absatz reichte nicht hin, KlQfte und Hohlräume im Gestein auszufüllen, eher noch finden sich Adern von Baryt
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hiDaufgeben ; gerade io der unteren Stufe des Voltzien-Saod- ateius, d. b. in dem etwa 100 M. mäcbtigen Scbicbtencomplex äb«r dem Conglomerat'Horuont ist es uumoglicb, eine solche (ireuze festzuhalten. Daher wurde denn die Grenze zwischen dem gres vosgien und dem gr^s bigarre auf den französischen Karten und Profilen nach Bedurfniss bald höher bald tiefer gelegt, während wir in den betreffenden Werken kein Wort ober bestimmte Grenzmarken hören.
Wenn mau die Sandstein- Ablagerungen in den Vogesen eingehender untersucht hätte, wurde man erkannt haben , dass jene mächtigen Couglomerat- Bänke, welche wir allenthalben im Gebirge im oberen Vogesen-^-andstein begegnen, z. B. auf der Spitze dos Schneebergs, auf den Höhen über Mutzig, auf dem Odilienberg und Mennelstein , auf dem Hohnack, in den Felsen um Philippsburg, und an anderen Orten, nicht wie die schwachen Striche von Qnarzgeröllen in den unteren Schichten nur locale Bedeutung haben, sondern einen durchgehenden Horizont einhalten, welcher für die Bintheilung der Sandsteine und far eine Vergleichung derselben an verschiedenen Punkten des Gebirges von grosser Bedeutung ist.
Betrachten wir das angeführte Profil am Mutziger Stein, 80 sehen wir, dass in den mächtigen, unteren Bänken nur locale Biulagerungen von Qnarzgeröllen eingeschaltet sind. Erst oben auf der Höhe des Berges treffen wir Bänke, in denen die QuarzgeröUe dicht aufeinander gehäuft ein wahres Conglomerat in einer Mächtigkeit von circa 10 M. bilden; durch ihr reicheres Kieselsäure -Cement trotzen sie länger als die Nachbarbänke den Atmosphärilien, so dass sie meist weit aus dem Abhänge hervorragen, bis ihre eigene Last sie herab- bricht. Ueber diesem Horizonte verschwinden die QuarzgeröUe fast gaoz in den Uebergangsschichten zum Voltzien-Sandstein.
Am Heiligenberg, weiter hinauf im Thale der Breusch, ist die obere Grenze der Conglomerat - Zone eine ebenso scharfe; kaum zeigen sich QuarzgeröUe über derselben am flachabfalleuden Hang unterhalb des Dorfes. Die gleiche Beobachtung machen wir im Kronthal , an allen aufgeschlos- senen Punkten im weiten Becken von Mutzig, und überall im nordwestlichen Kamme. Wenn man eines der schönen Qoer- tbäler dieses Kammes oder des Bitscher Landes hinaufsteigt, 80 durchschneidet man Anfangs die groben Quarzbänke des
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Ueber diesem Coaglomerat begianeii wir den oberen buoteo oder Voltzien - Sandsleiu. Mau kann denselben nach der petrographischen Beschaffenheit in zwei Stufen eintheilen, da Aofangs noch die Quarzsandsteine des Vogesen- Sandstein neben den thonreichen Bänken auftreten, erst in der oberen Abtbeüuug die hellen dünngeschichteteu Tbonsandsteine und TboQschicbten allein herrschen ; auch liegt der Pflanzenreich- ihum des Voltzien - Sandstein erst in der oberen Stufe, unten sind Pflanzenreste noch nicht häufig.*)
Profile für die untere Stufe des Voltzien-Sandsteins finden wir wieder am Besten im Becken von Mutzig; so in den durch ibre fossile Flora berühmten Steinbrüchen von Sulzbad, von deren Schichten VoLTZ folgende Uebersicbt giebt **) :
1. Muschelkalk, en haut de la carri^re beaucoup de co- quillages littoraux appartenant a ce calcaire^ et point de plantes.
2. Gres bigarre superieur 15 M. röche argileuse aveo^e petiis bancs de dolomie, sans coqnillages, mais beaucoup de plantes et un peu de crnstaces.
3. Gres bigarre moyen 35 M. le passage du gres bigarre au gres vosgien dans la carriere.
Vi dt58 diese Zone mehr einem conglomeratischcn Sandstein als ein Con- glomerat, wie wir es ana dem Breusch-Thale kennen, darstellt. Die mir Ton Herrn Professor Eck ans Stnttgart freundlichst gemachten Mitthei- liingen bestätigen meine ans eigener Anschauimg gewonnene Ansicht, <i«sf die Bnnt-Sandstein-Formation des Schwarzwaldes sowohl in ihrer Gliederung wie in ihrer Lagerang völlig mit der gleichen Ablagerung in £0 Vogesen äbereinstimmt, was gerade in der Umgebung von Baden- Bftden am Besten wahrzunehmen ist. Erst die zur Tertiärzeit entstan- dene Bheinspalte trennte was sich vorher als eine zusammende Decke aber das atkdwestliche Denuchland ausbreitete. Sandbkrgbii (I. c. pag. 18 ^^^ '21) und die anderen Bearbeiter der Schwarzwald- Aufnahmen verthei- digen noch die £lik de BüAUMOifr'scbe Trennung des Vogesen- und Voitiien-Sandstein durch die Revolution des Systeme de Rhin.
*) Im Vogesen-Sandstein ist nie eine Spur eines Organismus entdeckt ' worden, wenn man den Abdruck von Spirifer tpeciosus ausnimmt, welcher i>cb in einem Qaarzgcröll auf secnndärer Lagerstätte gefunden hat.
**) In den M^m. de la soc. du Museum d'hist. nat. de Strasbourg, ^mti IS35. VoLTz, Notico snr la gr^ bigarrd de Sonltz-les-Bains, «0 er pag. -2 sagt: „le gr^ vosgien, pue je consid^re comme dtaut le %^u bigsrr^ inf^rieur.
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4. Gr^s bignrre inferieur = gras vusgien.*) Mo. 3 und 4 etullen unsere untere Stufe des Vultzien • SandsUin dar, da sie über dem Conglomerale liegen; es sind ebeu dies in petrographiscber Beziebang UobcrgaDgaacbicbten von dem Quan- eaudsleiu des uuleren lam ThoDsandatein des oberen bunten Suadsteina.
Im gleichen Horiionte wird der Steinbruch am Berg- abhaoge aördliuh des Flecken Hutiig gebrochen; es sind Schichten, welche über dem Konglomerat dea Muttiger SteiLS lagern und nur durch eine NS.-Verwerfung Ju eine tiefere Lage versetzt sind. Zu unterst an der Strasae befindet sich:
1. I M. gelber Sandstein, mit Kieselsänre - Aussoheiduu- gen, besonders viel Karneol; kleine Quarzkryalalle allenlhalbeu in den Hokiräumen.**}
2. 0,15 M. Schlammaaiidacbicbt; grauer feiner Thonsacd mit kleinen Glimm erblätlchen.
3. 2,4 M. sehr feinkörniger, mürber, rolber Sandstein in uiiregelniässig dünngeschichteten Bänken mit Zwischonlagen von grauem Schlammsandstein.
i. 0,08 M. Scblammsandsteiu.
5. 0,1 M. rotber Thonschiefer.
6- 1 M. grobkörniger Sandstein mit kleinen ^Darsgeröllcn, etwas Kieselaäure-Cement.
7. 0,7 M. derselbe Saudslein ebne Gerolle.
8. 1,2 M. feinkörniger Quarz Sandstein, zuweiJen gliliernd mit wenig Thoncement.
9. 0,4 M. rolher Tbonscbiefer.
10. 1,3 M. döongeschicbCeter, feinkörniger, mörber Thun- Sandstein mit viel weissem Glimmer aaf den SchichlfläcLeo.
11. 1,7 M. Quarzsand^tein, jedoch feineres K.orn als im Vogeseu'Sandatein die Regel ist, selten eiuige Qnarigerolle.
12. 1,2 M. wie No. 10.
i
*) DAtinEE (I. V psg. 10*2) rvchnel Nu. 4 noch tnm gr^s bigarr^. ;
jedoch bI« lIeber|;aiigiai;hicfatcD znm gr%» Tu-gienj ev kcnnl eben lt«iD< j
beBtiminlc Grenze zwiechea beiden Formationeo.
**) DiMO Schicht mit Karneol bat uichtB zu thun mit der Eatneol- 1
gchicht TOD SiiNDRr.nuen und Scimlch; diese liegt im Schwanwald lief;
unten im Vogeien- Sandstein und i»t vielleicht der Dolomitnone der Vo-,
gesen , an der Qrenie de* Bothljegenden zum bunten Sandilein, an die,
Seits lu »teilen.
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13. 1 M. feinkörniger Quarzsandsteiu ; darüber folgen anaufgeschlossen die Sandsteine und die dolomitischen Bänke des oberen Voltxien-Saodsteins bis hinauf zum Muschelkalk.
Der Wechsel von Thon - und Kieselsäure -reichen Sand- sleioen charakterisirt die untere Stufe des Voltzien - Sandsteins als Uebergangsschichten ; aber bald walten die feinkornigen ThoDSundsteine vor; häufiger und mächtiger stellen sich reine ThoQBchichten ein; vor Allem sind die Bänke durchsäht mit weissem Glimmer, welcher im Vogeaen-Saodstein nur ein sel- tener Gast war; dabei sind Quarzgeroile spärlich und nicht mehr mit einem Kieselsäure-Ueberzuge bedeckt.
Die Mächtigkeit der einzelnen Sandsteinschichten ist oft eioe bedeutende, daher aus diesem Horizonte die besten Bau- sieiue in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen werden : der Vogesen-Sandstein ist zu hart und spröde für feine archite- ktonische Ausarbeitung, er wird nur in rohen Stucken für Strassenbau und Fundamente, sowie für die Festungswälle ver- wandt. Der obere Voltzien«Sandstein aber ist zu dunnschichtig, m thonreich, um brauchbare Steine zu geben.*)
Der obere Voltzien - Sandstein , welchen man dem Roth Norddentschlands gleichstellen kann , ist von den Sandsteinen der Vogesen die am Besten charakterisirte Abtheilung: der grosse Pflanzenreichthum seiner unteren Bänke gab ihm den Namen, die darnberliegenden Wellendolomite vermitteln durch ihre reiche Fauna den unmittelbaren Anschluss an die Muschel- kalk-Formation. Der grosse Steinbruch oberhalb Diensheim im Breuschthal entblosst wohl auf 25 M. Höhe die Schichten des oberen bunten Sandsteins: der Mangel an glitzernden Qoarzsandsteinen , die zahlreichen Pflanzenreste, der Reich- tbiim an Glimmer, die matten Thonsandsteine lassen erkennen, dass wir uns schon bedeutend über den Conglomerat-Horizont erhoben haben. Indess erst in der Hohe am oberen Rande des Steinbraches finden wir die dunngeschichteteu Thone des
*) Beim Ban des Strasiburger Münsters gebrauchte man Anfange für die Fnodamente and den romanischen Theil den spröden Vogesen-Sand- ütein*; die Gothik mnsste for ihre Ornamente an zarterem Material grei- fen; daher igt das Münster grösstentheils mit dem unteren Voltaien- Sanditain erbant worden, der am linken Ufer der Mossig oberhalb Waaselnheim gebrochen wurde. Z«iu. a. D. g0»L G«f . ZX VII. 1 . 7
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Rötb , welche aber den anteren mächtigen Bänken bIb ud- braucbbareB Material weggeränrol werden ; ein eben ange- brochener AnfacbiDBS zeigte hier folgende Scbicbleu dea Rötb,
b. Wellendolomit, 5 M. DoJomitiscbe wulstige Sand- steine von 0,7 — 1,&M. Mächtigkeit, dazwischen Thon- sebiefer und Thone, 0,3 — 0,5 M.
4. Muschelkalk.
Schon im Roth, besonders aber im Wellendoloroit finden sich hier zahlreiche Mu8chelkalk«Versteinerangen , deren Liste Dadbr^b (I. c. pag. 114 a. 115) angiebt.
Wenn wir die Reihe der vorgefahrten Sandstein - Ablage- roogen iberblicken, so lenken wir die Aufmerksamkeit beson- ders darauf, dass in petrographischer Hinsicht keine scharfe Grenze zwischen dem Vogesen - und Voltzien - Sandstein ge« zogen werden kann : der Uebergang aus dem einen in den an- deren geschieht ganz alimäblich in den unteren Hohen des Voltzien - Sandsteins. Denn auch der Congloraerat * Horizont bildet nur eine künstliche Grenze, da er ohne eine Umände- rnog in der ununterbrochenen Folge der Sandsteine zu be- wirken sich accessorisch und fast zufallig gerade an dieser Stelle ein fugt. Trotzdem bedingte bisher nur der petrogra» phische Umschwung des glitzernden Quarzkornes in die fein- körnigen Thonsandsteine die Grenze zwischen beiden Sand- steinen. Die Folge davon war, dass diese Grenze in einem Spielraum von etwa 100 M. Höhe bin und her schwankte und im einzelnen Falle durch die stratigraphische Lagerung ent- schieden wurde: so kam es, dass durch den Zeitpunkt der Hebung der Schwarzwald- Vogesen die beiden petrographisch QDtrennbaren Sandsteine getrennt, der Zeitpunkt der Hebung aber durch die petrographische Grenze beider Ablagerungen bestimmt werden sollte. Ohne diesen Cirkelschlass zu be- merken, berief man sich bald auf die eine bald auf die andere Ursache der Grenzbestimmung, obwohl doch die eine genau ebenso unsicher war, als die andere, weil sie gegenseitig von einander abhingen.
Ebensowenig wie die Lithologie giebt die Stratigrapbie der Sandsteine der Vogesen einen Grund für die Trennung des Vogesen- und Voltzien-Sandsteins ab, obgleich gerade ihre eigeutbnmiiche Lagerung die erste Ursache zur Aufstellung der ,,r^volution du Systeme de Rhin^* war. J^lib de Bbaumoivt erkannte nämlich als der erste die Existenz zweier grossen Verwerfungen am Ostfnsse der Vogesen und am Westfusse des Schwarzwaldes. Er glaubte aber, diese Verwerfungen
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Beien — sogleicti mit der Hebung der Gebirge — entatknden vor der Ablagerang deB Voltcien-SsDdateiuB, veil der Vogeseo- Saadstein nlleio den Abhang der Gebirge, die jängeren Für- mationen nur die Hägelketten am Fasse derselben couBli- tnirten. *) Gani abgesehen davon, dass bei dieser Annahme die Wirkungen der Denndation vern ach lässig^ werden — denn die AtmoBphärilien würden seit den Zeiten der Trias ver- gebeds an der Zerstörung des VogeBen-SandsteinB gearbeitet haben") — streitet augenfällig gegen diese Theorie der Um-
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bigsrre (Yoltsien - Sandstein) paraft reposei" 4 stratification
discordante sor le grda des Vosges^ (Annal. den Mines 1827
pag. 435). Trotzdem beweisen alle Profile £lib br -Beaumoi9T*9,
wie aller seiner Nachfolger, gerade das Oegentbeilf* selbst in
seinem Diagramm der Lagerung der Trias (Fig. 1) liegen die
drei Formationen coneordant abereinander« *) Wie solMe es
auch möglich sein, eine Discordanz nachcoweisen zwischen
2wei Ablagerangen, welche nicht dorch eine bestimmte Grenze.
sondern durch ein machtiges Schicbtensystem getrennt siitd»
Nar eia einziges Mal zeichnet Elib ds Bbaümort ein discor-
daotes Profil (Fig. 6^, das er im Chausseegraben zwischen
Forbacb nnd Saargemind aafgenommen bat.**) Abgesehen
dsfoo, dass dieser Ort ansserhalb des Hebungssjstems der
Scbwarzwald- Vogesen liegt, und dass die Grenzbeslimmnng
iwiacfaen Yogesen- und Voltzien - Sandstein hier wie äberall
eine beliebige ist, darf der Thatsache gegenober, dass im
übrigen sadwestlicben Deutschland noch niemals eine solche
DiBCordans nachgewiesen worden ist, auf diese einzelne Beob-
acbtang kein Werth gelegt werden.
Die CoDCordanz der Lagerung aber von Vogesen- und Voltziea-Sandstein spricht selbst am meisten dagegen, dass die Hebong der Schwarzwald«Vogesen, die Entstehnng der Rhein- Spalte und die Bildung der Verwerfongen zwischen beiden Ablagerungen erfolgt sei.
Ferner aberlagern die jüngeren Formationen in der That den Vogesen - Sandstein auf der Hohe der Gebirge sowohl in den Vogesen wie im Schwarz walde: coneordant ruhen sie über dem Rothliegenden und dem Vogesen-Sandstein and fallen mit derselben geringen Neigung, wie diese nach Westen vom Kamme der Vogesen, nach Osten von dem des Scbwarzwaldes aoter die Jorabildungen ein; sie sind also mit dem Vogesen-
*) Daher i^agt ifciJE dk Bkaumont selbst einmal in der Explication tom 12 p«g. 1*2: le gr>^ bigarr^ repose, en g^n^ral, sar le gr^s des Voigea i stratification concordante.
*^) Dieses Profil bat Ei.ie de Bbaumort zuerst in den Ann. des Mines lSi7 pl. I. f. ö. abgebildet, dann wiederholt in der Exptic. tom. II. V^g. 15. Die Zwischenschicht mit Dolomitknollen fehlt in den Vogesen; tritt aber nach Jacqcot (l. c. pag. 136) aberall im d^partem. de la Moselle anf.
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Sandalein geböben, niclit imch deeaen Hefiong um Fdbic des- selbe D abgelagert.
Allef^Dgä fehlt der Voluien- Sandstein auf dem System derBelalitnV der böchMen Vogeaen-Erbebung. Wenn man aber siebt, 'via scboo der Vogesen • Sandstein auf diesetn Systrir nur'-iu kleinen Koppen und Spitcen erhalten ist, ao kann man ai'ob nicht wundern, dsBS der viel weichere und leichter ler- - sfpirbare Voltxien' Sandstein durch die Wirkungen der Deoa- ''^Ition über demselben verschwunden ist. Werden doch «ach ■'bald die wenigen Reste des Vogesen - Sandsteins anf dem Beleben • System der Zerstörnng erlegen sein, wie man scbon jetit an den grossen Schutthalden, welche diese letzten Kup- pen umlagern, die Stärke der Denudation ermessen ksDo. Aber in den uhrigeo Tbetlen des Gebirges, wo auch die Decke des Vogesen^Sandsteins zusammenhangender ist, breiten sich die jüngeren Formationen überall concordani über denselben aus. Au dem Profil Figur 5, welches bis an den Pass des kleinen Uebweiler Beleben vordringt, kann man sehen, wie selbst mitten im höchsten Theile des Gebirges noch Reste der alten Bedeckung durch die jüngeren Formationen der serstö- renden Wirkung der Denudation entgangen sind: denn vom Vogeaen - Sandstein hinauf dnrch den Voltxien- Sandstein, den Muschelkalk und Keuper bis cum Lias sind Schichten dieser Formationen in regelmässiger concordanter Ueberlagerung aaf dem Granit des (>rundgebirg«s snrück geblieben.
Im nördlichen Tbeile der Vogesen (Profil Fig. 3) bedecken die jüngeren Formationen über dem Vogesen -Sandstein selbst den Kamm des Gebirges: nach Westen fallen sie concordani Übereinander nnter die Juraformution der lotbringischen Hoch- ebene ein, am Ostabhange sind sie an der Verwerfung her- untergebrocheti und bilden hier in dem Uügellande von Zabern und Wörth in ebenso concordanter Ueberlagerung des Vogeseii- Sandsteins eine Vorstufe des Gebirges, dessen tiefster Abstuii erst weiter nach Osten in der Rheinebene auf der Linie Barr-Weissenburg liegt.
Im mittleren Theile des Gebirges, im Gebiete der Breusch (Profil Fig. 4), würde es wohl am schwierigsten sein, die Wir- kungen einer Oebirgsbebung nach der Ablagerung des Vogesen- Sandstoioa nachzuweisen. Denn trotz der vielen Verwerfungeu Überlagern hier die jüngeren Formationen überall concordant
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den Vogesen - Sandstein. Denselben Congloroerat - Horizont^ weichen wir auf der Spitze des Scbneeberges in einer Hohe von 963 M. antreffen, finden wir wieder am Fasse desselben in den Vorbergen von Mutzig, concordant aberlagert vom Voiuien-Sandstein , Mascbelkalk und Keoper.
Es durfte demnacb wohl aus allen angefahrten Thatsacfaen die Ansicht hervorgehen, dase sowohl die auf den äusseren Abdaehangen der Vogesen und des Schwarz waldes, als die in der Rheinebene liegenden Schichten der Trias und des Jura nur Reste sind von den durch eine nach jurassische Hebung der Schwarzwald-Vogeseu zerrissenen Formationen, und dass vor diesem Zeitpunkte diese Ablagerangen aber den ganzen Rsam des südwestlichen Deutschlands in concordanter Lage- rong and in unooterbrochener Reihenfolge ausgebreitet lagen.
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Trimmerhalden schon von ferne durch ihre blaagraae Farbe aaffiilleD. Sie sind es, welche vielen Mitgliedern der Deatseben geologischen Gesellschaft von unserer gemeinsamen Bzcursion izn Anfang September 1874 in Erinnernng geblieben sein werden.
Der petrographische Charakter dieses Cordieritgneisses ist bekannt, nnr rooss nochmals betont werden, dass der neben Orthoklas, Cordierit und Quarz auftretende Glimmer in dem frischen Gesteine stets schwarzer Magnesiaglimmer ist.
Die eingetretene Verwitterung hat das Gestein zerklüftet und seine ursprunglich schön blaugraue Farbe mit einer schmutzig braunen, grünlich gefleckten vertauscht, hat den Feidspath mürbe und erdig gemacht, dadurch der ganzen ober- fliehlichen Gesteinsmasse ihre Festigkeit genommen, und den Cordierit anscheinend ganz aufgezehrt, aus wel- (bem nun Glimmerschuppchen von weisser oder grün- lichgrauer Farbe hervorgegangen sind, die das Gestein in dun- oen Membranen durchziehen, schuppige Partieen oder blätte- rige Trümer bilden oder endlich in einzelnen Blättchen wirr zwischen den übrigen Gesteinsbestandtheilen eingelagert sind. Ein zweites Zersetzungsproduct ist Bisenoxydhjdrat, wel- ches sich überall in dem verwitterten Gesteine in Form zarter Incrostate von gelber oder branner Farbe ausgeschieden hat Qod die bereits hervorgehobene schmutzigbraune Färbung des aas der Verwitterung hervorgehenden Gesteins bedingt.
Nach einzelnen Individuen von Cordierit sind Pseudo- morphosen von Glimmer längst bekannt. An den Lunzenauer Cordieritgneissen aber sehen wir ganze Gebirgsmassen von diesem Zersetzungs- und Neubild ongsprozesse ergriffen, sehen das Ausgehende stundenlanger Gesteinszüge im Zustande dieser pseudomorphosirenden Verwitterung.*) Die Bildung des Kaliglimmers geschieht dabei auf Kosten der beiden Haupt- gemengtheile des Cordieritgneisses,"* indem die Zersetzung des Orthoklases das kieselsaure Kali, diejenige des Cordierits die icieselsanre Thonerde lieferte, welche zu Kaliglimmer zusammen- traten. Eisenozydul aber und Magnesia wurden gleichzeitig sls Carbonate weggeführt, von denen jedoch ersteres bald wieder als Eisen oxydhjdrat zur Ausscheidung gelangte.
*) Siehe auch ▼. Lasaqli, N. Jahrb. 187'2. pRg. 834.
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Recht interess&nt , wenn auch nur Behanntes beitätigend, sind die raikroskopischen Erscheinungen, welebe der Spaltung des Cordierils in Thonerdeiilicat and Magnesiacarbonat , sowie der Verbindung des ersleren mit Kalisilicat vorauegingen. Unter dem Mikroskop erweisen sich die grossen wasserhellen Cor- dieritkörner anseres Gneissee ansserordentlich reich ao den farb- losen, Bcblanksäulen- oder nadelFörmigen MikroiitheD, welche ZiRKBL und T. LaBadu*) eingehend beschrieben baben. Si« bilden wirre, oft filzige Haufen oder stromartig sieb windende Nadetguirlanden in der Cordieritmasse. Unabhängig von ihnen Stellt sich nun jene von Zibkbl, neaerdings ron Wichxah!« an CordieriteD von Haddam in Connecticut**) geacbildert« Aederong des klaren Minerals durch ein sieb mehr and mehr ausbreitendes Netiwerk von schmalen, sich kreuianden Zer- setiungSKOnen ein, welche sich auf Kosten der in ihren Bläschen liegenden frischen Cord ieritb rocken immer mehr verbreitern and toletit das gesammte Cordieritkorn in eine Substani von grünlicbgelber Farbe, in Chlorophyllit, umwandeln. Diese Pseudomorphose besteht in der Aufnahme von Wa«aer von Seiten des Cordierits und repräsentirt eins seiner üebergaogi- Stadien in Ei^iglimmer. In diesem Ohloroph^lltt stellen sieb nun ohne jede weitere Uebergänge als Endprodact des Um- wandlungsprocesses liebte Tafeln von Glimmer ein. Aocb WiCHKAltN, der suletit die Fseadomorpbosen des Cordierits mikroskopisch untersncbte, gelang es nicht, den allmäligen Uebergang des rbloropbjrllits in Glimmer zu beobacblen.
Als Endresultat dieses ganzen schliesslich auf Erzeognng von Olimmer gerichteten Vorganges sieht man dos Aasgebeode des Cordieritgneieses bis lur Tiefe von mehreren Metern in ein verworren-schappigee , kuraflaseriges Gestein umgewandelt, welches einem im Zustande der Verwitterung begriffenen tilimmergneiss gleicht, und welchem der Nicht eingeweiht« kaum seine Abstammung von Cordieritgneiss ansehen dürfte. Zo- weilen erbalten sich grössere rundliche Blocke in verhättniss- mäseig frischem Zi^stande innerbslb des glimmerreiofaen Zer-
*) Siehe Zibkkl, Mikroib. Beschaff, d. Uin. pag. '-.
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seteuDgsprodactes. Da nan dieses letztere dorch vollstindige Verwesaog des Orthoklases so (^ros serfallt und von den Tageirassem weggefahrt wird , so entstehen , ahoHoh i«vie bei der VerwitteroDg des Granits, freiliegende aufeinander gethormte, wollsackartige Blocke and felsen meerartige Blockanhaufungen, wie sie for die Cordieritgneiss - Regionen des sächsischen Orsnalttgebietes, im Gegensätze su den scharfkantigen, schroffen FelsbildoDgen des Granolits so charakteristisch sind und c. B. im Thale der Chemnitz bei Schweizerthal and in dem der Malde zwischen Rocbsburg und Oöhrener Brücke auftreten. Kein Punkt aber des gesammten Granulitgebirges liefert eine deotlichere Illogtration der in Folge der Verwitterung eintre- tenden WollsackbildoDg des Cordieritgncisses als der Galgen- berg bei liitweida. Der Scheitel dieser flachen Erhebung ist gekrönt von einem kühnen Haufwerk gewaltiger rundlicher Blocke Ton ausserordentlich festem und zähem Cordierit- fels, an ihren Abhängen aber, da wo das stattliche Tech- oicom sioh erhebt, ist ein mürbes, ja mit der Hand aerreib- liches Gestein aufgeschlossen, das sich durch seinen ganzen Habitus, seinen geringen Zusammenhalt, seinen Reichthum an ockerigem Eisenozydhydrat direct als ein Zersetzongsproduct aotweist. Es besteht ans sehr viel Glimmer, sowie Schmitaen und Körnern von Quarz und fiisenoxydhjdrat, hat eine schief- rige Strocftor und ist augenscheinlich die nämliche Masse, in welche am Gohrener Viaduct der Cordieritgneiss an seiner Oberfläche zersetzt ist. Und in der That liegen in ihr am Pnsse des Galgeoberges kleine Knollen und grosse Blocke von noch onaersetztem festem Cordieritfels umschlossen. Wie beut noch die Gehänge und der Fuss, so bestand froher auch <ler Gipfel des Galgenberges ans solchen mulmigen Zersetzungs- prodocten mit einzelneu noch frischen Blocken, Durch die mecbanisflhe Thätigkeit der atmosphärischen Wasser aber, wurden erslere allmälig entfernt, während die Blocke zuruck- blieben und nach Wegfnhrung des sie bis dahin trennenden losen Gruses und Mulmes zu jenen auffälligen Haufwerken wurden.
Den erst besprochenen, z. Tb« verwitterten Cordieritgneiss voQ Lunzenao durchziehen regellos und in ziemlich weiten Abständen Elnfte. In nehmlicher Weise nun wie in der v«r^ witterten Oesteinsmaase selbst an Stelle^ des durch Zersetaung
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thetlweise eotferDteo Cordierits and Orlboklaaee; Kaliglimmcr, EiBeaocker und Qaarz zur Ausbildoog gelangtea, haben lieb diese und andere Zersetznnggprndncte des der Verwespog ver- fallenen Gesteins in jenen Spalten angesiedelt, haben dietc ganz oder theilweise aasgefüllt und lu H i neralgängeu um- gestaltet, die eine weitläoftige wirre Durchäderung des Cor- dierilgneisses bewirken und ohne an dessen vollkonimen ter- setstes Ausgehende gebunden >u seia, in das anseheiDeoii vollstäDdig frische Gestein fortsetsen.
!>ie8e Gänge besitzen der Natur ihrer ElnlsUbuDg nach einen sehr nnregelmassigen Verlauf und eine sehr schwankend« Mächtigkeit. Es sind schmale Trümer von 2—5 Cm. Dick«, welche sich zu 25 bis 35 Cm. Mächtigkeit aufblähen können, sich auch wohl hier und da verzweigen und dort, wo sie bIcIi zu mehreren treffen, ein unregel massiges Nest bilden.
Die Hauptausfüllungsmasse dieser Gänge ist Kaliglinmer und Quarz, ibueu gesellt sich Eisennxyd und Tutmalin zu. Die Vergesellschaftung , die Wachs Ib um 8 Verhältnisse dieser Mineralien bieten manches Interessante.
In vielen Fällen nnd zwar namentlich bei weniger mäch- tigeu Trümern bildet Kali glimm er, ein blätteriges Aggregtl von wirren oder huschelig - strahlig verwachsenen Individnen, das ausschliessliche Gangmineral , mit dessen weissen oder gelblichen Blättern sich nur hier und da ein Bündel von Tnr- malißsänlen, oder einige Tafeln von schwarzem Mngnesis- glimmer, sowie Körner von Quarz verwachsen zeigen, in den meisten Gängen aber gesellt sich Quarz und Eiseuoxjrd in sehr beträchtlicher Menge dem (ilimmer zu. In der Art nnd Weise der Aggregation dieser drei Mineralien herrscht jedoch wiederum sehr grosse Ter schieden heil. In manchen Fällen liegen die hellen Olimmertafeln wirr nnd angeordnet durch- einander, so dasB iwischen ihnen kleine eckige Hohlräume offen bleibet! nnd ein nur wenig compacles lelliges Aggregst entsteht. Alle diese Hohlräume sind nnn drasig ausgekleidet oder fast vollständig ausgefilll von einer Unzahl meist nnr einige Millimeter grosser, trüber, bräunlich rother Quari- krystäUcben. Sie sind sämmtlich laogsäulenlörmig ausgebildet, tragen an beiden Enden Pyramiden flächen and liegen entweder kreuz und quer durcheinander, wie auf einen Haufen geworfene Scheite Holz, oder bilden stachelige Büschel und kettenförmige
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Reiben. Tarmalin in schwarzen Strahlenbandeln tritt luweilen mit Glimmer and Qoarz in VergeselUchaftang. Sie alle sind schliesslich bedeckt ron einem Ueberzng von ockerigem Eisen- oxyd. Dieses ist es zugleich, welches die nur lose verban- denea Qemengtbeile des Qaarz-Glimmer- Aggregats verkittet.
Id anderen der dortigen Gänge waltet nicht der Kali- giimmer, sondern der Quarz vor. Dieser ist dann grob- splitterig, derb, glasig, milchweiss und omfasst in der Centriü- zoue des Ganges nicht selten parallel den Gangwandnngen gestellte Bändel von schwarzen Turmalinsäulen, während sich an den Salbändern, oder wenigstens an einem derselben ein scbappig-biätteriges Aggregat von weissem Kaliglimmer ein- stellt. Diese symmetrische Anordnung der Gangmineralien gestaltet sich in manchen, wenn auch weniger häufigen Fällen fast so deutlich wie in den ähnlichen zinnsteinfuhrenden Quarz- Glimmergängen von Zinnwald. Wie dort sind auch an der von aos besprochenen Localität die beiderseitigen Salband- zonen zuweilen ausschliesslich von rechtwinklig auf den Oang- grentflächen stehenden lichtgrauen Glimmerblätteru zusammen« gesetzt, während der mittlere Theil des Ganges nur weissen Qoarz enthält«
Diesen sämmtlichen Gängen des Cordieritgneisses von Loczenau ist die Neigung zur Drusenbildung gemeinsam, eine ganz naturgcroässe Erscheinung, wenn man in Erwägung zieht, dsss sie ins Gesammt durch allmälige Auskrystallisirung ihrer ffiiueralischen Bestandtheile von den Salbändern aus zuge- wsehsen sind and daas an Stellen, wo die Spalten sich aus- deboen und der Stoff zur Ausfüllung nicht hinreichte, Hohl- räume offen bleiben mussten , deren Wandungen die Krystall- eoden der im Wachsthum begriffenen Gangmineralien bildeten. Wie aus Obigem hervorgeht, sind dies Quarz, Kaliglimmer Qod Tarmalin. ,
Vom Qnarx dieser Drusen ist nichts weiter zu bemerken, als dass er trabe, von einer röthlichen Eisenoxydhaut über- zogen ist und nur die gewöhnlichsten Formen, aber keine Rhomben- und Trapezflächeu aufzuweisen hat. Seine Krjstalle Heben nicht alle senkrecht auf den Seitenwandungen der sptlteoförmigen Drusen , sondern sitzen z. Th. in deren Hintergründe fest und ziehen sich den seitlichen Wänden fast parallel der Länge nach durch den Drusenraum. Dann ist die
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Pjrramidenspitie gewöhnlicli zu einer KaDte Tsnogen, womit eine (Bfelförmige Venerroog Hand in Hand geht. Die brei- teren SäulenBücbon nud die aas der Spitze bervorgelieode Kante stehen dann meist parallel der Läagaerstreckung der Drusen spalte. Von allen drei (> angin ineralien ist augeDBcbeio- lich der Turmalin tntetzt lur Ausbildung gelangt, iadem selue säolig-bäscbeligen Aggregate die aus den Wandungen hervor- ragenden Krystallenden verbinden.
InleressMter als diese offenen Drusenräame sind di« von losen Krystallen und Krystalls chatt ansge- fällten, meterlangen Ausweitungen einzelner jener Gänge. Auch sie sind frübiir nichts anderes genesen sli grosse Drusenräame und deshalb wie diese ausgekleidet lou Glimiuer and Quarzen, leUtere im Vergleiche init den übrigen bäum zollgrossen Vorkemmnissea von sehr bedeutenden Di- BMDsionen; besaasen doch manche der herausgebrochenen ludi- viduei) bei einer Breite Ton 15, eine Länge von 20 Cm. Auch ihre KrysUllgestalt bescbränkt sich auf die Auebildaag von Säule und Pyramide, wobei sieb ebenfalls die oben er- wähnte lafelartige Verzerrung in der Richtung der Drusenspalle einstellen kann. AufFällig ist der ausserordentlich geringe Zusammenhang dieser grossen Quarze mit den Drosenwan- duogen und er erklär! es, dass die Krystalle bei forlgeseuter Gewichtszunahme oder in Folge von Erscbütterongea, denen das Nebengestein ausgesetzt war, sich loslösen, herabstärzen und sich auf dem Boden der Weilnngen anhäufen konnleo. So ist denn der , eigentliche Drusearanm ionerlialb derarligec linsenförmiger Erweiterungen der Quarz-Glimmer- Gänge wm grossen Theil ausgefüllt von einem wirren, vollkommen loee" Haufwerk von Qnarxen, Glimmertafeln, TurmalinfragmeoleD and Eisenrabm,8o lose, dass mau es ohne Mühe mit der Haud aus den Drusen anszuräumen vermochte.
Die Quarze walten in ihm vor. Unter ihnen man man unterscheiden 1) grosse, von den Wandungen Larabge fallen«, wohlerfaalteue Krystalle, 2) ganz frisohe und ältere fens deren Loslrennung und Herabsturz entstandene ScherWn, 3) kleiat, nur wenige Millimeter grosse, meist allseitig ausgebildete, eril innerhalb des schüttigen Haufwerks selbst entstandene Kr;- stätlchen. Die erstgenannten erreichen 5— 10 Cm. Länge, sind stets von Eisenrahm überzogen und haben deshalb zwar ebene,
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aber maite F)acben, die sich naturlich wiederum auf diejenigen von 8ftale und Pyramide beschranken. Die Corobinationg- kanten der beiden leUteren sind zuweilen durch eine spitzere Pyramide abgestumpft. Die einzige Abwechselung besteht iu der nicht seltenen nngleicbwerthigen Aasbildung der beiden Rbombo^der oder in der tafelartigen Verzerrung der Saale, lüteressaot ist eine auch von G. yom Rath von gewissen Quarzen der Insel Elba beschriebene*) auffallend topasartige Gestaltnng mancher Krystalle unseres Fundpuoktes, welche dadurch erzeugt wird, dass zwei parallele Flächen des Prismas ond die entsprechenden beiden Pyramidenflächen fast vollkom- men verschwinden. An ihrem unteren Ende tragen die Quarz- krystalle GlimBNrpartieen und Turmali nfragmente, die sie von den Drusanwandungen mit losgerissen haben; sind sie jedoch geborsten nnd nur theilweise herabgebrochen, so sind die Brochflächeu mit Neubildungen von Quarz versehen und zwar eutweder wie mit einem glänzenden Firniss aberzogen, oder bereits von deutlichen Anfängen neuer Krystallbildungen be- deckt. Letztere haben sich dann parasitisch auf jedem kleinen Vorsprang des .muscheligen Bruches angesiedelt, dabei jedoch eine gesetzmässige Stellung za dem Mutterkrystall einnehmend. Ist nämlich die Bruchfläche ungefähr paraPel oR, so trägt sie mehr oder weniger verzogene Flächengroppen , welche solchen der Pyramide entsprechen und bei fortgesetztem Wachsthum aagenscheinlicb das den alten Krystallen fehlende Pyramiden- Ende ersetzen worden. Ist jedoch die Richtong der Brach- fläche mehr der Hauptaxe parallel oder läuft unter spitzem Winkel durch diese, so zeigen sich der Horizontalstreifang der intakten Prismenflächea entsprechende, flacbleistenforroige Ansätze, welche sich wellig-treppen förmig übereinander wieder- bolen können und Gombinationen einer Prismen- und einer Pyramidenfläche sind. Nicht selten ist ferner die Erscheinung, dass grosse zerbrochene Qoarzkrystalle durch die beschrie- beoeo Neubildungen wieder verwachsen, nachdem sich die Brochflächen durch einen mehrere Millimeter breiten Riss gegeneinander verschoben haben.
Die neben solchen ziemlich vollständigen Quarzkrystallen vorkommenden zahlreichen Quarzscherben nnd -Splitter sind
*) Diese Zeiuchrift 187*i. pag. 6dü.
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z. Th. weiss, ju wnsserhell und dsnu so frisah and scbarfkaalig. als stammteu sie von eben erat lerscblagenen Quimeti ftli, während andere, jedenfalls viel älteren Ursprungs, durch (.-iaen Uebenug von Eisenrahm braun gefärbt und mit parasitischen Neubildungen von Quant und Ansiedelungen voa Güminer- blättchen versehen sind.
Hat man die grösseren Kryglalle und die Scherben aas dem Hanfwerke entfernt, so bleibt ein feiner Schott anrück, ans wek'bem iwar die gläncenden Olim merblättc heu am meisten hervortreten, der jedoch vorwaltend von neu gebildeten kleinen Quarzkrystäl leben znsammengeselEt wird, von denen die grosse Mehriahl nur wenige Millimeter misst und ans regelmässigen dünnen Säulcben mit beiderseitiger Pyramide besteht. Die bereits xu 1 — 2 Cm. Grosse faerungewachsenea Kristalle haben die Tendene, sich durch Ausdehnung xweier paralleler Prismen flächen zu flachen Tafeln in geataltbo.
Aus den oben beschriebenen Ausledelungs- und Aasbei- lungserscbeinungen an den grossen Quarzen, aas der Neubil- dung der kleinen Qaarikrj' Stallchen geht hervor, dase eine constante Zufuhr von Kieselsäuresolutiou siattgefnnden hat. Aus dieser werden sich gleichieilig mit der io dem Hanfwerke vor sich gebenden Quariausscheidung auch ab den Wandnngea an Stelle der berabgebrocbeuen Kristalle neue Quarze ab gesetit haben, die bei fortdauerndem Wachsthum wiederum hersb- stünten und die Scbuitansammlnng auf dem Boden der Wei- lung vergrosserten. Daraus erklärt sich auch das augeascbeio- liuh ganz verschiedene Alter der Kryslall Fragmente innerhalb dieses Haufwerkes.
Dasselbe besteht neben Qnari ans Tafeln nnd Schuppen von Kaliglimmer, aas Säulen brach stücken und kleinen bösche- ligen Aggregaten von schwarcem Tnrmalin und endlich sehr beträchtlichen Mengen von schuppigem Eisenoxyd, also Eisen- rabm. Zugleich aberfüllt erdiges Eisen oxyd die dem Glimmer- Quari-Gaug benachbarten Klüfte und Spalten aus und bildet dann ziunoberrothe Bestege und Trümer, welche im Verein mit den bvchriebeueu Gängen den Cordieritgneiss des Mulde- thales durchsetzen.
Sie alle aber sind Producte eines Zeraetzungs- und Aus- lauguugsprocesses des Nebengesteins und stehen in demselben Verhältnisse zu dem verwitterten CardieritEneissscbime . wie
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die Olimoierädercheii, die einen ao8 Zersetzung eiues Curdierit- kr^rstalls hervorgegaugenen Pinit durchziehen, zu diesem Mi- nerale. £s sind grossartige Wiederholungen des nämlichen Vorganges, welchen HAiDUfOBB, Blum und Bischof an den Pseodomorpbosen von Chloropbyllit, Pinit und Glimmer nach Judividuen des Cordietits kennen lehrten, und auf welchen wir bei Besprechung derartiger Pseudomorphosen in den Pegma- titen von Rochsbnrg zurückkommen werden.
An und für sich schon lehrreich, beweist das beschriebene Gsogvorkonimen innerhalb eines in Zersetzung begriffenen Gesteibs mit Bezug auf unsere später anzustellenden Betrach- tungen über die Genesis der echten granitischen Gänge im Granulitgebirge, dass: Quarz, Kaliglimroer und Turma- lin, drei wesentliche Beatandtheil e dieser grani- tischen Gänge aus durch Zersetzung einzelner Ge- mengtheile des Nebengesteins entstehender mi- neralischer Solution innerhalb Gesteinsspalten ZQ krjstalliniscber Ausscheidung gelangen, also gangförmige Secretionen bilden können.
1 lime TM Q«an mit •rtkaklas.
Am Wege von Penig nach der Fabrik Amerika, am rechten Ufer der Mulde gegenüber der Carlseiche wird der dortige typische Granolit von einigen Quarzgängen durchsetzt. Ihre Mächtigkeit ist nur unbedeutend und beträgt kaum mehr als 8 Cm. Sie besteben aus glasigem, sprödem, grobsplitterigem Qaarz von weisser bis rauchgrauer Farbe. Hier und da stellen sich Drusenräume ein, deren Wandungen von den Pyramiden der augenscheinlich von beiden Salbandflächen angeschossenen, jetzt aber nicht mehr gesonderten, vielmehr zu einer homo- geoen Qnarz- Gangmasse verschmolzenen Quarzkrjstalle gebildet «erden. Innerhalb dieses glasigen Quarzes treten vereinzelte Biosprenglinge von fleischrothem Orthoklas in körnigen Aggregaten oder in Einzelindividuen mit ausgezeichnetem Blätterdurcbgang und in manchen von diesen wiederum kleine Blittchen von weissem Kaliglimmer auf. Von ihrem Nebengestein werden diese Gänge durch ein zartes Salband von dunkelgrünen Chlori tschuppen getrennt.
Auch bei Wolkenburg und Etzdurf treten im Granulit
^eiu. d. D. geel. Gm. XX VU. 1 . 8
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schmale Oäoge von hornsteioartigem Quarz mit hellrothlichen Feldspatheiosprenglingen auf. Das schönste Vorkommen der Art ist darch einen Bahneinschnitt diroct oberhalb der Tfaier- bacher Eisenbahnbr5cke aufgeschlossen. Dieser Gang ist über einen Meter mächtig und besteht aus prachtvoll glasigem, schneeweissem , in dünneren Splittern wasserhellem Quarz mit lauter isolirten Einsprengungen von blassrothem Orthoklas und vereinzelten Tafeln von schwarzem Magnesiaglimmer.* Der Quarz wird etwa |, der Orthoklas aber nur { der Gangmasse betragen.
Ganz ähnliche und zwar ebenfalls im normalen Granalit aufsetzende Gangbildungen sind an der Hängebrücke bei Krieb- stein und im Bahneinschnitt nördlich von Walüheim aufge- schlossen. An ersterem Orte bilden auf ihrem Bruche glän- zend glasige, hellrauchgrane Quarze ein kornig-stengeliges Aggregat, in welchem vereinzelte Tafeln von schwarzbraunem Magnesiaglimmer und wohlausgebildete, vollkommen isolirte weisse Ortboklaskrystalle inne liegen. Auf dem scharfom- grenzten sechsseitigen Qnerbruche mancher dieser Krjstalle zeigt sich ihre Natur als Carlsbader Zwillinge. Der Quarz- gang in dem erwähnten Bahneinschnit nördlich von Waldbeim ist ebenfalls durch innige Verwachsung und Verschmelzung grosser Quarzindividueu entstanden, was sich darin ausspricht, dass sich in der sonst compacten und homogenen Quarsmasse zahlreiche eckige Hohlräume zwischen den gegeneinander ge- wachsenen Quarzsäulen offen erhalten haben. Die Wandungen derselben sind bedeckt von kleinen, wohlausgebildeten Quarzen und von Gruppen zierlicher fleischrother Orthoklase, welche von den Flächen x>F und oP begrenzt, flachen Rhomboädern ähneln.
Bemerkt sei hier noch , dass in manchen Pegmatitgängeu local der Quarz so vorw.altet, dass sie als Quarzgänge mit eingesprengten rothen Orthoklasen und schwarzen Turmalinen bezeichnet werden konnten , innerhalb welcher ^ oder mehr der («angmasse auf Rechnung des Quarzes zu setzen ist.
Schliesslich sei noch einiger Feldspath • führender Quarz- gänge gedacht, welche im Granulit direct oberhalb Rocbsburg durch die Erdarbeiten der Muldethalbahn aufgeschlossen wurden. Dieselben sind so drusonreich, dass die Structur ihrer Aus- füllungsmasse eine grosszellig* drusige genannt werden moss.
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, Aus den DraseuwaDdangen rageo bis lollluuge , uieist Iräbe QutnkryBlBlIo hervor, deren gewöbniiche <>estall zwar die einfache CombinatioD von Säule und Pjrramide ist, vou deaeu tWr einzelne ludividnon die bereits oben beschriebene topas- ilmlicbe Form durch Verküoiaierung iweier paralleler Prismen- eod der entaprechendeo Pyramidenflacben erhalten babeii. Zu Tinea dieser Kristalle treten aus den Drasenwandangen kurie ürlhofclaae einfachster Form hervor, welche dem Drusenranm At Flächen P und x zuwenden. Zwischen beiden Mineraliea iteilt sich hier und da eine strahlig-blatterige Rosette von leisjem KaligUmmer ein.
Die Erscheinungsweise der beiden Daaptbeslandtheile dieser Ginge ist jedoch nicht immer so einfach, vielmehr geben so- »obt Quart wie Feldspatb Veranlassung zu coraplicirlen Be- i^liachlongen. Während letzterer der Ausgangspunkt einer Reibe rnn latereasanten Zerselzungsproduclen geworden ist, "igen einzelne fndiridnen des Qaarzes eine höchst unge- "öhDÜcbe Ausbildungaweise, welche durch das Auftreten einer raahen gbasiscbeu" Flache and eines in Verbindung damit iiebeoden treppenföroiigen Aufbaues bedingt wird. Auf die l'riimeDOäcbeD einer Anzahl dieser Kristalle sind nämlich kbisale Pyramiden Bächen aufgesetzt. Diese werden von einer TFisben, matten, «basiscben" Flache abgestampft, ganz ähnlich wie 'dies M. Baiibr von einem Raachtopas aus Wallis beschrieben hat.*) Ebensowenig jedoch wie an dem Wdliiser Krjstall ist dies die wirkliche Basis, da sie gegen die Hanpiaxe schwach geneigt ist. Einige etwa 2 Cm. lange Krjsialle scbliessen mit dieser eigenlhümiichen Fläche ab, — Wien von 2 bis 3 Cm. Grösse tragen in der Mitte dieser 'eUtfreo knopfanig eine verzogene Quarzpyramide mit kurzem Prisma, -^ auf noch zwei anderen erheben sich iu treppcn- förmiger Aufeinanderfolge vier kurze tafelförmige Prismen, vou ■Icoeu jedes obere einen kleineren Durchmesser besitzt, als iu «eine Basis bildende. Dieselben sind wie die untersten lUapikr^stalleCombinationen einer kurzen Priameiifläche, einer 'cbmalen Pyramiden fläche und der rauhen basischen Fläche. ^on diesen liegen die einander entsprechenden Pyramideu- dächen in einer Ebene, — denkt man sich dieselben über die
', Dicic Zeitichril't 187) pag. Itf4. '
I
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einspringeDden Winkel des treppenformigeD Aufbaues verlaogert, 60 wurden sie sich zu einer vollständigen Pyramide vereineD. Endlich ist ein Exemplar von 2 Cm. Höhe in der Weise thurmformig aufgebaut, dass acht immer kleiner werdende Prismen, jedes auf der rauhen basischen Flache des vorigen aofsitsen. Es entsteht also hier eine sechsseitige, oben grade abgestumpfte, in diesem Falle jedoch sehr steile and hoch- stufige Treppe. (Siehe Taf. VII. Fig. 29.)
Weniger auffällig als sie es auf den ersten Blick ist, gestaltet sich diese Erscheinung, wenn wir andere benachbarte Krystalle in Vergleich ziehen. An ihnen treten Flachen aof, welche ganz ähnlich , wie die beschriebene „Basis^, nur schräg und zwar unter bald mehr, bald weniger spitzem Winkel die Quarzprisraen abschneiden. Auch auf ihnen erhebt sich eine Anzahl nach oben zu jedesmal kleiner werdender tafelförmiger Prismen, so dass schräge Treppen entstehen. Es geht daraus hervor, dass diese Endflächen eine geseu- roässige krystallographische Lage nicht besitzen, sondern in ihrer Richtung, wie in ihrem Auftreten überhaupt, durchaus von ZuAlien abhängig sind.
M. Bauer erklärt 1. c. die Entstehung der basischen Fläche an dem von ihm beschriebenen Ranchtopas durch Anstosseo des im Wachsthum begriffenen Erjstalls an eine ihm gegen- über liegende Krystallfläche irgend eines Minerals, den treppen- förmigen Aufbau aber des betreffenden Exemplars durch spä- teres nach Auflösung' des hemmenden Minerals eintretendes Fortwachsen des Rauchtopases. Diese Deutung acceptiren wir auch für unsere Treppenquarze mit dem Zusätze, dass es bei letzteren Täfelchen von Kaliglimmer waren, weiche sich an- fänglich den wachsenden Quarzen als Hindernisse in den Weg stellten, dann zersetzt und dadurch entführt wurden und als einzige Merkzeichen ihrer einstigen Existenz die heschrxebeneD Endflächen der Quarze hinterliessen. Dass dem so ist, wird durch den Umstand bewiesen, dass in einem ganz analogen Quarzvorkommen innerhalb granitischer Drusen bei Markers* dorf, sowie in einzelnen solchen bei Penig Reste jener Kali- glimmer-Tafeln innerhalb und an jenen Quarzen noch sichtbar sind, während die Hauptmasse des zersetzten Kaliglimmers, durch dessen Entfernung das unterbrochene Wachsthum sieb fortsetzen konnte, verschwunden ist.
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Nicht «eiliger ioteressBot siDd die Resolute gewisser ilöroDgi- und Um wftD dl ongs v orgänge des Feld- iba t'iaa dieser fiänge. Man denke sich zwischen den t^Dirigrappen einfelne OrthokUsindiTidaeD nor so weit bervor- ripto, dus P nnd x, sowie der in dem Winkel twischen leiden Fischen liegende Tbeil ron M , seltener kleine P»r- licen der Sinle sichtbar sind. An die beiden Klinopinakoid- iltbta der meisten dieser Orthoklese unserer Uandstncke legt iJcli iDD je ein Ufeirörmiger Albitswilling in paralleler Axeo- siFJlDDg sn. Sehr eigentbömticbe Verbällnisse zeigt der swi- Kbea je iwei AlbitUfein liegende Orthoklas. Statt wie or- iprDDglich aus einer fleiacbrotben bomogenen Hasse , besteht " ans lauter dönnen , eng oebeDeinander stefaeoden wellig- buchigeQ Lamellen von brännlicher Farbe, welche dnrcb carte ipiJtearörmige Zwischenräome getrennt werden. Diese La- ■»eilen stehen senkrecht anf M, also auch anf den angrenieo- ien Albittsfeln und ebenso auf P and z, liegen also parallel d«r Baoptaxe nnd der Ortbodiagonale. Basis und Hemidoma skd demnacb wie mit earteu , aber tiefen horizontal verlau- lenden Einscboitten eng liniirt, während das Kliifopinakoid ver- teil gestreift erscheinen wurde, wenn die daranf liegenden Albiltafeln entfernt werden könnten.
Nun ist ja einerseits der Procees der Albitextraction ans r i'tronbaltigen Orthoklasen, andererseits die Thatsacfae bekannt, ^» gewisse Peldspäthe aas einer parallelen Vernachsang von abwechselnden Orthoklas- und Albitlamellen bestehen, wie wir diu ancb von vielen Feldspätben der granitischen nnd peg- losiitiscben Gänge des (iraoalitgebiela nachweisen werden. Ouielbe ist uun, nach diesen Analogien la scbliessen, auch ti«i dem eben beschriebenen Vorkomranies ursprünglich der tili gewesen. Die leichter lerstörbaren Lamellen von Albit werden aasgelaugt, am sich anfänglich in (>estalt einzelner Krysikllchen auf den Klinopinakoidflächen des theitweise zer- i'örien Mottcrkrystalls antusiedeln nnd bei anhaltender Sab- tfossafühmog allmatig su einem tafelförmigen Individuum za 'erwacbsen, während von dem das Material liefernden Feld- •paihe nur die reinen Ortboklaslamellen surückblieben.
''. TOM Rath beschreibt ans den granitiscbeo Gängen von Elba*), auf deren Analogie mit den nnsereo wir noch öfters
*) Siehe di«M Zeiuchr. 1870 pag. 656.
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Kaliglimroer
Quars
Albit
Orthoklas
Hatronhaltiger Orthoklas
fiD Laufe QQserer späteren Betrachtungen werden wir auf die an dieser Stelle karz angedeutete Abstammung gewisser ^a/ig/iffimer und vieler Albite von perthitartigem Feldspath Docb aosfuhrlicher einzugehen haben.
Auf unsere genetischen Betrachtungen über die
graoltischen Gange des Granulitgebirges istdasVor-
kommen orthoklasfuhrender Quarzgänge von bedeutsamen Ein-
flQ98. Vergesellschaftet mit Ganggebilden von vollkommen reinem,
derbem oder an Erystalldrusen reichem Quarz stellen sie selbst
nur Modificationen derselben dar, die sich durch accessorisch
eingesprengte oder in Drusen auskrystallisirte Feldspäthe von
jeacD unterscheiden, — gleichwerthig denjenigen Quarzgängen,
welche local Schwefelkies - oder Plussspath - Einsprengunge
fobren, und deren Entstehung durch Absatz aus wässeriger
Lösung über jeden Zweifel erhaben ist. Das accessorische
Vorkommen von etwas Feldspath in ein oder dem anderen
derartigen Gange wird die Allgemeingnltigkeit dieser gene-
tiBchen Anschauung nicht beschränken ; weiss man doch längst,
dass Feldspath so gut wie Quarz auf nassem Wege umkrystal*
hslrtj von einem Orte nach dem anderen umsiedelt, — ein
Vorgang, der so trefflich durch die Quarz-Orthoklas-Incrustate
&üf den Porphyrgerollen des Euba^er Kohlenconglomerates illu-
strirt wird.*)
Von den Feldspath- und oft auch etwas Glimmer -fuhrenden Quarzgängen des sächsischen Granuli tgebietes unterscheiden sieb aber die granitischen Ganggebilde des genannten Ter- ritorii allein durch das so wie so weder bei den einen, noch bei den anderen constante Mischungsverhältniss ihrer
^ Khop, N. Jahrb. für Min. 1859 pag. 595. — Volobr, ebendort 1661 pag. 1 ff.
Oemenglheile. Es stehen Bomit keine minerogenetischeo Ein- würfe dem entgegen, die granitiachen Oänge des Granalil- ireLirffea. in denen der OuRrz Reine vnrwaltende Rolle mit dem
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aocb sehr reichlich aaftretendeo, glänzenden, weissliehgrauen
Schoppen fon Kaliglimmer, bilden derartige A Ibite ein
wirres Krystallaggregat, welchem in Folge nur stellen weiser,
gegenseitiger Berfibrung und Verwachsung der einzelnen Indi-
ridaen keinen sehr festen Zusammenhalt besitzt und deshalb
dm Eindnick mancher künstlicher krjsCaliinischer Niederschläge
äüi wasserigen Liosungen macht. Local ist das Korn dieses
Albitaggregats ein so feines, dass man an ein locker-körniges
Dolomitgestein erinnert wird. Andere Handstucke dieses
Oangvorkommens bestehen ans einem Aggregat von vorwal-
teodeo Albitkrjstallen ood Quarzen, während der Glimmer
zoröcktritt.
Die Deutung der Entstehung dieser Albit-Kaliglimmer- Quarz - Gänge fallt nieht schwer , wenn wir , ganz abge- geben von zahlreichen anderen wohlbekannten Albitvorkomm- aisseo auf Orthoklas und abgesehen von anderweitig beschrie- beoen Psendomorphosen von Kaliglimmer nach Feldspath, nur die von uns oben dargelegten und später noch eingehender za rer/oJgeade Abstammung gewisser Albite, Kaliglimmer und Qoarze von albithaltigen Orthoklasen ins Auge fassen. Einem ibnlichen Zersetznngs - und Auslaugungsprocess, wie er dort im Kleinen innerhalb des engen Rahmens eines Drusenranmes ^or sich ging, verdanken auch die eben besprochenen Gänge ihren Ursprung, nur waren es hier nicht einzelne perthitartig rerwacbaene Albit-Orthoklase, sondern die gesammten Massen des weseDtlich aus natronhaltigem Orthoklaa bestehenden nor- malen Granulits, welche ganz cutsprechend dem oben ent- worfenen Stammbaume durch Auslaugung den Albit und durch Zersetzung des Orthoklases den Kaliglimmer und Quarz lie- ferten. Daaa wir von „natronhaltigem Orthoklas^^ des granu- litiscben Nebengesteins jetzt und später sprechen dürfen, geht eioerseita ans STBLZflsa's und Zirkbl's mikroskopischen Unter- fiQchungen der Gran ulite*) hervor, nach denen der feldspathige Gemengeheil jenes Gesteins ausschliesslich Orthoklas ist, anderereeits aas den von Schbbrbr veröffentlichten Ana- lysen**), denen zufolge die sächsischen Granulite im Durch-
*) Stelzaeb, N. Jahrb. 1871 pag. 246. — Zirkül, Mikroskop. Beschaff, pag. 466.
••> JH. Jahrb. 1873 pag. 5.
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schnitt 2,5 pCt. Natron enthalten, welches demnach nur als Vertreter des Kali im Orthoklas aafgefasst werden kann.
In den ohen beschriebenen Gängen haben wir ein koroig- krystallinisches Aggregat von Feldspath, Qaara nnd Qlimmer, also eine Art von Granit vor nns, weicher unbedingt eine wässerige Entstehung zukommt, die ihr kein Geologe abcnstreiten willens oder im Stande sein wird.
4. Craaftiscke «äuge im «nuiillt
Nebengestein und Gangverhältnisse. Zu den gewöhnlichsten Erscheinungen des sächsischen Granulitgebietes geboren granitische Gänge von rothlichem Orthoklas, gruo- liebem OHgoklas, grauem Quarz und schwarzem oder weissem Glimmer, welche bald in grosserer Anzahl vergesellschaftet, bald vereinzelt fast in jedem Aufschlüsse dem Beobachter entgegen treten und noch mehr Mannigfaltigkeit in diese schon an und für sich hochinteressante Gegend bringen. Erscheiut nun auch das gesammte Granuli tterritorium von solchen Granit- gängen dtirchschwärmt , so ergiebt doch eine etwas eingehen- dere Beobachtung, dass sie sich wesentlich auf daa Gebiet des eigentlichen Granulits beschränken, in den letzterem eingela- gerten Serpentin-, Eklogit-, Gordieritgneiss - und Granatfels- partieen jedoch nur selten auftreten und ebensowenig in die das Granulitgebirge überlagernde Schieferzone hineinsetzen. Das Nebengestein unserer granitischen Gänge ist demnach in bei Weiten den meisten Fällen Granulit in allen seinen durch Fehlen oder Erscheinen von Glimmer bedingten Varie* täten, als deren extreme Glieder normaler, fast weisser, ferner gneissartiger grauer, sowie granitischer röthlicher Granulit zu nennen sind. Von ganz verschiedenem petrographischem Cha- rakter sind diejenigen granitischen Gänge , welche in anderen Gliedern des Granulitgebirges und zwar namentlich in ein- zelnen Vorkommen des Hornblendeschiefers, des Augitschiefers und Eklogits aufsetzen und deshalb in einem besonderen Ab- schnitt behandelt werden sollen.
Die Form der zu besprechenden granitischen Gänge ist eine ausserordentlich abwechslungsreiche. In vielen Fällen sind ihre seitlichen Begrenzungsflächen so parallel und eben- flächig wie nur denkbar, in anderen nähern sich dieselben
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allseitig allmälig, bis sie sich schneiden, so dass sie linsen- forinige, jedoch die Oranulitschichten durchsetzende Nester umschJiessen. Hier bilden sie wellig - zackig gewundene Scfamitze, welche sich stellenweise bei unbedeutender Längen- Aosdehnang zu unverhältnissmässiger Dicke aufblähen, dort machen sie treppen form ige Sprunge, indem sie den sich kreu- zenden Kluften des Gesteins folgen, schneiden auch wohl an diesen plötzlich ab oder zersplittern sich in zahlreiche Trumer.
Ihre Mächtigkeit ist eine sehr schwankende, jedoch ini Durchschnilt unbedeutende; in bei Weiten den meisten Fällen beträgt sie nur 3 bis 15 Cm., znweilen noch weniger, oft aber auch 15 bis 30, selten 30 bis 60 Cm., während mir kaum ein Fall einer i M. mächtigen granitischen Oangsecretion bekannt ist, obwohl ich mehrere Hundert derartiger Vorkom- men an Ort und Stelle besichtigt habe.
Aocb das Anhalten, also die Längenerstreckung dieser Gänge ist kein beträchtliches; als sein Maximum konnten 20 M. festgestellt werden , jedoch ist die Gelegenheit zur Ver- folgung der Gänge xtf ihrer Horizontalausdehnung so selten geboten, dass die Existenz längerer Gänge nicht unwahr- srheiolicb ist.
Die beiderseitige Begrenzung zwischen Gängen und Neben- gestein ist in vielen Fällen eine sehr scharfe, z. Tb. wie mit der Feder gezogene, und erhält oft durch Ablosungsfläcben oder durch chloritisch • glimmerige Salbänder einen noch bestimmteren Ausdruck. Dann trennt, besonders bei eintre- tender Verwitterung, ein Hammerschlag Gang und Neben- gestein durch eine spiegelglatte Begrenzungsfläche, so dass es bei gewissen Vorkommnissen schwer hält, beide in einem Handstack zu erlangen. Oft freilich sind auch die Mineral- iodividoen der Gangmasse unmittelbar auf denen des Neben- gesteins so fest aufgewachsen, dass die Ganggrenze durch nicht die geringste Discontinuität, sondern ausschliesslich durch plötzlichen Wechsel der Structnr und Farbe bezeichnet wird.
Fragmente des Nebengesteins sind in diesen gra- nitischen Gängen eine ziemlich gewohnliche Erscheinung. Nicht selten läset sich die Stelle, von der sie losgebrochen sind, mit Sicherheit nachweisen, was namentlich dort der Fall i®^ wo durch Gabelung oder Zersplitterung des Ganges oder durch Scbarnng mehrerer Gänge znngenformig in die Gang-
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spalte Tuende Keile oder schftrre Ecken entstnndeD sind. Bei der dem Gesletn eigenthämlicben ZerkiünuDg ■did Ab- brechen besonders geeignet, 6nden aicli dieselben jetit, leicht I erkennbar an ihren dreiseitigen Umrissen, inmitten der Oang- | masee darch einen Streifen der leliteren von der Stelle ihres I einstigen ZossminenhangeB getrennt. Taf. VII. Pig 2 a- 3 , illuslriren dieses Vorl(ommen. Ferner kann der Fall eintreten, dass eich eine Oangspalte im Verlaufe ihres Ausföllungspro- | cesaes durch localea Nacbbrechen ihres kinfligen Nebengesteins I an einer höblennrtigen Weilung ausbildet, in welcher sich jeUt ' nach erfolgter Ausfüllung durch die Oaagmineralien die narh- ^ gestSriten Trümmer als Einschlösse in der Oangmasse prä* I Bentiren, wie dies z. B. Kig. 1 auf Taf. VII. zeigt. Die | Bröchigkelt des Nebengesteins und das Loslösen seitlicher 1 Schollen desselben kann auch zur Folge gehabt haben , daas ; sich der Gang local in zahlreiche schwache Trümer zerscbla- ' gen oder ein breccien artiges Aussehen erhalten hat. Derartige i Vorkommen von Nebengesteinsbrnchatncken mit einer eruptiven , Bntstehungs weise granitischer ßänge in unbedingte Abhängig- j keit za bringen, wie dies früher wohl geschehen, ist selbst- verständlich nnstatthafi, wiederholen sie sich doch u. A. und ganz abgesehen von fast jedem Erzgange aof ähnliche Weise in den das Granalitgebiet in grosser Zahl durchs eisenden Schwerspathgängeo. I
Was die äch icbtenlage des den granitischen Gingen i benachbarten Granulits betrifft, so ist dieselbe durch die Ge- sammtheit der mechanischen U an gbildungs vorwöge ooberührt i geblieben: die firannlitachicbten schneiden scharf an den Oang- j wänden ab, ohne ihre allgemeine Richtung zo verändern^ Nur | selten machen sich Ausnahmen von dieser Regel in der Weise geltend, dass die dem einen Salbende des Ganges engewen- deteo Scbicbtenendeii auf 6 — 8 Cm., sehr selten an f grössere Entfernung in schön geschwungener Krümmung nach oben, am anderen Salbande aber nach unten gebogen sind, wie dies Fig. 5 Taf. VII. zeigt. Nicht die besondere mächtigen, son- dern im Üegenlhei! nur wenige Ceutimeter starke Qranitgänge sind es, an denen diese Erscheinnog zuweilen wahrgenommen wurde. Und es entspricht solches der genetischen Deutung dieser SehicbtenstÖrungen. Sind diese doch nicht etwa eine, vidleieht sogar als Beweismittel für Eruptivität za betrachtende Folge
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der Gangbildong, sondern derfieJben Jange voraasgegangen und waren bereits ermöglicht durch dag Aufreiesen der Spal- teu. In Folge der Zerstörung ihres Zusanunen banges verloren gewaltige Partieen des Oranulits ihren Halt und rutschten auf einer Kloftfläche langsam in ein etwas tieferes Niveau, wobei durch die enorme Reibung die «Schichtenenden der sich be» wegenden Felsmasse nach oben, diejenigen des die festlie- liegende Bahn abgebenden Gesteins nach unten geschleift und gekrammt worden, — ein Vorgang, der sich besonders deutlich dort verkörpert findet, wo, wie durch Fig. 10 Taf. VII. illastrirt, Granitgang, Schichteubiegung und Verwerfung com- bioirt sind. Letstere tritt in dem abgebildeten, mir von Herrn Dr. Datbb mitgetbeilten Profile dadurch so klar hervor, dass sie die Schichtenenden einer Ansahl sehr glimmerreicher und deshalb dunklerer Zwischenlagen des lichten Normalgranulits verbogen und gegeneinander verschoben hat. Bei breit klaf- fenden, ihre anfangliche Weite bis zu ihrer Ausfüllung beibe- haltenden Spalten konnten derartige Reibungserscheinungen na- türlicherweise nicht eintreten, und das ist der Grund, weshalb die beschriebene Schichtenstörung, wo sie überhaupt beobachtet wurde , meist an schmale Trümer gebunden , bei mächtigen Gängen aber selten ist.
Dass, wie übrigens selbstverständlich, Verruckungen und Rtttschungeu des durch die Spaltenbildnng zerklüfteten Gra- nalits stattgefunden, zeigt das in Fig. 4 Taf. VII. abgebildete GsDgprofil, welches einem Einschnitte der Muldethalbahn ober- halb Rochsbarg entnommen ist. Der dortige plattenförmige, graue, glimmer führende Grannlit wird von zwei einander etwa rechtwinklig schneidenden Rluftsystemen durchsetzt. Dem einen derselben entspricht ein einige 20 Cm. mächtiger Granit- gang a mit haarscharfen Salbändern und wunderbar eben- flächiger Begrenzung. In das Liegende dieses Ganges läuft von letalerem aus unter ungefähr rechtem Winkel ein 3 Cm. mächtiges, dem zweiten Kluftsjsteme entsprechendes Trum b ab. Auf ihm ist nun dessen Hangendes c um einige Zoll herabgerutscht, so dass nicht nur eine Verwerfung seines Nebengesteins, sondern zugleich auch eine sprungartige Er- weiterung des Hauptganges a stattgefunden hat. Unterhalb dieser Rutscbung misst letzterer 24, oberhalb derselben 29 Cm.
Weder nach ihrem Streichen, noch nach ihrem Fallen
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balten diu gr*iiUiBcheii Gäuge des OrannlitgebietB ein be- atiminUB QeseU eia, gebÖrea vielmehr den verschiedenartigsten Himmets- und Fallriclitungeii a» und schneiden sich deshalb im Falle ihrer Vergesellschaftung sehr genöhnlicb. Abgesehen von vieJen anderen Beispielen vrar es eine jettt leider darch den Bau der Moldebaba verschütlete Felswand direct unterhalb der Spinnerei Amerika bei Penig, wo das wirre Durcbeinander dieser Gänge in schönem Profil anfgescbloasen war. Ausser vielen kleinen, oft wellig gebogenen Trümern kamen hier ein auf dem Kopf stehender, zwei horizontale, ein unter 45 Grad fallender aod ein kuppeiförmig gewölbter Granitgang von 18 bis 50 Cm. Mächtigkeit zum gegenseitigen Durchschnitt. Jedoch sind eigentliche Dnrchsetiungen oder wirkliche Verwerfun- gen eines älteren Ganges durch einen jüngeren nur selten zu beobachten. Ein solcher Fall ist mir von der Etzdorfer Mühte im Striegis-Thsle bekannt, wo ein 4 Cm. mächtiger Gang too glasigeoi, sprödem Quarz mit röthüchen Feld Späth -Ein spreng- i lingen von einem echt granitischen Gange scharf durcheelil und um seine Mächtigkeit verworfen wird (siebe T&f. Vll. Fig. 6), so dass hier sicher eine ältere und eine jüngere Gaog- bildung vorliegt. Im Allgemeinen jedoch scheint die AnsföllDiig der verschiedener Richtung angehörigen Gänge in den nebm- licheu Zeiträumen vor sich gegangen >n sein. Hierfür spricht namentlich noch die Erscheinung, dass sieb bei vorbandeiiem, petrographisch von der Hauptgang masse versebiedeneoi Sal- band dieses ununterbrochen aus einem Gang in den ihn krea- zeuden umbiegt and in ihm weiter forterstreckt. Mit wirk- lichen Verwerfungen dürfen die kleinen Gangauslenkungen nicht verwechselt werden, welche dadurch hervorgebracht wor- den sind, dass entstehende Spalten bereits vorhandenen eine Strecke weit folgten, ehe sie in ihrer alten Richtung weiter fortsetzten.
Die wesentlichen mineralischen Gemengtbeile dieser Gänge sind Feldspath , Quarz und lilimmer.
Der Orthoklas kommt einerseits als Gemenglheil des granitischen AfjgregaCs , andererseits ans diesem in Druaen- räume hineinragend in tbeit weise entwickelter Krystallform vor. In ersterem Falle ist er zuweilen scbneeweias, meist aber lichlfleischroth oder bellröthlichgelb, seltener dunkelblut- roth gefärbt. Zwillingsverwacbsungen nach dem Carlsbader
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Gesell aiad nicht selten. Seine in Draaen cor Entf^ltang gebncbte KryaUllgestalt ist eiDförmig and fläubenarm. Säule, KliDDpiaakoid , Bmis ond Hemidom« sind bald zu tarelförmi- ftm, liald aa rectangnlü lau len förmigem Habitas entwicbelt. ZnweileD tritt nach das RliDOprisma z, ferner das seltene Orthopinakoid k als schmale A bstatnpfungsfiächen der rerti- cileo Kanten biniu, — bei anderen Krystallen hingegen fehlen DJcbl nur diese, sondern anch das Klinepiaakoid. Igelten ist Am toatt so gewöhnliche Hemidoma j. Wie es in Elba der Fall ist*), SU «enden auch in unseren (längen die aae dem Grinitaggregate in die Drnsen ragenden Ortboblase die End- fläcb« o P meist den Drosen Wandungen la, so dais sie häufig gu» verdeckt wird, während die Uemidomen x und, wo vor- baadeu, j die freie, der Beobachtung am betten zug^ngige j Seite des Kryslalleudes bilden. Eine fernere Uebereinstim- I mnag mit den Orthoklasen von Elba seigt sich darin, dasa iu roQ G. TOH Rath") beschriebene silbergiäntende Schim- ! mer auch an manchen unserer Orthoklase zn beobachten ist. Er beschränkt sich hier auf die Kanten x;T und T:z, die , dann silberglanaend gesäumt sind. Dieser schone Schimmer ! icbeinl daher an rnhren , dass auf den der Verwitterung am I n eilten aus gesetzten Kanten bereits aasserordentlich zarte : Scfaüppcheo von Ksliglimmer inr Ausbüdang gelangten, wäh- tntä der Rest der Flächen noch ganz frisch und deshalb glas- glinzend ist. f Der Oligoklas kommt nur in wenig Gängen mit dem
Orihnklas grob-krystallinisch verwachsen vor. Er besitzt dann eiae liehlgrüne Farbe, einen ansgezeichnelen Glasglanz, der in d<B Orthoklases übertrifft, eine auffällig starke Dnrchsich- ligkeit and endlich eine ausserordentlich zarte Zwillingsstrei- rang. In einieloen Gängen (z. 8. im Muldetbal, direcC unter- bktb Amerika) wird der Orthoklas locat durch Oligoklas voll- kommen ersetzt, in anderen sind die Oligoklas • Individuen so |eite!ll, dass sie augenscheinlich zuerst von allen Mineral- beiuuid (heilen des dortigeo Granits an den Salbändern an- geschossen sind.
Der Albit spielt in den graniliscben Gängen eine ebenso
•) vo» B*rn, diMe Zeiucbr. 1870. ] **) L c. pag. 65j.
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wicbtige wie interessante Rolle. Urspranglich mit dem Ortho- klas iii dünneu Schmitzen und Lamellen pertbitäbnlich ver- wachsen, kann er durch Auslaugung seiner ersten Heimatfa entzogen werden und sich in woblausgebildeteu Krystallen in Drusenräumen und zwar meist in regelmässiger Verwachsung mit seinem Muttermiuerale wieder ansiedeln, wie wir dies im Verlaufe dieses und des folgenden Abschnittes nachweisen wollen.
Der Quarz bietet als granitisches Gemeogtheil keine irgendwie auffällige Erscheinung dar, höchstens dass seio Reichthum an Plussigkeitseinschlnssen bemerkenswerth wäre. Auch die in Drusenräumen auskrjstallisirten Quarse sind aosBerordentlich einförmig. Au allen sind ausschliesslich Prisma und die beiden Rhomboßder vorhanden, Rhomben- und Trapez- flächen hingegen nur in einem einzigen der eigentlich grani- tischen <«änge beobachtet worden. Ausserdem sind auch die gesammteu KrystallBächen meist matt nnd trübe. Im Mulde- tbal unterhalb Penig sind an verschiedenen Aufschlussponkten Scepterquarze von grosser Zierlichkeit und Klarheit gefunden worden.
Einiges Interesse erregt der Quarz eines Granitgaoges unmittelbar oberhalb Markersdorf im Chemnitzthal durch sein seltsam zerfressenes Aussehen. Sehr zarte durchscheinende Quarziamellen , deren obere Ränder oft sägeformig gezahnt sind 9 ziehen sich vollkommen parallel zu einander, getrennt durch nur papierdunne Zwischenräume auf den Wandungen der Drusenräume jenes Ganges hin. Ganz analoge Vorkomm- nisse der Insel Elba haben Brbithaupt und G. vom Rate mit einem Stuck Wachs verglichen, welches eine Näherin oft ge- braucht und durch das häufige Durchziehen der Fäden mit scharfen tiefen Einschnitten versehen hat. Unter ihnen ent- deckte Breithaupt die beiden seltenen Mineralien Gastor und
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Pollnx, welche nach G. tom Rath mit Bezug auf ihren äassereu Habitus nur schwer von jenen Quarzen uuterscbeidbar sind und mit diesen selbst von geübtem Auge verwechselt werden kön- nen. Die auffallende Aehnlichkeit unserer und jener Elba^er Quarze, die noch frappantere Analogie ihres Vorkommens erregte die Hoffnung, die genannten seltenen Mineralien auch in den Granitgängen des sächsischen Granulitgebiets nachzu- weisen, — eine Hoffnung, die sich bis jetzt als eitel erwies.
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Dn MagoeBiaglimtner, meist von gläoiendem Braun- athwan, bildet fast stete anregelmässig secbsseitig contnrirte dDOD blättrige Tafeln, welche in eebr rieten Granitgängen des ürannlitgebirgee oine höchst chnrakteristischc Stellaog nod twar entweder parallel oder recblwioklig lu den Salbändern eiunehmeo, wie wir aDsfÖbrlich scbildern werden. lo manchen GsDgeo baben die Glimmertafeln in Folge einseitiger horizon- »ler Venerrnng eine lar.gbandförmige Oeelalt angenommen, ernkhen bei 0,5 bie 1 Cm. Breite eine Länge von 7 bis 10 Cm. «nd darcbsohiessen , von den Salbändern aasgehend, qaer die granitische Oangmasse (so bei Rochsbarg, rartgeiche nnd Ifolkenbnrg im Mnldetbat).
Der Kaltglimmer in Btättchen nnd Tafeln von silber- «einer, licbtgelblicher oder grauer Farbe vertritt cuweileo, so in in Gängen an der Scheibe bei Penig, den Magneeiagtimmer rollBtändig, — häaflger noch nehmen beide Gliromerarten ge- oeinicbafltticb an der Zasammeosetcung granitiacher Gänge TM, jedoch ist dann hänfig der KaligUmmer auf die centralen, iet Magnesiaglimmer auf die seitlichen Zonen dieser Gänge beecbränkt.
Neben diesen sechs wesentlichen Gemengtheilen der gra- I niitlcben Gangmasae kommen in letzterer noch folgende Mine- ' ralieii accesBoriscb vor:
Turmalin von ansnabraaloB schwarzer Farbe in sänlig' itnbl igen Partie en nnd twar fast stets auf die Centralzone der OKDge beschränkt.
(iranat in brannrolbeD, Stecknadelkopf- bis kleinerbeen- STouen Ikositetrafidern im Granit der Scheibe bei Penig nnd in dem von Marfcersdorf.
Braonspath nnd Kalkspalh. Die Wandangen der ichmatspaltenförmigen Centraldrnaen eines granitiscben Ganges 1'» Amerika sind überzogen von einer Lage körnigen, licht- gelblichen Braanspathes, oder eisenschüssigen, ni agnesiah altigen ^tlkBpathes, welcher in der Ricbtnng oach der Cenlralspalte iD in Folge von dort aus eindringender Oxydation des Eisen- "tjdnls eine innnier donklere and znletxt intensiv braune Farbe ^noiiDint and sich dann za erdigem Eisenozydhydrat amge- «Mdelt bat. Anf dieser Brauneiaengteinkruste sitzen nun "iDicIne bis centimetergrosse , weisse, dnrcbscfaeinende Kalk- 'patb-Rbomboeder and zwar — ^ R, und zwischen ihnen atellen- i-iu.j.n.,»!.«,,, XXVU. I. 9
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weise sabireicbe Kalbapäthchen voa viel unbedeutenderen Di- meDgionen. Der hydrocbemieche Process der Spftliung einei durch BeimenguDgen einer anderea SabsUni verunreimgt«ii Minerals in diese seine zwei Bestaadtheite liegt in dem ebeo beschriebenen Falle ausserordentlicb klar vor Augen. DurcL Einwirkung Kohlensäure- und Sauerstoff - haltigen Wsssers, welches die Drusenwände binabrieselte, wurde dem Urmiacrale das Kalk-, sowie das in geringen Mengen vorhandene Mag nesia- carbonat entiogea , während sich aus dem gleicbieilig eiil- stechenden Eiienoxydnlbicarbonat in Folge der Gegenwart Ton Sauerstoff Braun eisen stein ausschied, auf welchem die dm ^uttermincral entführten erdigen Carhonaie als schwach magn es iah altiger Kalkapath wieder auskrystallisirten.
Varietäten der Qanggranite. Besteht anch die Aasfültungsmasse der granitischen Gänge des Cranolilgebiert in bei Weitem den meisten Fällen aus den Gemengibeileo des normalen Granits, also aus viel Orthoklas, wenig Oligo- klas, Quart und Glimmer, so fehlt doch das znletzt genanolc Mineral suweiten vollkommen , oder wird durch ein änderet
' ersetzt, so dasa auf diesem Wege gewisse ziemlich hervor- stechende Gesteinsmodificationen erzeugt werden. So enlslehi in gewissen Gängen bei Wolkenburg und Amerika dercb Zurücktreten des Glimmers ein feinkorniges, ausserordentlich gleicbmässiges und conetantee Gemenge von Orthoklas ani Quan, also Halbgranit, ferner durch theilweise oder gäni- licbe Stellvertretung des Glimmers von Seilen des Turmaliüi eine Art Turmalingranit, ein grobkörniges Aggregat lou 1 i cht fleisch rot hem Orthoklas, grossen Körnern von stark glän- zendem Quarz und federkiet starken kürzeren oder längeren
t Säulen von schwarzem Turnialin, welche alle in etwa gleicher Menge vorhanden sind. Namentlich schön ist dieser Ter- malingranit in einem Bahneinschnitte an der Nordseite von Friedemannsklippe im Muldethal vorgekommeu. Ferner köanle man dort, wo die Gangausfüllungsmasse, wie unterhalb Ame- rika, von sehr reichlichem, licbtgrüoem Oligoklas, rolbem Orthoklas , wenig Quarz und schwärzlich braunem Hagneeia- glimroer gebildet wird, während Kaliglimmer fehlt, neben dem normalen Granit- Aggregat einen Granitit unterscheideu, um eine wenn auch sehr variable Modification der granitischeo Gänge zu bezeichnen. Endlich nehmen letztere auch voll-
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kommen den Charakter des Fegmatita an; dann fallt ihre Be* »cbreibang dem nächsten Abschnitte dieser Arbeit anheim.
Stroctnrverhältnisse. Bei ihrer verhältnissmässigen Armoth an accessorischen Bestandtheilen and der Seltenheit der Mehrsahl dieser letzteren, wurde sich die Combination der eben aufgezahlten wesentlichen Gangmineralien an Hunderten von Gängen iu ermüdender Einförmigkeit wiederholen, wenn nicht durch die Mannigfaltigkeit ihrer Aggregations weise ab- wechslnngsreicbe, genetisch hoch interessante Structurver- biltiiisse hervorgebracht wSrden, welche unseren Granit- gängen den Stempel ihrer Entstehung auf das Unverkennbarste aufdrucken nud sie als von den Gängen der Eruptivgranite anderer Gegenden durchaus verschiedene Gebilde kennzeichnen, ohne bis jetzt hervorgehoben und geologisch ausgenutzt wor- den ru sein.
An den granitischen Gängen des Granulitgebirges sind folgende Strnctnrformen beobachtet worden: 1) die massig- granitische, 2) die stengelige, 3) die symmetrisch-lagenformige, 4) die breccienartige, 5) die concentrisch-lagenformige (cocar- denartige), 6) die zellig-cavernose, 7) die central - drusige Stroctur.
1) Die massige, für echte Granitgänge so charak- teristische Structur findet sich rein, also ohne wenigstens mit Andeutungen einer der übrigen genannten Aggregationsformen combioirt za sein, an den in das Gebiet unserer Beobachtung ralleuden granitischen Gangbildungen nur selten. Als typisches Beispiel mag die Beschreibung einea Ganges folgen, welcher im Mnldetbal an der grannlitischen Felswand direct unterhalb Amerika nach seinem Streichen aufgeschlossen war. Seine Längenerstrecknng ist eine nur unbedeutende und beträgt nicht mehr als 12 bis 13 M. , indem sich der Gang in beiden Richtungen seines Streichens auskeilt. Im Querschnitte besitzt ^r eine höchst unregelmässige Gestaltung. Bei einer vorwiegen- den Mächtigkeit von 8 bis 10 Cm. bläht sich bald seine han- gende, bald seine liegende Grenzfläche zu welligen oder kuppei- förmigen Weitungen auf, wodurch eine Maximalmächtigkeit von 15 bis 18 Cm. erreicht wird. Ausserdem sendet er nach diesen beiden Richtungen einige sich nach kurzem Verlaufe aoskeilende Trümer ab, wird zu mehreren Malen aus seiner Usopiricbtung von Kluften abgelenkt und umschliesst hier und
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da ein von der S pal tenwan dang loBgebrochenea FVagment seines Nebengestein«. Die AneföllungsmasBe dieses Ganges besteht aus einem granitischen , prachtvoll grobkryslallitiischen Gemenge tod Bei sc b farbige m Orthoklas, viel licbtgräaem Oli- goklas mit 1,5 bis 3 Cm. grossen, glänzenden, lart cwillingt- streifigea Spaltongsflicbon , graaen , glasigen QuarKkörnern, grossen i. Tb. sechsseitigen Tareln von glänzend schwanem Magnesiaglimmer, die oft bandartig verserrt sind and endlich selteneren kleinen Blättchen Ton silberweissem Kaliglimroer. Die OrlboklasindiTidueD haben nicht selten Kry Stallgestalt nnd geben je nach der Richtang des Gesteinsbrncbes breite secbt- seilige oder schmalere leiatenförmige Dnrchschnitte, nicht selten
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nische Stnictor dieser Gänge erscheint, so neigt sie doch be- reits dadurch zu symmetrisch - lagenformiger Ausbildang hin, äMs das Korn der granitischen Gangmasse nach den Sal- bändern za nicht selten bedeatend grober ist, als in der Ceotralzone.
2) Stengelige Structnr nehmen die granitiscben Gänge dadurch an, dass sich ein oder mehrere ihrer Bestandtheile un- gefähr rechtwinklig oder wenigstens quer auf die Salbänder stellen. Namentlich häufig ist dies beim Magnesiaglimmer der Fall (siehe Fig. 14, 15 u. 18), der ganz gewöhnlich ?on den Oangwandungen aus nach der Mitte zu angeschossen und dann fast stets in dieser Richtung bandförmig verlängert ist. Bei Gängen von geringer Mächtigkeit erreichen und be- gegnen sich die beiderseitigen Glimmerlamellen, wie dies z. B. bei einem in Fig. 14 Taf. VII. wiedergegebenen Gange des Cbemnitzthales unterhalb Diethensdorf der Fall ist, — bei solchen von bedeutender Mächtigkeit hingegen beschränken sie sich aaf die randlichen, dem Salbande zunächst liegenden Zonen, während die mittlere Gangzone echt granitisch-kornige Stroctar besitzt In allen diesen sehr häufigen Fällen haben die Glifflmertafeln eine zwar auf der Gangwandung ziemlich rechtwinklige, aber unter sich ordnnngslose und wirre Stellung ione, — es zeigt sich jedoch auch die interessante Erschei- nung, aaf die mich zuerst Herr Dr. Lehmanm aufmerksam machte, dass dieselben nicht nur unter sich, sondern auch mit den Glimmerschuppchen des benachbarten Gneiss - Granulits parallel stehen , ja auf letzteren in der Weise aufgewachsen siod, dass sie deren Fortsetzung bilden (siehe Fig. 15 Taf. VII.). Man hat sich dies so zu erklären, dass die im Gneissgranulit aufgerissene Spalte mit diesem auch die for ihn charakteristi- schen, parallel gelagerten Glimm erblättchen durchsetzte, welche QQn im Querschnitte auf den Spalten Wandungen sichtbar wurden QDd beim Eintritt von Mineralsolutionen den Impuls und die Basis for eine neue Glimmerbildung gaben, mit anderen Worten IQ der Richtung ihrer früheren Ausdehnung weiter fortwuchsen. l^iese Parallelität der Gangglimmertafeln sowohl untereinander, wie mit dem G ran ulitgl immer hat zur Folge, dass man beim Zeraehlagen des Ganges in der Richtung der Nebengesteins- schicbten wie auf diesen letzteren lauter Glimmer, aber wenig Feldspath and Quarz, hingegen auf dem Bruche rechtwinklig
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darauf wie beim Nebengestein nur die zarten , linienformigeD Queracbnitte der Glimmertafeln und zwischen ihnen viel Quin und Feldspath erblickt, wie dies in Fig. 15 Taf. VII. dar- gestellt ist.
Bei vielen anderen nur wenige Centimeter mächtigen Gän- gen, weiche vorwaltend oder ausschliesslich aus Feldspath und Quars bestehen, sind diese in langen* parallelen und deshalb stengeligen Individuen unter ziemlich rechtem Winkel auf den Spalten Wandungen angeschossen. Inmitten der Gangspalte mnssten sie gegeneinander stossen und bilden hier nicht selten eine so ausgesprochene, im Querschnitt schwach sicksackfor- mige Verwachsungsfläche , dass solche Gänge leichter auf ihr zerkluften, als sich auf den Salbändern vom Nebengestein los- lösen. In einzelnen Fällen sind die in stengeliger Aggregation gegeneinander wachsenden Quarz - und Orthoklas > Individoeo in der Symmetrie-Ebene zusammengestossen, ohne miteinander zu verwachsen. Dann läuft die Mitte des Ganges entlang eine Fläche vollkommener Discontinuität, durch welche der Gang in zwei gleiche Hälften zerfällt, deren Mineralindividuen nach der Centralnaht zu mehr oder weniger verdruckte Krjstallenden tragen. Solche Aggregate von ausgezeichnet stengeliger Strnetur besitzen die auffälligste Aehnlichkeit mit den Quarz-Orthoklae- Incrustaten auf den Forphjrgerollen des Kohlenconglomerats von Euba bei Chemnitz. Diese bestehen gleichfalls aus lauter stengelig gestellten Orthoklas- und Quarz-Individuen und kön- nen auf dem Querbruche nicht unterschieden werden von den oben beschriebenen querstengeligen Granitgängen des Oranulit- gebietes. Sollten die Incrustate zweier einander zugewandter Porphyrgeröll-Flächen in Folge fortgesetzten Wachsthams zu- sammenstossen , so wurde genau die eben geschilderte Gang- erscheinung (nämlich Quarz- Feldspath -Ausfüllung, stengelige Structur und mittlere Zuwachsnaht) hervorgebracht werden. An der hydrochemischen Entstehung der Euba'er Orthoklas- Quarz-Aggregate zweifelt heute kein Sachverständiger mehr, warum soll man zögern, die vollkommen analogen Verhältnisse in den Spalten des Granulitgebirges in gleicher Weise zu deuten ? Wie dort die Porphyrgerölle, so lieferte hier das gra- nulitische Nebengestein die Quarz- und Feldspath-Substanz.
Die gewöhnliche Zuwachsnaht der granitischen Gänge wird dadurch noch viel auffälliger, dass ihr zuweilen eine
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dänoe Lage tod oft aber Quadratsolt grossen schwftral) raunen >l>£DeaiBglimmer-Tafe)D entspricht, welche sich annDterbrocben, IMratlel den Salbändern die Mitte des Ganges entlang lieht (siebe Fig. 8 T«f. VII.). Im Querschnitt eine schwane Linie anf meist licbtgelbücfa - rolbem Grnnde, spaltet auf ihr der Ging nnler dem Schlage des Hammers und leigt die glänzend- scbwarse Zusammenwachsungsääcbe der beiden Oangionen. Nicht immer ist es dunkler Magnesisglimmer, sondern caweilen ucb heller Kaliglimmer, welcher sich als centrale Scblass- bildong solcher siengeligen Gänge vorfindet. 80 riss neulich ein Sprengscbnss einen nur 4 Cm. mächtigen Oranitgang «nf dieser Fläche seines geringsten Zusammenhaltes in iwei BjtnmetriBcbe , natürlich an ihrem Salbande mit dem Neben- geiteia verwachsene Hälften auseinander, deren yollkommen ebene Oberflächen bei einer Breite von 1 U. eine Länge von 1,S M. besassen und dicht mit grossen, licbtgelben, metallglän- itadeo Tafeln von Kaliglimmer belegt waren , so dass sie, obwohl im Querschnitt nur als sarte Linie ergcbeinend, wie Scbicbtsn flächen eines gross blätterige d Glimmerschiefers aus- ubeo. Neben Glimmer können in der Ebene der Cenlralnaht BDch nocb Turmalineäalen liegen, wie dies beispielsweise Fig. 9 Taf. VII. zeigt.
Eine sehr häufige E(rs''heinung innerhalb unserer grani- tiacben Gänge ist die sofariftgranitiscbe Structnr, wenn lie aoch in ihrer typischen Ausbildung auf die Pegmatite be- ■cbränkt ist. Wo vorwaltender Orthoklas in Vei^esellscbaf- tnng mit Qnarc aasscbliesslich einen Gang oder eine Oangtone Mummenaetf t , stellt sich sehr gewöhnlich eine scbriflgra- mtiicbe Durchwachsung des ersteren von Seilen des letzteren «in uad xwar meist so, dass die Quarzprismen und Lamellen qaer auf deu Gangflächen stehen.
Bndlich können auch die geaamroten mineraiischen Be- lUadtbeile der granitiseben Gänge lamellare oder stengelige Form besilien und sämmtitch quer auf die Salbänder gerichtet Kin; es ist dies bei sehr vielen Orthoklas-, Oligoklas-, Quarz-, "tgnesia- und Kaliglimmmer - haltigen Gängen von geringer, ■elteoer bei solchen von grösserer Mäbhtigkeit zu beobachten. Sehr iDBlruclive Beispiele der letzteren liefert der Bahneinscbnitt w der Carls-Bicbe bei Penig. Hier wird der Granulit von mehreren g bis 10 Cm. mächtigen Gängen durditelzt, welche
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ksDD sieb eine derartige ADsamtiiluug parallel oder langflBBerig ge]«geTler GlimmeTblätter auch beiderseitig nacb den Salbäii- deni in vollzieheD.
Complicirter geelaltet sieb diejenige Structurform, wo sym- melriscbe Oangconen darcb Wecbsel der Textur, ver- scbiedene KorngrÖese, Vorwalten bald des einen, bnld des anderen iq den übrigen Lagen schwach vertretenen Oemengtheils erieogt werden. Der ein- bcbste Fall ist der bei Besprechung der granitiacb • massigen Gingstnictar bereits erwähnte, wo sich in einem massigen GftDge schmale randlicbe Zonen mit stengeiiger , durch die Kichtang der Qlimmerblittcbeu bedingter Struutar einstellen. Nahe damit verwandt ist die Erscbeinong, dasB die seitlichen Zonen vollkommen glimmerfrei sind und ausscbliesBlicb ans tinem grobkrystalliniscben Aggregat von rötblichem Peldspatb nod etwas , oft schriftgranitisch mit ihm verwachsenen Quarz bestehen , während die bei Weitem mächtigere Centralione «inen ecbt granitiscben Habitus besitat und ausserordentlich reich an schwarzem Glimmer ist. Von zahlreiubeu solchen Vorkoram niesen sei der Felswand unterhalb Amerika in fig. 7 TtC. Vil. ein Beispiel entuommen.
Während, wie gesagt, Gänge, bei denen die Anzahl der in ibrer Structnr verschiedenen parallelen Gangzonen auf drei beacbränkt ist, ziemlich häufig anzutreffen sind, kommen solcbe TOD fünf- und selbst siebenfacher lagenförmiger Gliederung s«llener vor. So dnrchsetct im Chemnitzlhale , gegenüber der Dielhensdorfer Spinnerei ein graoitiscber Gang von 40 Cm. iUühtigkeit den Granulit, Fällt seine haarscharfe , eben- Üchige Begrenzung bereits beim ersten Anblick auf, so zeigt sorg^tige Unlersucbnog, daae er aas folgenden, freilich gegen- einander nicht scharf begrenzten Gangionen besteht: awei raadliehen von 2 Cm. Dicke, reich au den Salbändern sn- nihernd parallel gelagerten schwarzen Glimmerblättcben; zwei DMfa Innen an darauf folgenden Zonen von äusserst feinkörni- gern, rötblichem Granit und einer Centralzone von sehr grob- ^7Btallioiachem , fleiscbrotbem Orthoklas mit grossen echwar- HD Glimmertafeln.
Siebe nfacbe Zonen bil dang weist ein fast einen halben Meter nächtiger Gang im Granulit an der Strasse nach dem BahDbof von Wittgeosdorf anf (siehe Fig. 21 Taf. Vif.). Seine
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an die Salbänder grenzenden Zonen, also a, bestehen aos einem mittelkörnigen granitiBchen Aggregat von weJBalicheni Orthoklas, Quarz, weisBem Knli- und schwanem Magoeaia- glimmer. Auf sie folgt (b) eine Zone von grosaen »cbwarien Glimmertafela in vorwaltendem rälfalichein Ortboklae, wetebe erstere strahüg nach Innen divergireo und aagenaoheinticb auf der Oberdäcbe der älteren granitischen Lage a angeschossea sind. Die dritten Zonen (c) zeicboen licb durch Orappen von radialBtrahligen, weissen Raltglimmertafeln aus, die ebeufallB auf der Oberfläche der vorigen Lage wurzeln, während die Centralzone d durch ein echt g ran itisch- körniges Qemenge von Qaarz , Feldspatb und weissem Glimmer gebildet wird.
Kann man schon bei den oben beschriebenen PälleD nicht daran zweifeln, dass diese granitischen Oäuge voUkominea analog jedem Erzgange dnrcb Auskryataltisiren der bis dahin in Lösung befindlichen Mineralsubstanzen an den jeweiligen Wandungen der allmälig zuwachsenden iSpaltenräume enlatanden und nicht etwa aus GlutbBass erstarrte Injectionen sind, so
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dorchficbossen too grossen schwarzen Glimmertafelo. Dies« beiderseitigen wesentlich aus Feldspath bestehenden symme- triscben Zonen haben jedenfalls längere Zeit hindurch die WandoDgen eines spaltenförmigen Drusenraumes gebildet, denn ihr Feldspathmaterial ist nach dem Innern 2U in grossen Indi- Tidoen auskrystallisirt, welche sich jetzt, nachdem die Drusen- spalte ?on einem dunklen, feinkörnigen Granit ausgefüllt ist, io bellen Flächen mit scharfen Conturen aus dem dunklen Grande hervorheben. Diese ihre Ery stallenden der Central- zooe zuwendenden OrtBoklaskry stalle besitzen ziemlich be- trächtliche Dimensionen; so maass an einem derselben P im Qoerbrnch parallel dem Klinopinakoide 4 Cm. Die zwischen den beiden Krystallwänden von c befindliche mittlere Qang* zoDe d wird von einem düsteren , feinkörnig - granitischen Aggregat von rötblichem Orthoklas, grauem Quarz und ver- hältnissmässig viel schwarzem Glimmer gebildet. Die Täfel- cheu des letzteren zeigen zuweilen das Bestreben, sich in Flachen anzuordnen, welche denen der hervorragenden Ortho- klaskrystalle parallel liegen und deren P und x haubenförmig überscbirmen, wie solches in unserer Zeichnung im Quer- schnitt wiedergegeben ist. Verwandt damit ist die Erschei- nung, dass sich nahe jeder der beiderseitigen Grenzen dieser granitischen Centr^Izone ein besonders glimmerreicher und dadurch dunklerer Streifen hinzieht, dessen welliger Verlauf den durch hervorspringende Orthoklaskrystalle bewirkten Un- ebenheiten seiner Grenzflächen entspricht. Durch diese zwei dunklen Streifen gliedert sich die Centralzone wiederum in drei Felder, so dass sich auf dem'^Querbrucbe dieses interes- santen Ganges im Ganzen 11 Zonen und zwar 4 sich jeder- seits wiederholende paarige und eine centrale unpaarige unter- scheiden lassen.
Während die bisher betrachteten Gangvorkommen symme- trisch-lagen förmige Gangstructur nur der zonenformigen Ver- änderung der Textur und den wechselnden Mengungsverhält- nissen des Gangmaterials verdanken, kann diese Structur- erscbeinung in noch deutlicherer Gestalt durch totale Sub- stanzverachiedenh^i t einzelner Lagen hervorgebracht
werden.
Der einfachste der hierher gehörigen Fälle ist der, dass die beiden randlichen Lagen aus Feldspath mit einzelnen Glim-
merscbäppcheD b glasigem Quarz bereits oben gesc gerichteten hnar Booen die Quersc Taf. VII.), also dass wir hier ii WiederboJapg de Beheneo geschl BtoBseD. Äehnlic sitzen gewisse ( bürg (siehe Fig. 4 bis 6 Cm. glii und eine miUlere getrennte Lagen, Orthoklas, hellgr zein Glimmer, d schössen sind an Zonen bervorbrin Ganggrenzen, sin grössere Tafeln t in die Cenlralzoi derbem, spliltrig< gebilde sind nocli gebiet bekannt, bürg, gebt die b( nehmen des Qaa Solche Vorkomm) mische Genesis.
Dem Quarze Gangmitte ein siel echt granitischer, häufige Brach ei ou einzelne Strahlen deren Hauplansdt dies in ähnlicher kennen gelernt hi Turmalin in Fora
*) V. QnuDDacK,
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ereifnet es sich wobl, dass diese darch eine Medianebene wiederum in zwei Lagen getheilt vrird, deren radial faserige Strnetor darauf hinweist, dass das Wacbsthum der Tnrmalin- indifiduen von der Drnsenwandnng aus nach der Mitte in vor sieb ging, wo sie bei eTfolgendem Zusammenatoss die erwähnte Ceoirainabl erzengten.
Nicht nnr jedes fnr sich allein, anch vereint treten Qgari nnd Tnnnalin inmitten zweier echt granitischen Rand- lagcD auf and bilden hier entweder eine zasammenbängende parallel wandige Zone, in welcher der Turmalin wiederum auf die Uilte beschränkt ist (z. B. Fig. 16 und 17 Taf. VII.), oder sie bilden ein System von in der Symmetrie- Ebene des <<aDges liegenden isolirten , unregelmässig gestalteten Nestern roD Qnars mit Bündeln grosser schwarter Tarmalinsäuteu, nicht selten mit Dmsenräumen und diese mit Krjstallen ein- fschsler Form, — Vorkommnissen, welche durch Fig. 11 o. 13 Taf. VII. illnstrirt werden. Häufig ist dann der rölhliche Ortho- klat und der graue Qnari der randlichen Zone seh riftgrani tisch »umgebildet. Auch können letitare selbst wieder eine symme* Irisch- lagenrörmige Struclur besitzen, in denen sich am Sal- band« stengelige, nach der Mitte zu massig-körnige und dann Bchriflgrani tische Siruclur einstellt, wie dies z. B. bei Gangen im Granalit von Markersdorf nnd Rochsburg beobachtet wurde.
Bndlich können sich zum weissen Qnarz und schwarzen Tarmaliu noch